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Hessische Schüler fordern Lockerung von Handy-Verboten

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Wiesbaden - Zwischendurch eine SMS schicken, schnell die Mails checken: Für viele Kinder und Jugendliche ist dies in der Schule tabu. Ob die Geräte nur im Unterricht ausgeschaltet bleiben müssen oder auch in den Pausen, entscheidet jede Schule selbst.

Die hessischen Schüler fordern eine Lockerung von Handy-Verboten an den Schulen im Land. Zumindest in den Pausen müsse es erlaubt werden, auf die Telefone zu schauen, sagte die Landesschulsprecherin Svenja Appuhn am Donnerstag in Wiesbaden. An vielen Schulen herrsche ein komplettes Nutzungsverbot für Handys, nicht nur im Unterricht. Bei Verstößen werden die Geräte nach den Worten von Appuhn eingesammelt und oft erst kurz bevor die Schule schließt oder am nächsten Tag an die Kinder oder deren Eltern zurückgegeben. Pädagogische Nutzung von Smartphone und Co.? Hier fordert die Schülervertretung, dass die Geräte bereits nach dem jeweils eigenen Unterrichtsende der Schüler wieder ausgehändigt werden. Appuhn forderte zudem, Handys stärker in den Unterricht einzubeziehen. Smartphones seien für viele Schüler ein ganz selbstverständlicher Gebrauchsgegenstand und könnten daher auch pädagogisch genutzt werden. Jede Schule kann die Vorgaben zum Umgang mit Handys selbst regeln, wie das hessische Kultusministerium in Wiesbaden mitteilte. Dies werde in der Schulordnung festgeschrieben, die von der Schulkonferenz verabschiedet wird. Der Schulelternbeirat und der Schülerrat sind laut Ministerium zu den Regeln anzuhören. Forderung nach gleicher Anzahl von Sitzen in Konferenz Appuhn kritisierte, dass Eltern und Schüler in der Schulkonferenz, dem wichtigsten Gremium einer Schule, unterrepräsentiert seien. Die Lehrer hätten die absolute Mehrheit. “Wir fordern eine Drittelparität”, sagte die Landesschulsprecherin. Erst wenn Schüler, Eltern und Lehrer sich die Sitze gleichmäßig teilten könne man von einer demokratischen Schule sprechen. Unterstützung kommt von der SPD-Landtagsfraktion: “Demokratie muss von der Schulgemeinde gelebt werden, diese nur auf den Stundenplan zu schreiben genügt nicht”, erklärte sie. Die CDU-Fraktion teilte mit, es gebe bereits heute zahlreiche Möglichkeiten für Schüler, sich mit ihren Vorstellungen, Ideen und Interessen aktiv einzubringen. / dpa

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