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Hessisches Handwerk boomt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Wiesbaden - Das hessische Handwerk blickt nach dem Konjunkturbericht des Hessischen Handwerkstages (HHT) zum siebten Mal in Folge auf ein wirtschaftlich gut verlaufenes Jahr zurück und schaut mit Optimismus auf das Jahr 2018.

Laut HHT-Präsident Bernd Ehinger berichteten 88,7 Prozent der befragten Betriebsinhaber in 2017 über eine zufriedenstellende bis gute Geschäftslage. Im Jahr 2016 waren es mit 86,5 Prozent gut zwei Prozentpunkte weniger.

„In Hessen wird anhaltend viel in die Sanierung von Bestandsimmobilien oder neue Wohn- und Gewerbebauten investiert“, sagte Ehinger. Entsprechend überdurchschnittlich zufrieden seien die Bau- und Ausbauhandwerke. Aufgrund des sich verschärfenden Fachkräftemangels würden zahlreiche Betriebe allerdings mittlerweile an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Das hessische Handwerk sei auch für 2018 weiter optimistisch und rechne mit einer Steigerung des Umsatzes um etwa drei Prozent. Insbesondere die Handwerksgruppen Bau und Ausbau sollten Ehinger zufolge im gerade begonnenen Jahr nach wie vor führend in der Handwerkskonjunktur sein.

Viele Menschen würden in Sachwerte und energetische Modernisierungen an selbst genutzten oder vermieteten Immobilien investieren. Zudem würden die weiterhin hohe Zahlen in der Baugenehmigungsstatistik den andauernden Immobilienboom in Neubau und Sanierung belegen.

Im Zählzeitraum von Anfang Oktober 2016 bis Ende September 2017 konnten nach Angaben Ehingers bei den drei hessischen Handwerkskammern 10.390 neue Lehrverträge, darunter circa 900 mit Flüchtlingen aus den Hauptherkunftsländern, eingetragen werden. Dies entspricht einem Zuwachs von 3,4 Prozent.

Die Steigerung sei eine bemerkenswerte Leistung der Betriebe, für die es angesichts der rückläufigen Schulabgängerzahlen und des steigenden Anteils von Abiturienten immer schwieriger werde, Ausbildungsplätze zu besetzen, meinte Ehinger, der gleichzeitig auf die über 800 freien Lehrstellen im hessischen Handwerk verwies.

In Sachen Breindbandausbau äußerte HHT-Vizepräsident Jochen Honikel die Hoffnung, dass es nach bayerischem Vorbild künftig auch in Hessen einen Zuschuss für kleine und mittlere Unternehmen für ihre interne Digitalisierung geben werde.

Doch es gibt auch Grund zur Sorge: „Unter den Handwerksbetrieben herrscht erhebliche Verunsicherung, wie es um den Fortbestand ihrer Fahrzeugflotten steht, die mehrheitlich aus Diesel-Fahrzeugen bestehen“, sagte Handwerkspräsident Ehinger.

Trotz der Haltung der hessischen Landesregierung gegen ein generelles Fahrverbot für Dieselfahrzeuge gebe die aktuelle Diskussion Anlass zur Sorge, denn auch die Einführung einer „Blauen Plakette“ würde das Handwerk schwer treffen. / mlo

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