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Größte Herausforderung für Eintracht-Coach Hütter: Krise bewältigen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Frankfurt - Adi Hütter ist mit Eintracht Frankfurt in der vergangenen Saison bis ins Halbfinale der Europa League gestürmt. Nun steht der Chefcoach vor der größten Herausforderung: Die in die Krise geratenen Hessen wieder auf Kurs und aus dem Bundesliga-Abstiegssog zu bringen.

Jetzt ist Adi Hütter als Krisenmanager gefragt. Als Chefcoach von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt steht der Österreicher vor der größten Herausforderung seiner Amtszeit seit dem Fehlstart am Anfang seines Engagements im vergangenen Sommer. „Auch, wenn es schwer wird, es ist interessant, den ganzen Bock wieder umzustoßen“, sagte der 49-Jährige vor dem Abflug am Donnerstag ins Wintertrainingslager nach Florida.

Seit dem 5:1 am 2. November gegen den FC Bayern rutschten die Hessen bis auf Rang 13 und drei Punkte an den Relegationsplatz heran. „Sicher ist es die unangenehmste Zeit, seit ich hier bin. Das muss man klar sagen“, gab Hütter vor Weihnachten zu. Im US-Sonnenstaat will Hütter bis zum 10. Januar neben Training und Testspielen vor allem das Selbstbewusstsein seiner Spieler wieder stärken: „Die Jungs müssen geistig wieder frisch werden.“

Immer nur aufwärts

In seiner Karriere als Trainer ging es bisher nur aufwärts, auch dank teils ungewöhnlichen Motivationskünsten und -strategien. Von denen gab Hütter bei der Vorstellung seines vor Weihnachten erschienenen Buches „Teamgeist – Wie man ein Meisterteam entwickelt“ einiges preis. Sie sollen mit geholfen haben, dass er als Trainer mit dem SV Grödig 2013 in die erste österreichische Bundesliga aufstieg, mit RB Salzburg 2015 das Double schaffte und mit den Young Boys Bern 2018 nach 32 Jahren den Schweizer Meistertitel gewann.

In Bern ließ Hütter jeden Spieler ein Bild zeichnen, wie er sich den Tag des Titelgewinns vorstellen würde. Jeder musste das Bild danach in seinen Spind hängen. „Ich wollte sie damit emotional noch einmal packen“, sagte Hütter.

„Positiv untereinander kommunizieren“

Dass er Titel holen kann, hat er bewiesen. Und in der Vorsaison führte er die Eintracht ins Europa-League-Halbfinale. Aber kann er auch Abstiegskampf? „Es ist nicht gut, wenn man zu viel Aktionismus betreibt“, meinte Hütter. „Im Endeffekt ist es wichtig, Ruhe, Geduld und Vertrauen in die eigenen Stärken zu haben, positiv untereinander zu kommunizieren und dass man an das glaubt, was man macht.“

Dies wolle er seinen Profis in individuellen Gesprächen in den USA bewusst machen. Ob sie auch Bilder von dem Tag zeichnen sollen, an dem die Krise bewältigt ist, offenbarte er nicht. Den Trainer sieht er jedoch im Erfolgs- oder Problemfall in zentraler Rolle: „Führe die Spieler, zeige ihnen den Weg und sie werden dich ans Ziel tragen.“

Nur sieben Trainingstage

Um den DFB-Pokalsieger von 2018 in der Bundesliga wieder auf Erfolgskurs sowie im Pokal und in der Europa League in die nächsten Runden zu bringen, bleiben nur sieben Trainingstage in den USA und insgesamt 16 Tage bis zum ersten Pflichtspiel am 18. Januar bei 1899 Hoffenheim.

„Wir müssen den Kampf annehmen“, forderte Sportvorstand Fredi Bobic. Ohne „total aktionistisch zu handeln“, wird er wohl für neue Spieler in der Winterpause sorgen. Im Gespräch ist U21-Nationalspieler Ragnar Ache (21) von Sparta Rotterdam, der womöglich aber erst im Sommer kommen wird. Zudem halten sich die Spekulationen über eine Rückkehr von Ante Rebic (AC Mailand). Abgesehen von neuem Personal hofft Hütter auf die Rückkehr von zuletzt fehlenden Spielern, wie dem lange verletzten Nationaltorwart Kevin Trapp und dem gesperrten Kapitän David Abraham. „Wenn wir komplett sind, bin ich überzeugt, dass wir wieder andere Leistungen bringen werden“, prophezeite Hütter. / dpa

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