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Trend stark rückläufig: Selbstanzeigen von Steuerbetrügern brachten Hessen 2015 90 Millionen Euro

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

WIESBADEN - Selbstanzeigen von Steuerbetrügern haben Hessens Kasse erneut klingeln lassen. 2015 nahm das Land rund 90 Millionen Euro zusätzlich ein. Im Jahr zuvor war der Betrag allerdings noch deutlich größer.

Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) hat am Freitag in Wiesbaden die Bilanz für das Jahr 2015 zu den in Hessen eingegangenen Selbstanzeigen zu Kapitalanlagen in der Schweiz vorgestellt. „Auch im vergangenen Jahr haben jeden Tag in Hessen Steuersünder ihre Schuld eingestanden, sich ehrlich gemacht und selbst angezeigt“, erklärte der Minister. Im abgelaufenen Kalenderjahr sind in der hessischen Steuerverwaltung insgesamt 1.033 Selbstanzeigen eingegangen. Daraus resultieren vorläufig zusätzliche Steuereinnahmen von rund 90 Millionen Euro.

Schäfer erläuterte, dass er häufig nach den Motiven gefragt werde, warum die Steuerhinterzieher den Weg zurück in die Steuerehrlichkeit wählten. Denn die Summe der Mehrsteuern sei zwar rückläufig, aber immer noch nennenswert. „Hier können wir nur Vermutungen anstellen, um zu erklären, was die Steuerhinterzieher antreibt. Plausibel aber scheint, dass sie länger brauchen, um alle Karten auf den Tisch zu legen, um alle Unterlagen präsentieren zu können“, so der Finanzminister. Vermutlich fürchteten die Steuerbetrüger harte Strafen und wollten deshalb wohl auf Nummer sicher gehen und erst gestehen, wenn sie alle Unterlagen für eine umfassende Selbstanzeige gesammelt haben.

2014 mehr als dreimal so viele Selbstanzeigen

Zum Vergleich: 2014 lag die Anzahl der in Hessen eingegangenen Selbstanzeigen bei insgesamt 3.495 und die Höhe der darauf vorläufig festgesetzten zusätzlichen Steuereinnahmen bei rund 220 Millionen Euro.

„Es ist schlimm, dass sich so viele an der Gemeinschaft vergehen und nur den illegal erzielten eigenen Vorteil im Kopf haben“, sagte der Minister. Jeder Euro, der durch Selbstanzeigen eingenommen werden könne, komme dem Gemeinwesen zugute. „Denn eine Sache sollten wir nie vergessen: Die Selbstbereicherung der Steuerbetrüger geht zu Lasten aller ehrlichen Bürgerinnen und Bürger. Das sind Gelder, die uns für sinnvolle staatliche Investitionen fehlen“, betonte Schäfer abschließend. / pm, sps

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