Rhönschaf und Co auf dem Vormarsch: Hessen will Vermarktung von regionalen Lebensmitteln verbessern

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Wiesbaden - Hessen will den Vertrieb und die Vermarktung von regionalen und ökologischen Lebensmitteln verbessern. Ziel des Projekts sei es, für einen stärkeren Absatz Großküchen als Partner der heimischen Landwirtschaft zu gewinnen, erklärte Agrarministerin Priska Hinz (Grüne) am Montag in Wiesbaden.

So könne konstanter der Anteil regionaler Lebensmittel im heimischen Markt sichergestellt werden. Zudem soll die Direktvermarktung der Produkte über das bekannte Konzept des Hofladens erweitert werden. Die Marketinggesellschaft Gutes aus Hessen soll zusammen mit drei Partnern in den nächsten drei Jahren das Konzept umsetzen. Die Ministerin stellt dafür Mittel von knapp 660.000 Euro zur Verfügung.

Verbraucher würden stärker denn je den Bezug zu den Ursprüngen ihrer Lebensmittel suchen. „Bio und regional sind zwei Seiten einer Medaille: Eine entscheidende Voraussetzung für den Verkauf heimischer Lebensmittel, auch der ökologisch produzierten, ist eine funktionierende regionale Vertriebsstruktur“, betonte Hinz. Bisher können Verbraucher noch nicht überall in Hessen ganz selbstverständlich regionale und ökologische Produkte kaufen, die auch aus Hessen kommen.

Das liegt zum einen an Defiziten in der Vermarktung, zum anderen fehlen rein hessische Wertschöpfungsketten. „Die regionale Vermarktung muss besser werden. Ich bin sehr optimistisch, dass wir mit dem heute vorgestellten Projekt in drei Jahren den Anteil hessischer Produkte im heimischen Markt deutlich steigern werden“, sagte die Landwirtschaftsministerin. „Die hessischen Direktvermarkter werden offensiver an die Verbraucher herantreten müssen.“

Absatzwege verbessern, Direktvermarkter beraten

Die Vereinigung der Hessischen Direktvermarkter (VHD) ist einer der drei Partner, der mit der Marketinggesellschaft Gutes aus Hessen das Konzept umsetzen soll. Im Landkreis Fulda sind zum Beispiel die Milchschäferei Herbertsmühle von Jörg und Grudrun Diener in Kirchhasel und die Beerenobstgemeinschaft von Manfred Münker in Schletzenhausen im VHD organisiert. Die Herbertsmühle verkauft zum Beispiel Rohmilchkäse, Fleisch und Wollprodukte

Das Projekt besteht den Angaben zufolge aus drei Säulen: Zum einen sollen die verschiedenen Akteure im Ökolandbau vernetzt werden. Darüber hinaus sollen die Absatzwege verbessert werden. Dazu gehört, mehr hessische Rohstoffe an hessische Verarbeiter von Lebensmitteln zu liefern, damit am Ende der Wertschöpfungskette mehr hessische Produkte mit dem Siegel „Geprüfte Qualität Hessen“ oder dem „Biosiegel Hessen“ in den Supermarktregalen liegen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist die Beratung der Direktvermarkter: „Wir wollen die landwirtschaftlichen Betriebe motivieren, ihre Erzeugnisse verstärkt direkt zu verkaufen. Neben den Ausgangsprodukten gilt das vor allem für verarbeitete Lebensmittel wie Marmelade aus eigenen Erdbeeren oder Käse aus eigener Milch“, sagte die Ministerin. Die Projektpartner würden mit Schulungen und Beratungen die Erzeuger an dieser Stelle unterstützen, um langfristig neue Vertriebswege wie mobile Verkaufswagen für Mittagsverpflegung oder einen BioRegio-Lieferservice aufzubauen. / dpa, sar

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