Verfahren wegen Mord und Totschlag in Hessen dauern immer länger

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Frankfurt - Die Verfahren um Kapitalverbrechen wie Mord oder Totschlag dauern bei den Schwurgerichtskammern des Landgerichts Frankfurt immer länger.

Die durchschnittliche Verfahrensdauer zwischen Anklageerhebung und einem Urteilsspruch habe sich im vergangenen Jahr von 9,5 auf 13,3 Monate erhöht, sagte Gerichtssprecher Werner Gröschel. Ursache ist nach seinen Angaben unter anderem die hohe Zahl von Angeklagten oder Zeugen, die nicht oder kaum Deutsch sprechen. „Der Einsatz eines Dolmetschers bringt zwangsläufig Verzögerungen mit sich“, sagte Gröschel.

Darüber hinaus ließen sich immer mehr Angehörige von Opfern als Nebenkläger von einem Anwalt vertreten, was ebenfalls zu Verzögerungen führe. Die Tatsache, dass bei Mord- und Totschlagsdelikten in vielen Fällen eine Suchtproblematik oder andere psychische Hintergründe eine Rolle spielten, mache auch den zeitaufwendigen Einsatz eines psychiatrischen Gutachters notwendig, sagte Gröschel. / dpa, js

Das könnte Sie auch interessieren