Nicht gut, aber kein Drama: Spargel-Ernte fällt in diesem Jahr geringer aus

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Darmstadtt - Dieses Jahr wurde der Spargel nicht so sehr vom Wetter verwöhnt. Die Ernte ging im Vergleich zum Vorjahr zurück, heraus kommt wohl eine Durchschnittsmenge. Neu für die Branche war der Mindestlohn.

Nach dem „Traumjahr“ 2014 rechnen die Spargelanbauer in Hessen mit einer zwischen 10 und 15 Prozent geringeren Ernte. Sie dürfte dieses Mal bei schätzungsweise 10 000 Tonnen liegen, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt. Dies sei aber kein Drama. „2015 war ein normales, kaltes Jahr.“ Der Hessische Bauernverband rechnet mit einem ähnlichen Rückgang. „Die Saison ist nicht schlecht“, meinte Generalsekretär Peter Voss-Fels.

Die Spargelsaison geht offiziell an diesem Mittwoch (24. Juni), dem Johannistag, zu Ende. Bei einigen wenigen Anbietern gibt es Spargel auch noch ein paar Tage länger. In Hessen konzentriert sich der Anbau auf den Süden. In den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und Bergstraße stimmt das Klima, dazu gibt es sandige Böden. Angebaut wird auf etwa 2000 Hektar.

Ein Nachteil war dieses Jahr das frühe Osterfest, zu dem Spargel noch nicht in großen Mengen zur Verfügung stand. Dadurch ging den Landwirten einiges an Verkäufen durch die Lappen. „Pfingsten war dann ein gutes Geschäft“, sagte Meinhardt.

2013 hatte die Erntemenge laut Bauernverband bei 9500 Tonnen gelegen, davor bei 9600 Tonnen. 2009 war ein Spitzenwert von 12 000 Tonnen erzielt worden, ähnlich wie im „Traumjahr“ 2014.

Erstmals hatten es die Bauern dieses Jahr mit dem Mindestlohn zu tun, der in der Landwirtschaft mit 7,40 Euro die Stunde startete. „Die Bauern müssen sich damit arrangieren“, meinte Meinhardt. Pro Kilo sei im Direktverkauf der Preis um etwa 20 Cent gestiegen. Für Voss-Fels hat „die Bürokratie des Mindestlohns“ Bauern das Leben schwer gemacht. Ein Stundenlohn von 7,40 Euro bedeute im Vergleich zu 2014 etwa ein Plus von einem Euro. „Das kann man auch nicht ohne weiteres am Markt umsetzen.“ / dpa

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