Nach Massenschlägerei unter Flüchtlingen: Lage in Caldener Zeltstadt bleibt ruhig

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Kassel - Bei Massenschlägereien in der Flüchtlingsunterkunft Kassel-Calden sind am Sonntag 14 Menschen verletzt worden, darunter drei Polizisten. Mehrere hundert Menschen verschiedener Nationalitäten waren an der stundenlangen Auseinandersetzung beteiligt. Die Beteiligten schlugen unter anderem mit Stöcken aufeinander ein und sprühten Reizgas.

Nach der Massenschlägerei in einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Calden am Sonntagabend ist es in der Nacht zu Montag ruhig geblieben. Es habe keine Vorkommnisse mehr gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Die Angehörigen einer Volksgruppe seien in verschiedene Ausweichquartiere in der Region gebracht worden.

Wohin genau, sagte der Polizeisprecher nicht. Am Sonntagabend hatten sich 300 Flüchtlinge mit 70 anderen geprügelt. Bereits am Nachmittag waren die Gruppen aneinandergeraten. Ein knappes Dutzend Flüchtlinge und drei Polizisten wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt. Bis zu 50 Polizisten waren auf dem Gelände des alten Flughafens Calden im Einsatz.

Am Mittag sei es während der Essenausgabe in der Kantine zunächst zu einer Rangelei zwischen zwei Bewohnern gekommen, berichtete ein Polizeisprecher. Dieser Streit habe am frühen Nachmittag eine Auseinandersetzung von zwei Gruppen zweier Nationalitäten ausgelöst. Jeweils rund 60 Menschen auf beiden Seiten seien aufeinander losgegangen. Acht seien dabei verletzt worden. Die Polizei habe die Lage zunächst beruhigt.

Unbeteiligte Flüchtlinge fliehen ins Freie

Am Abend eskalierte die Gewalt erneut. Diesmal hätten sich 70 auf der einen und 300 Menschen auf der anderen Seite gegenüber gestanden, sagte der Polizeisprecher. Aus beiden Gruppen sei Reizgas gesprüht worden. Drei Bewohner und drei Polizisten seien verletzt worden.

Erst nach mehreren Stunden sei es der Polizei gelungen, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Festnahmen habe es keine gegeben. Mehrere Schutzsuchende, die der Gewalt ausweichen wollten, hätten sich ins Freie geflüchtet und dort bis zum Abend ausgeharrt.

In der Unterkunft in Calden sind nach Informationen der Polizei rund 1500 Flüchtlinge aus etwa 20 Nationen untergebracht. Erst vor zwei Wochen hatten sich dort mehrere Flüchtlinge gegenseitig mit Reizgas angegriffen. Rund 60 von ihnen, darunter auch Kinder, wurden verletzt. Einlasskontrollen wie in anderen Flüchtlingsunterkünften gibt es in Kassel-Calden nicht. Die beauftragte Sicherheitsfirma äußerte sich zunächst nicht zu den Vorfällen. / dpa

Das könnte Sie auch interessieren