Ein Elektrobus im Straßenverkehr
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In Offenbach hat es mit drei E-Bussen Probleme gegeben.

Umstellung im ÖPNV

E-Busse schaffen Steigung nicht - Offenbach zieht dennoch gute Bilanz

Bei der Verkehrswende möchte die Stadt Offenbach Vorreiter sein. Deswegen stellt das Stadtwerke-Unternehmen OVB schrittweise seine Busflotte auf die umweltfreundliche Antriebstechnik um. Zuletzt sind im Mai 2021 neue E-Busse - 17 an der Zahl - zugelassen worden. Der Umstieg soll jedoch nicht so einfach sein.

Offenbach – E-Mobilität wird bei der Stadt Offenbach in Hessen großgeschrieben - vor allem auch im öffentlichen Nahverkehr. Bis Ende 2021 sollen bereits 36 Stadtbusse elektrisch betrieben werden. Das entspreche gut 40 Prozent der gesamten Fahrzeugflotte, wie der Website der Stadt zu entnehmen ist.

Bereits im vergangenen Dezember wurden die ersten sieben Elektrobusse in Offenbach in Betrieb genommen, im Mai dieses Jahres folgten nochmal 17 neue Fahrzeuge. Bei diesen lief jedoch nicht alles ganz rund, wie die Verkehrsbetriebe Offenbach vor Kurzem mitteilten. Im Stadtteil Bieber sollen drei der E-Busse in einer Unterführung den Berg nicht hochgekommen seien. (Lesen Sie hier: Autonom fahrender Bus aus dem Main-Kinzig-Kreis im Test: So schlägt sich das Gefährt)

Offenbach: Ausfälle von drei E-Bussen - Stadt zieht dennoch gute Bilanz

Wie in der Meldung zu lesen ist, mussten die Fahrzeuge abgeschleppt werden. „Ein wichtiger Sicherheitsmechanismus, die sogenannte Haltestellenbremse, die üblicherweise das Anfahren bei noch geöffneten Türen verhindert, ist angesprungen, um an der starken Steigung ein zurückrollen des Busses zu verhindern“, heißt es weiter.

Die Vermutung, ob der umweltfreundlichere ÖPNV doch schwächer als herkömmliche Transportmittel sei, entkräftete Stadt Offenbach jedoch, wie op-online berichtet. Es spiele keine Rolle, ob es sich um Verbrenner-Motoren oder elektrische Fahrzeuge handelt. Solche Vorfälle seien bei neuen Bussen normal, heißt es in einer Stellungnahme. Hinzu käme, dass sich die Busse noch in einer Inbetriebnahmephase von insgesamt 30 Tagen befanden.

24 Elektrobusse sind beim ÖPNV in Offenbach schon im Einsatz

In der Vergangenheit kam es bei nichtelektrischen Wägen in dieser Phase zum Beispiel zu Wasserverlust in der Kühlung oder Problemen mit dem Gaspedal, wobei der Hersteller in der Pflicht ist nachzubessern.

Auf ihrer Website bestätigt die Stadt, dass die defekten Elektro-Busse in Offenbach repariert wurden. „Gemeinsam mit einem Techniker des Herstellers Solaris konnte schnell eine Lösung gefunden werden, die einerseits den Einsatz des Sicherheitsmechanismus ermöglicht und andererseits das Anfahren nicht verhindert.“ Solche Probleme solle es wohl künftig nicht mehr auftreten. Kosten seien dabei für die Stadt nicht angefallen.

Laut op-online ziehen die Verkehrsbetriebe Offenbach insgesamt eine gute Bilanz zu den Elektrobussen. 250.000 Kilometer hätten die Fahrzeuge gemeinsam bereits zurückgelegt, und das, abgesehen von den Ausfällen in Bieber, ohne Probleme. Damit der ursprüngliche Plan, bis 2021 36 E-Busse in Offenbach in Betrieb zu nehmen, aufgehe, müssten noch 15 Fahrzeuge zu der Verkehrsflotte dazustoßen. (hes)

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