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Kälte lässt Zugvögel in Hessen stranden

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Zugvögel fliegen über ein Feld. Foto: Frank Molter
Zugvögel fliegen über ein Feld. Foto: Frank Molter

Hessen - Sie hatten auf milde Frühlingstemperaturen gesetzt, doch nun sitzen sie fest: Tausende Zugvögel sind wegen des erneuten Kälteeinbruchs in Hessen gestrandet. Ihre Situation sei dramatisch, sagte der Biologe Stefan Stübing von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) am Mittwoch.

Die Kiebitze, Singdrosseln und Schwarzkehlchen fänden bei Minus-Temperaturen kaum Nahrung. Sie seien eigentlich auf dem Weg nach Norden und Osten, wo sie den Sommer verbrächten, doch die Kälte halte sie in Hessen und anderen westdeutschen Bundesländern fest. Die geschwächten Vögel würden derzeit auf Spielplätzen und anderen Rasenflächen sogar an dicht befahrenen Straßen gesichtet, wo sich die scheuen Tiere normalerweise nicht aufhalten würden. Viele würden überfahren. „Die Telefone bei uns stehen nicht mehr still“, sagte Stübing. Insbesondere aus Nordhessen gebe es zahlreiche Meldungen, Schwarzkehlchen seien dort zu Tausenden gestrandet. „Das haben wir so noch nicht erlebt.“ Reserven für einen Rückflug hätten die Tiere nicht. Einigen sei gerade noch der Rückflug aus dem noch kälteren Ostdeutschland gelungen, nun seien ihre Akkus leer. Stübing riet davon ab, die Vögel einzufangen und aufpäppeln zu wollen. Besser sei, im Garten Haferflocken, Apfelstücke oder Mehlwürmer auszulegen. Bereits am Dienstag hatte der Nabu Landesverband berichtet, bis zu 10.000 rastende Singdrosseln seien aus Nordhessen gemeldet worden. Der Nabu erwartet, dass sich der „Zugstau“ mit steigenden Temperaturen zum Wochenende auflöst.

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