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Taxi-Vereinigung fürchtet Insolvenzen als Folge von Corona-Pandemie

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Frankfurt - Gähnende Leere in der Ankunftshalle des Frankfurter Flughafens, abgesagte Messen, geschlossene Hotels – was bedeutet das für die Taxibetriebe der Mainmetropole? Viele Fahrer warten stundenlang auf Kunden. Hinzu kommt die Angst vor dem Virus.

Nach jeder Fahrt greift Ahmed Mansoor erst einmal zu der Sprühflasche mit Desinfektionsmittel. Damit säubert der selbstständige Taxiunternehmer aus Frankfurt die Türgriffe seines Wagens, ebenso den hinteren Teil des Fahrzeugs, wo sein Fahrgast saß. Die Einweghandschuhe werden regelmäßig gewechselt, und eine Schutzmaske zu tragen, ist für Mansoor mittlerweile selbstverständlich geworden.

Angst, dass die Reinigung für den nächsten Passagier zu lange dauert, muss er nicht haben: Wo sonst vor dem Frankfurter Hauptbahnhof eine Reihe wartender Reisender mit Rollkoffern oder Aktentasche stand, herrscht nun Leere. Die meisten Fahrer, die derzeit am Frankfurter Hauptbahnhof stehen, stehen in kleinen Gruppen zusammen.

Umsätze um 90 Prozent zurückgegangen

„Die Umsätze sind um 90 Prozent zurückgegangen“, schätzt Mansoor. „Letzte Woche konnte ich vor dem Bahnhof in zwölf Stunden zwei Fahrten machen – das sind 25 bis 30 Euro Umsatz. Damit sind die Kosten überhaupt nicht zu decken.“

Der Taxiunternehmer mit 20-jähriger Berufserfahrung sitzt jetzt wieder selbst hinter dem Steuer. Vor der Corona-Krise betrieb er zusätzlich einen Imbiss in der Nähe des Flughafens zur Versorgung von Taxifahrern. Früher habe er mehr als 200 Kunden am Tag gehabt, erzählt er, mittlerweile käme kein einziger. „Jetzt fahre ich wieder Taxi – aber das bringt auch nichts.“

Weitermachen für ein paar Monate

Bereits im März hatte etwa die Taxivereinigung Frankfurt gewarnt, es drohe eine große Reihe von Insolvenzen der mehr als 1100 Taxibetriebe in der Mainmetropole, die mit rund 5500 Arbeitsplätzen verbunden sind. Die Hoffnung liege derzeit auf den Soforthilfen von Bund und Land für Selbstständige, sagt auch der selbstständige Taxiunternehmer Ahmadullah Helmand. „Wenn die Hilfe der Bundesregierung kommt, kann man für ein paar Monate weitermachen. Die Betriebskosten laufen ja weiter.“

„Wir haben eigentlich von den Messe- und Geschäftsleuten gelebt“, blickt Mansoor auf die früheren Zeiten zurück. „Wenn die wegbleiben, haben wir keine Arbeit.“ Er fürchtet: „Wenn das noch zwei Monate so weitergeht, werden Sie kein Taxi mehr auf der Straße sehen.“

„Wenn 90 Prozent der Kundschaft wegbleibt, dann ist es sehr schwierig“, fürchtet auch der ebenfalls selbstständige Helmand um das wirtschaftliche Überleben. „Ich warte drei, vier Stunden für eine Fahrt. Wenn es so weiter geht, geht das ganze Geschäft kaputt.“

Nur eine Fahrt am Flughafen

Am Flughafen etwa könne es vorkommen, dass bei einem zwölfstündigen Arbeitstag gerade mal eine Fahrt herauskommt. Zwar gebe es Kunden, die derzeit die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln scheuen und lieber in ein Taxi steigen – aber bei diesen Strecken kämen meist auch nicht die entsprechenden Umsätze heraus, so Mansoor.Nach jeder Fahrt greift Ahmed Mansoor erst einmal zu der Sprühflasche mit Desinfektionsmittel. Damit säubert der selbstständige Taxiunternehmer aus Frankfurt die Türgriffe seines Wagens, ebenso den hinteren Teil des Fahrzeugs, wo sein Fahrgast saß. Die Einweghandschuhe werden regelmäßig gewechselt, und eine Schutzmaske zu tragen, ist für Mansoor mittlerweile selbstverständlich geworden. / dpa

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