Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand.
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Zwei Kilometer hat der Angeklagte einen Mann auf seiner Motorhaube mitgezerrt. Das Opfer ist seitdem querschnittsgelähmt. Jetzt hat das Landgericht Frankfurt den Fahrer verurteilt (Symbolbild).

Prozess

Mann in Frankfurt kilometerweit auf Motorhaube mitgeschleift ‒ Langjährige Haft

  • Sandra Böhm
    vonSandra Böhm
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Zwei Kilometer hat der Angeklagte einen Mann auf seiner Motorhaube mitgezerrt. Das Opfer ist seitdem querschnittsgelähmt. Jetzt hat das Landgericht Frankfurt den Fahrer verurteilt.

Frankfurt ‒ Lange Zeit gab die Tat Rätsel auf. Im August 2019 wurde ein Mann von einem Fiat Ducato auf die Motorhaube geschleudert und danach kilometerlang durch Frankfurt auf der Motorhaube mitgeschleift*. Rätselhaft war die Tat auch deswegen, weil der Täter auch vier Monate später noch nicht gefasst worden war.

Jetzt stand der 27 Jahre alte Mann in Frankfurt vor Gericht und wurde zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das Landgericht sah am Montag (22.02.2021) versuchten Totschlag, gefährliche und schwere Körperverletzung sowie einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr als erwiesen an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Prozess in Frankfurt: Angeklagter zu mehr als sieben Jahren Haft verurteilt

Ausgangspunkt für die Fahrt, die auch tödlich hätte enden können, war den Ermittlungen zufolge ein Streit zwischen dem Angeklagten und dem Verkäufer von Rauschgift. Der Angeklagte hatte seinen Aufenthalt in Frankfurt dazu genutzt, um im Bahnhofsviertel Drogen zu kaufen. Nachdem sich der 27-jährige Angeklagte mit seinem Kleintransporter aus dem Staub machen wollte, hatte das damals 25-jährige spätere Opfer den Wagen des Angeklagten an einer roten Ampel eingeholt und sich an der Motorhaube festgehalten.

Der Angeklagte fuhr daraufhin aber einfach weiter vom Hauptbahnhof Frankfurt durch die Frankfurter Innenstadt ‒ mit dem damals 25-jährigen Mann auf der Motorhaube. Nach der mehreren Kilometer langen Fahrt fiel der Mann im Stadtteil Bockenheim von der Motorhaube mit dem Rücken auf den Boden. Durch die schweren Verletzungen lag er mehrere Tage im Koma und ist seither querschnittsgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen.

Frankfurt: Fahrer hat einen Mann kilometerweit auf der Motorhaube mitgezerrt und ist dann abgehauen

Der Vorsitzende Richter sagte am Montag zu dem Angeklagten: „Sie hatten gewiss nicht die Absicht, den Kontrahenten zu töten oder schwer zu verletzen.“ Wohl aber habe er den Tod billigend in Kauf genommen, als er mit Fahrbewegungen versucht habe, den Mann abzuschütteln.

Nachdem der Mann aus dem Kreis Groß-Gerau von der Motorhaube gefallen war, ist der Angeklagte einfach abgehauen und konnte zunächst fliehen. Später konnte sein Fahrzeug jedoch nach umfangreichen Fahndungsmaßnahmen ausfindig gemacht werden. Die Verteidigung hatte ein wesentlich geringeres Strafmaß für den Angeklagten beantragt, da sie keinen Tötungsvorsatz gesehen hatte und deswegen eine Bewährungsstrafe beantragt hatte. (Sandra Böhm) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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