Menschen an TU Darmstadt vergiftet
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Das Gebäude L201 auf dem Campus Lichtwiese der TU Darmstadt ist am Morgen abgesperrt. Am Tag zuvor waren hier sechs Menschen mit Vergiftungserscheinungen wie Unwohlsein und Verfärbungen in Kliniken gebracht worden, ein 30 Jahre alter Student befand sich in einem kritischen Zustand.

Sieben Menschen betroffen

TU Darmstadt: Polizei vermutet Giftanschlag - Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Bei mindestens sieben Menschen sind am Montag an der Technischen Universität (TU) Darmstadt Vergiftungserscheinungen aufgetreten. Polizei und Uni vermuten nun, dass es sich um einen Giftanschlag handelt. Untersuchungen sollen Klarheit bringen.

+++ 11.41 Uhr: Im Fall eines mutmaßlichen Giftanschlags an der Technischen Universität Darmstadt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes. Die Polizei richtete die zunächst 40-köpfige Mordkommission mit dem Namen „Licht“ ein, wie sie am Dienstag mitteilte. „Die Ermittlungen laufen derzeit auf Hochtouren und die Polizei tut alles, um zeitnah den oder die Verursacher zu ermitteln.“

Zudem hat das Hessische Landeskriminalamt in den auf einem Uni-Campus in Darmstadt sichergestellten Lebensmitteln Stoffe festgestellt, die zu den Vergiftungserscheinungen geführt haben könnten. Das teilte das Polizeipräsidium Südhessen am Dienstag mit. Um welche Stoffe es sich handelt, gab sie zunächst nicht bekannt. Bei der weiteren Suche in Gebäuden auf dem Campus Lichtwiese der Technischen Universität Darmstadt seien keine weiteren verdächtigen Gegenstände gefunden worden. Bis Dienstagmorgen hätten sich auch keine weiteren Menschen mit Vergiftungserscheinungen gemeldet.

Giftanschlag an TU Darmstadt? - Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes

+++ 9.47 Uhr: Nach den Vergiftungserscheinungen bei mindestens sieben Menschen an der Technischen Universität Darmstadt spricht die Uni von einem mutmaßlichen Giftanschlag. „Wir sind erschüttert angesichts der offensichtlichen Straftat, die sich an unserer Universität ereignet hat“, teilte die Präsidentin der Hochschule, Tanja Brühl, am Dienstag mit.

Nach ersten Ermittlungen der Polizei seien die Betroffenen vermutlich Opfer eines Giftanschlags geworden. „Ich werde so schnell wie möglich mit ihnen persönlichen Kontakt aufnehmen, sofern es ihr Zustand erlaubt.“

Update vom 24. August, 7.55 Uhr: Nach dem Fund eines gesundheitsschädlichen Stoffs in Getränkebehältern an der Technischen Universität Darmstadt dauern die Ermittlungen an. Bis zum frühen Dienstagmorgen suchten Einsatzkräfte auf dem Gelände des Campus Lichtwiese nach weiteren kontaminierten Lebensmitteln, wie die Polizei mitteilte.

Hessen: TU Darmstadt spricht von mutmaßlichem Giftanschlag

Am Montag waren nach Angaben der Polizei mehrere Menschen mit Vergiftungserscheinungen wie Unwohlsein und Verfärbungen in Kliniken gebracht worden. Der Gesundheitszustand eines 30 Jahre alten Studenten sei weiterhin kritisch, hieß es am späten Abend. Um welchen Stoff es sich handelt, soll eine Laboranalyse zeigen. Auch weitere Lebensmittel und Getränke, die auf dem Campus waren, werden untersucht.

Update vom 23. August, 21.14 Uhr: Nachdem mehrere Menschen an der Technischen Universität Darmstadt Vergiftungserscheinungen gezeigt haben, haben Ermittlungen ergeben, dass sich in mehreren Milch-Packungen und Wasserbehältern ein gesundheitsschädlicher Stoff befand. Das teilte die Polizei Südhessen mit. Besonders auffällig sei „der beißende Geruch der betroffenen Flüssigkeiten“, hieß es am Montagabend.

Nach derzeitigem Stand seien die Behälter bereits im Laufe des vergangenen Wochenendes mit dem Stoff versetzt worden. „Um welchen Stoff es sich genau handelt, müssen weitere Untersuchungen zeigen“, hieß es weiter. Einsatzkräfte suchten demnach am Abend auf dem Campus Lichtwiese vorsorglich nach weiteren „kontaminierten Produkten“.

Erstmeldung vom 23. August, 18.54 Uhr:

Darmstadt - Sieben Menschen an der Technischen Universität Darmstadt (Hessen) haben am Montag möglicherweise durch Lebensmittel schwere gesundheitliche Probleme bis hin zu Vergiftungserscheinungen erlitten. Bei einer Person sei die Situation vorübergehend kritisch gewesen, sie sei mittlerweile aber wieder stabil, sagte ein Polizeisprecher.

Sechs Menschen mussten in einem Krankenhaus versorgt werden. Alle seien in einem Haus der Universität gewesen und hätten dort verschiedene Getränke oder Lebensmittel konsumiert. (Lesen Sie hier: Rentner (81) versucht, Tegut mit Vergiftung von Waren zu erpressen)

Hessen: Sieben Menschen mit Vergiftungserscheinungen an TU Darmstadt

Am Abend waren Ermittler weiter dabei, „relevante Gegenstände“ zu sichern, die einer Analyse unterzogen werden sollten, sagte der Sprecher. Dabei handele es sich hauptsächlich um Lebensmittel und Getränke, die in den dortigen Räumlichkeiten konsumiert worden sein könnten. Bisher gebe es noch keinen Hinweis darauf, was der Grund für die Vergiftungserscheinungen sei.

Der Fokus der Ermittler liege auf einer „Art Teeküche“, in der auch Gegenstände gelagert würden - zum Beispiel in einem Kühlschrank. Diese Räumlichkeiten seien frei zugänglich. Ob die Ermittlungen räumlich weiter ausgedehnt werden müssten, sei noch offen. Bis zum Abend hatten sich keine weiteren Personen mit Unwohlsein oder Vergiftungserscheinungen gemeldet.

Die Beamten raten allen, die im Gebäude L201 auf dem Campus Lichtwiese am Montag etwas getrunken oder gegessen haben und sich unwohl fühlen oder bläuliche Verfärbungen der Extremitäten aufweisen, sich umgehend in ärztliche Behandlung zu begeben. Im Fall von Verfärbungen solle man sich möglichst nicht bewegen und sofort den Notarzt anrufen. Auch über Katwarn wurden am Abend alle Hessen gewarnt, die an der TU Darmstadt gegessen haben. Zuvor hatte «hessenschau.de» berichtet. (dpa)

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