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Ein Werk steht vorerst still: K+S bremst Kaliproduktion wegen Trockenheit

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Kassel/Heringen - Die extreme Trockenheit während dieses Sommers beeinträchtigt die Kaliproduktion: Der Dünger- und Salzkonzern K+S fährt die Produktion herunter. An einzelnen Standorten des Verbundwerks Werra werden die Arbeiten unterbrochen.

Wegen der außergewöhnlich geringen Wasserführung der Werra stehe am Standort Wintershall ein Hauptentsorgungsweg nicht mehr in ausreichendem Umfang zur Verfügung, teilt ein Sprecher des Konzerns mit. Der Standort Wintershall wurde am Montagvormittag heruntergefahren, dort kann vorerst nicht mehr produziert werden.

Die Produktionsmenge im Werra-Gebiet ist von der Möglichkeit abhängig, Salzabfälle zu entsorgen: durch Versenkung im Boden, durch das Wegfahren von Salzlauge mit Lastern und vor allem aber durch Einleitung in die Werra. Dabei ist das Unternehmen auf ausreichend Wasser im Fluss angewiesen: Ein Durchfluss von 40.000 Litern pro Sekunde gilt als Minimum, zuletzt waren es nur 6800. „Nur, weil eine neue Anlage zur Reduzierung von Abwässern in Betrieb ging und mehr Rückstände abtransportiert wurden, hat man nicht schon früher die Produktion herunterfahren müssen“, erklärt der Sprecher.

Bis zu 1,5 Millionen Euro Verlust pro Tag

Die Auswirkungen pro Tag Produktionsstillstand in einem Werk auf den Gewinn (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) beziffert K+S auf bis zu 1,5 Millionen Euro. Bisher ging das Unternehmen von einem Gewinn von insgesamt 660 bis 740 Millionen Euro für das Jahr 2018 aus.

Bis zu 400 Mitarbeiter sind im Werk Wintershall betroffen. Sie sollen nun zunächst Überstunden und Urlaubstage abbauen. Zudem prüfe man Kurzarbeit, sagte der K+S-Sprecher. Zuletzt war es 2017 zu einer Produktionsunterbrechung wegen Niedrigwasser in der Werra gekommen. Damals stand das Werk Hattorf knapp drei Wochen still.

Unterbreizbach und Hattorf produzieren weiter

Wintershall ist einer von drei Standorten in der Region. Die anderen Werke (Hattorf in Hessen und Unterbreizbach in Thüringen) können vorerst weiter produzieren. Doch hält die niedrige Wasserführung an, so muss auch die Produktion in Hattorf runtergefahren werden. In Unterbreizbach könne laut K+S-Sprecher nach der Prognose am Montag weiter produziert werden.

K+S unternimmt alle Anstrengungen, um die Produktion am Werk Werra so schnell wie möglich wieder zu steigern. Zusätzliche Maßnahmen zur Abwasserentsorgung werden derzeit geprüft.

Ein Kalender auf der K+S-Internetseite gibt einen Überblick der aktuellen Produktion an den einzelnen Standorten des Werkes Werra. / dpa, jh

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