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Coronavirus: Infizierte Passagiere in Frankfurt sind wohlauf

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Frankfurt - Schlechte Nachrichten in der Kaserne in Germersheim: Bei zwei China-Rückkehrern wird das Coronavirus nachgewiesen. Sie kommen in die Frankfurter Uniklinik. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, betonen die Behörden.

Den beiden aus China zurückgekehrten und mit dem Coronavirus infizierten Passagieren geht es nach Einschätzung der Ärzte gut. „Sie werden gegenwärtig isoliert stationär betreut und sind medizinisch wohlauf“, sagte der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Frankfurt, Jürgen Graf. Die beiden Deutschen waren am Wochenende mit einem Bundeswehrflugzeug aus der stark vom Virus betroffenen Stadt Wuhan zurückgeholt worden.

Flieger mit 124 Passagieren

Der Flieger mit 124 Passagieren war am Samstag am Frankfurter Flughafen gelandet. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatten die Erkrankten zunächst keine Symptome gezeigt. „Sowohl beim Abflug in China als auch bei der Ankunft in Frankfurt waren diese beiden Patienten symptomfrei.“

Zweiwöchige Quarantäne

So wurden die beiden nach medizinischen Untersuchungen mit 113 weiteren Passagieren zu einer Kaserne nach Germersheim (Rheinland-Pfalz) gebracht. Da die Erkrankung bis zu zwei Wochen nach der Infektion ausbrechen kann, ist die dortige zweiwöchige Quarantäne nötig. Nachdem die Schnelltests dann aber ein positives Ergebnis ergeben hatten, wurden sie in die Frankfurter Uniklinik verlegt.

Es „bestand und besteht keinerlei Gefahr für die Bevölkerung“

Hessens Sozialministers Kai Klose (Grüne) betonte am Sonntag, es „bestand und besteht keinerlei Gefahr für die Bevölkerung“. Und der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk sagte: „Ich habe vor der Grippe deutlich mehr Angst – aus Sicht der Gesundheitsbehörden – als vor diesem Virus. Nach allem was wir wissen, ist der Verlauf in Europa sehr mild.“

Eine Person verweigerte Test

Den Angaben zufolge hatten sich „99 Prozent“ der Passagiere an den Tests beteiligt. Eine Person, die sich zunächst nicht habe untersuchen lassen wollen, würde das nachholen.

Auch von den elf Passagieren, die direkt vom Flughafen in die Frankfurter Uniklinik gebracht wurden, seien inzwischen sieben in Germersheim angekommen, hieß es. Bei einem Fluggast, der zunächst Symptome gezeigt hatte, musste abgeklärt werden, ob er mit dem Coronavirus 2019-nCoV infiziert ist – hier wurde dann am Sonntag Entwarnung gegeben werden. Bei den weiteren Patienten lägen andere medizinische Gründe vor, die nicht im Zusammenhang mit dem Virus stünden.

Auf drei getrennten Stockwerken

Derweil beschrieb ein Sprecher der Luftwaffe die Situation in der Kaserne: Die Menschen seien im Quarantäne-Block auf drei getrennte Stockwerke verteilt, um die Ansteckungsgefahr möglichst gering zu halten, sagte er. „Das grenzt den möglichen Kreis ein.“ Ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hatte berichtet, die Aufnahme der Passagiere am Samstagabend ruhig verlaufen sei. Nach der Ankunft in Germersheim seien die Zimmer verteilt worden, vereinzelt habe der Betrieb bis etwa 3 Uhr morgens gedauert.

Nur mit Mund-Nasen-Schutz

Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums dürfen sich die Rückkehrenden in der Kaserne nur mit Mund-Nasen-Schutz bewegen. Am Montag sollen sie alle erneut auf das Virus getestet werden und dann wieder in einer Woche und am Ende der Quarantäne „Dies erfolgt, um weitere Fälle möglichst früh zu erkennen und den übrigen Rückkehrenden zusätzliche Sicherheit zu geben“, hieß es.

„Sollten wider Erwarten bei der Gruppe in Germersheim weitere Fälle auftreten, werden sie auch nach Frankfurt gebracht“, sagte der hessische Sozialminister Klose.

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