Hessen spürt den Klimawandel – Juli bringt Hitzerekord und Dürre

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Region - Im Juli hat Hessen die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen: Rekordhitze, Dürre und Unwetter machten den Menschen zu schaffen. Am 5. Juli wurde nicht nur ein neuer deutscher Hitzerekord aufgestellt, sondern auch ein hessischer.

In Frankfurt-Westend kletterte die Temperatur auf 39 Grad – noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1881 war es in Hessen heißer. In der sengenden Sonne nahmen an diesem Tag über 2600 Sportler an dem Ironman-Wettbewerb teil, einer von ihnen brach im Ziel zusammen und starb vier Tage später. Die Juli-Durchschnittstemperatur habe drei Grad über dem Mittel der Jahre 1961 bis 1990 gelegen, der internationalen Vergleichsperiode, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag mit. Im bayerischen Kitzingen war es noch heißer – dort gab es am selben Tag mit 40,3 Grad einen neuen bundesdeutschen Spitzenwert. Sonne gab es reichlich, der DWD registrierte 244 Sonnenstunden, 40 Stunden mehr als üblich. Regen gab es dagegen viel zu wenig – landesweit waren es 59 Liter pro Quadratmeter, 14 Liter weniger als normal. Besonders betroffen ist das Rhein-Main-Gebiet, wo in vielen Grünanlagen die Rasenflächen verdorrt sind. Die Landwirte erwarten eine deutlich geringere Getreideernte, Forstleute fürchten um den Waldnachwuchs. Jeder dritte im Frühjahr gepflanzte Jungbaum droht zu vertrocknen. „Schon jetzt steht fest, dass es Ausfälle geben wird“, sagte Michael Gerst, Chef des Landesbetriebs Hessen-Forst, der Deutschen Presse-Agentur. 40 Waldbrände gab es seit Monatsbeginn. Der Schaden hält sich in Grenzen, weil die Feuerwehr rasch löschte.

Mehrere heftige Unwetter zogen über Hessen. Am letzten Juli-Wochenende fegte ein Sommersturm über das Land, Konzerte wurden abgesagt, etliche Bäume entwurzelt. Eine Autofahrerin wurde im südhessischen Babenhausen leicht verletzt, als ein Baum auf die Straße stürzte. / dpa

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