Kultusminister gibt keine Empfehlung für Frankreich-Klassenfahrten

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Wiesbaden - Eine Klassenfahrt soll keine Belastung sein – und vielleicht sogar Spaß machen. Ob Schüler und Lehrer angesichts der Terroranschläge derzeit nach Paris fahren möchten – das muss jede Klasse für sich entscheiden. Die Lehrergewerkschaft fordert eine Empfehlung.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) gibt den Schulen in Hessen keine Empfehlung, ob sie ihre geplanten Klassenfahrten nach Frankreich absagen sollen. Das Ministerium halte sich an die jeweils aktuelle Reiseempfehlung des Auswärtigen Amtes, sagte ein Ministeriumssprecher auf dpa-Anfrage in Wiesbaden. Bislang seien dem Ministerium Absagen oder Verschiebungen von geplanten Reisen aber nicht bekannt. Eine Reisegruppe, die ausdrücklich angefragt hatte, habe nach Rücksprache mit den Sicherheitsbehörden ihre Fahrt nach Paris angetreten.

Die Lehrergewerkschaft GEW in Hessen fordert dagegen von den Verantwortlichen eine „angemessene Empfehlung“, ob eine Klassenfahrt nach Paris derzeit sicher ist oder nicht. „Das Spannungsbild liegt ja zwischen ,jetzt erst recht‘ und die Sorge um die Jugendlichen und Lehrer“, sagte der Vorsitzende Jochen Nagel in Frankfurt. „Nur: Ich kann das ja überhaupt nicht einschätzen.“

Über mögliche Ängtse sprechen

Stehe eine Klassenfahrt etwa nach Paris an, könnte es durchaus sein, dass Eltern angesichts der Terroranschläge vom 13. November Angst hätten oder Lehrer verunsichert seien. Und teilweise gehe es ja auch ums Geld, etwa, wenn eine Fahrt abgesagt wird. „Viele Eltern legen sich ja quer, um so etwas zu bezahlen.“ Eine Absage müsse dann schon aus guten Gründen geschehen.

Der hessische Landeselternbeirat plädiert dafür, dass sich vor einer Klassenfahrt alle Beteiligten zusammensetzen und über mögliche Ängste sprechen. Auch wenn es derzeit eine abstrakte Terrorgefahr für Großstädte gebe, würde er nicht pauschal von Klassenfahrten dorthin abraten, sagte der Vorsitzende Reiner Pilz.

„Dass man sich derzeit Sorgen macht, etwa wenn es nach London geht, das kann ich schon verstehen.“ Wichtig sei vor allem, dass die Klassenfahrt für die Kinder nicht zu einer Belastung wird. „Es soll ja Spaß machen.“ / dpa

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