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In Hessen gab es 404 Anträge auf Medikamente, die Cannabis enthalten

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hessen - Seit dem Cannabis-Gesetz, das am 10. März 2017 in Kraft getreten ist, sind bei der BARMER Hessen 404 Anträge auf Kostenübernahme von Arzneimittel, die Cannabis enthalten, eingegangen.

Quelle: BARMER

Weiterhin warnt die BARMER allerdings vor zu hohen Erwartungen an die Arzneidroge: Häufig ist die Wirkung nicht erwiesen. „Um Cannabis als Medizin ist ein Hype entstanden, der nur im Einzelfall berechtigt ist. Cannabis-haltige Arzneimittel dürfen seit dem letzten Jahr bei vielen Erkrankungen verordnet werden, auch wenn deren Wirkung wissenschaftlich nicht hinlänglich erwiesen ist“, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei BARMER. So liege kein klarer Nachweis vor, dass Cannabis bei Tumor-, Skelett- und Muskelschmerzen wirke.

Laut Analysen sind im Jahr 2017 mehr als die Hälfte der Cannabis-Arzneien bei Schmerzen verordnet beziehungsweise ausgestellt worden. Allerdings meint die Medizinerin: „Bei Schmerzen etwa sollte Cannabis möglichst nur als Ergänzung zu bewährten Konzepten wie der multimodalen Schmerztherapie zum Einsatz kommen.“

Preis für Arzneidroge sehr hoch

Die Gesamtkosten für Cannabis-Präparate betrugen laut Auswertung rund acht Millionen Euro. Dabei gab es große Differenzen: Während im Mai 2018 die Ausgaben für Fertigarzneimittel und Rezepturen im Schnitt zwischen 350 und 721 Euro je Cannabis-Patienten betrugen, beliefen sie sich bei Cannabis-Blüten auf 1.708 Euro.

„Cannabis-Blüten sind nicht nur unverhältnismäßig teuer, sondern in der Praxis auch kaum dosierbar, da es verschiedene Sorten, Stärken und Verabreichungsformen gibt“, sagt Marschall. „Blüten sollten daher nicht zum Einsatz kommen, zumal es alternative Cannabis-Präparate gibt.“ / jh

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