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Familiendrama in Ludwigsau: Trio schildert Mord an Vater

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Fulda - Ruhig und sachlich haben eine Frau und ihre Tochter in einem Fuldaer Prozess ihren Plan gestanden, den eigenen Ehemann und Vater umzubringen. Auch der ebenfalls angeklagte Freund der Tochter war nach eigenen Angaben an der Tat im osthessischen Ludwigsau (Kreis Hersfeld-Rotenburg) beteiligt.

Vor dem Landgericht nannte die Ehefrau des Opfers am Montag unterschiedliche Motive: Während die 40-Jährige nach eigener Aussage wütend auf ihren gewalttätigen Mann war, hätten die gemeinsame 19-jährige Tochter und deren 20 Jahre alter Freund aus Großalmerode (Werra-Meißner-Kreis) «wirtschaftliche Motive» für die Tat im vergangenen Juni gehabt. Sie seien auf sein Geld aus gewesen.

Sie habe dem schlafenden 67-Jährigen ein Kissen aufs Gesicht gedrückt, schilderte die Frau vor Gericht. Als dieser schrie und mit den Armen um sich schlug, habe sie nicht mehr gewollt, dass er stirbt und von ihm abgelassen, sagte die Frau aus. Auch die 19-jährige Tochter des Opfers habe den Plan nicht mehr ausführen wollen, sagte die Ehefrau und Mutter.

Die Tochter sagte aus, sie habe die Füße ihres Vaters festgehalten, während Mutter und Freund das Kissen festhielten. Erst hinterher sei ihr klargeworden, dass sie einen Menschen umgebracht hätten. Ihr Freund beteuerte, er habe - wie alle anderen auch - bis zum Ende nur auf das Kissen gedrückt. Er habe danach versucht, die Tat als Einbruch zu verschleiern. Wenige Stunden vor der Tat hatte die Tochter mehrfach die Polizei gerufen, angeblich, weil der Vater wieder gewalttätig geworden sei. Doch die Polizei hatte nichts feststellen können.

Unseren Bericht mit Bildern vom Prozessauftakt finden Sie hier.

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