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Intensivstation voll: Patienten aus Darmstadt müssen verlegt werden

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Von: Teresa Toth

Neben den zunehmenden Corona-Patienten ist auch der sich zuspitzende Pflegenotstand ein Grund für die Überbelegung der Intensivstation in Darmstadt und ganz Südhessen. (Symbolbild)
Neben den zunehmenden Corona-Patienten ist auch der sich zuspitzende Pflegenotstand ein Grund für die Überbelegung der Intensivstation in Darmstadt und ganz Südhessen. (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Die Kliniken in Südhessen kommen an die Grenzen ihrer Kapazität. Weil die Intensivstation überlastet ist, müssen bereits Patienten aus Darmstadt nach Fulda geflogen werden.

Darmstadt/Fulda – „Im gesamten Versorgungsgebiet 6 gibt es derzeit keine freien Intensivbetten mehr“. Die Kliniken in der Region schlagen Alarm: Am Mittwoch (01.12.2021) meldeten die Darmstädter Krankenhäuser dem Covid-19-Krisenstab der Stadt, dass ihre Intensivstationen überbelegt seien. Rettungskräfte mussten einen beatmeten Intensiv-Patienten am selben Tag mit einem Rettungshubschrauber in ein Klinikum nach Fulda transportieren, weil er in Darmstadt nicht weiter versorgt werden konnte. Doch nicht nur die Krankenhäuser in Darmstadt sind betroffen.

Zu dem betroffenen Versorgungsgebiet zählen auch die Landkreise Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Bergstraße sowie der Odenwaldkreis. Aufgrund der vermehrten Corona-Patientinnen und -patienten in der vierten Welle, die zunehmend jünger sind und daher aufwändigere und längere Behandlungen benötigen, seien kaum noch Intensivbetten frei: „Die hohe Zahl an Covid-Patienten bringt uns in Bedrängnis.“, so Nawid Khaladj, medizinische Geschäftsführer am Klinikum Darmstadt. Laut dem DIVI-Intensivregister liegen momentan 293 Corona-Patientinnen und -patienten auf den Intensivstationen in Hessen (Stand: 04.12.2021, 10.05 Uhr). Doch auch der sich verschärfende Pflegenotstand trägt zu der angespannten Situation bei.

Intensivstation in Darmstadt voll: Vor allem Corona-Patienten werden verlegt

Khaladj beklagt, dass aufgrund fehlender Pflegekräfte nicht alle freien Intensivbetten belegt werden können. Kommen Notfälle in die Kliniken, stabilisieren Ärzte und Pflegekräfte diese zunächst und besprechen dann per Videokonferenz mit anderen Kliniken, „ob Kapazitäten geschaffen werden können oder ob diese Patient:innen in andere Versorgungsgebiete verlegt werden.“, so Khaladj. In den vergangenen Wochen mussten die Kliniken in Südhessen immer häufiger auf diese Option zurückgreifen.

Auch ein Patient aus Hanau liege bereits auf der Intensivstation in Fulda, wie die Hessenschau berichtet. Und auch zwei Patienten aus Bayern seien in Fulda in Behandlung. In der kommenden Zeit müsse mit vielen weiteren Transporte von Intensiv-Patienten gerechnet werden, so das Krankenhaus in Darmstadt. Davon seien vor allem Covid-Patientinnen und -patienten betroffen, da die Klinik den Platz für Notfälle freihalten müsse: „Wir sind der einzige Maximalversorger in Südhessen, das heißt: schwerste Unfallverletzungen, Schlaganfälle und ähnliche Fälle können nur bei uns behandelt werden.“, betont Geschäftsführer Nawid Khaladj.

Täglich registrieren Darmstadt, Hanau, Offenbach und die Region zahlreiche Neuinfektionen mit dem Coronavirus. In einem Kreis liegt die Inzidenz über 500. Die aktuellen Zahlen im News-Ticker*. (tt) *op-online.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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