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Wohnungspreise in Frankfurt sinken - Doch näher rückt das Eigenheim damit für viele nicht

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Von: Florian Dörr

Der Kaufpreis für Eigentumswohnungen in Frankfurt sinkt. Viele Bürger haben davon aber nichts. Inflation und gestiegene Zinsen erschweren die Lage.

Frankfurt - Über Jahre stiegen die Immobilienpreise in Deutschland. Doch nun scheint sich eine Trendwende zu vollziehen: Nach einer Analyse von immowelt sanken die Kaufpreise von Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr vor allem im Westen und der Mitte Deutschlands. So etwa in Frankfurt: „Statt 6.563 Euro kostet der Quadratmeter in der Mainmetropole derzeit 6.309 Euro“, heißt es. Das bedeutet ein Minus von vier Prozent für Bestandswohnungen.

Die schlechte Nachricht für all jene, die eine Wohnung in Frankfurt kaufen wollen: Trotz gesunkener Preise ist die Bankenstadt am Main nach wie vor der teuerste Fleck der Analyse. Auch in anderen Großstädten Hessens macht sich die Trendwende derweil bemerkbar: Sowohl in Wiesbaden (4.810 Euro; -3 Prozent) und Darmstadt (4.516 Euro; -2 Prozent) als auch in Kassel (2.990 Euro; -5 Prozent) sanken die Preise von Eigentumswohnungen binnen eines Jahres.

Immobilienpreise in Frankfurt sinken - Doch viel deutlicher ist Preisrückgang im Wetterauskreis

Woran liegt es, dass die Kaufpreise für Wohnungen in Frankfurt und anderen Städten sinken? „Der Wandel am Immobilienmarkt lässt sich zu großen Teilen mit der hohen Inflation und den gestiegenen Bauzinsen erklären“, heißt es bei immowelt. Diese lagen zu Jahresbeginn noch bei gut einem Prozent für zehnjährige Darlehen, inzwischen haben sie die 4-Prozent-Marke überschritten. Für Käufer bedeutet die Anhebung je nach Kaufsumme mehrere hundert Euro Mehrkosten im Monat. Die Nachfrage nach Wohneigentum geht dementsprechend zurück, was zu ersten Preissenkungen führt.

Skyline von Frankfurt
Wohneigentum in Frankfurt? Für viele dürfte es trotz gesunkener Kaufpreise ein Traum bleiben. (Symbolbild) © Boris Roessler/dpa

Günstiger wird Wohneigentum derweil nicht nur in Großstädten wie Frankfurt: In mehreren Landkreisen kommt es ebenfalls zu ersten Preiskorrekturen. So weist der nördlich von Frankfurt gelegene Wetteraukreis laut der Analyse den stärksten prozentualen Rückgang in der gesamten Analyse auf: Während der Quadratmeter hier vor einem Jahr noch 3.962 Euro gekostet hat, müssen Käufer dort aktuell nur noch 3.308 Euro bezahlen. Das ist ein Minus von 17 Prozent. (fd)

Billiges Geld und eine hohe Nachfrage hatten zuletzt die Immobilienpreise hochgetrieben. Nun glauben Experten: Frankfurt ist beim Risiko einer Blase am Wohnungsmarkt weltweit ganz vorne mit dabei.

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