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Giftiges Jakobskreuzkraut breitet sich aus – Gefahr für Tiere

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Region - Die gelben Blüten sehen harmlos aus. Doch Jakobskreuzkraut ist giftig – Tiere können sogar sterben, wenn sie zu viel davon fressen. Bauern sehen auch Land und Kommunen in der Pflicht.

Das giftige Jakobskreuzkraut macht Pferden, Rindern und anderen Tieren auf den hessischen Weiden das Leben schwer. „Wir müssen dringend die Verbreitung dieser schädlichen Pflanze in den Griff bekommen“, sagte Bernd Weber vom Hessischen Bauernverband der Deutschen Presse-Agentur. Das gelbe Kraut blüht derzeit vor allem an den Rändern von Straßen, Bächen und Flüssen, durch die feucht-warme Witterung der vergangenen Wochen wächst es besonders gut. Werde es nicht rechtzeitig gemäht, könnten die Samen auf die nächste Weide geweht werden und sich dort ansiedeln, erklärte Weber.

Vor allem Jungtiere fressen dann die Pflanzen. Tun sie das in großen Mengen, können sie daran auch sterben. Getrocknet im Heu reichen schon wenige Kilogramm, um ein ausgewachsenes Pferd zu töten. „Es kann keiner wollen, dass Tiere zu Tode kommen“, sagte Weber. Besonders giftig sind die ganz jungen Pflanzen und die gelben Blüten. Verantwortlich dafür sind die darin enthaltenen Alkaloide. Sie verursachen bei den Tieren Schmerzen im Magen- und Darmbereich sowie Leberschäden. Pferde und Rinder reagieren auf das Kraut empfindlicher als Schafe und Ziegen. Ist die Pflanze ausgewachsen, erkennen die Tiere sie meist am Geruch und fressen sie nicht mehr. „Das ist der absolute Wahnsinn“ Entscheidend sei deshalb, die Samenbildung zu verhindern, damit sich das Kraut nicht weiter ausbreiten könne, sagte Weber. Mehr als 100.000 Samen könne eine einzelne Pflanze ausbilden. „Das ist der absolute Wahnsinn.“ Private und öffentliche Flächenbesitzer müssten deshalb konsequent und regelmäßig mähen und die Pflanzen rechtzeitig beseitigen. „Das ist aufwendig, aber kein Hexenwerk“, sagte Weber.

Neben Straßenrändern seien vor allem Flächen betroffen, die nicht intensiv für die Landwirtschaft genutzt werden. „Da lässt man häufig aus Gründen der Artenvielfalt ein paar Kräuter stehen“, verdeutlichte Weber das Problem aus Sicht der Landwirte.

Die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil zeigte sich kooperationsbereit. Würden Jakobskreuzkraut-Standorte rechtzeitig gemeldet, könne das bei der Reihenfolge der Mäharbeiten berücksichtigt werden, sagte eine Sprecherin. Grundsätzlich sei man aber nicht für die Bekämpfung heimischer Wildkräuter und die Verhinderung von Samenflug verantwortlich. / dpa

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