Tausende Motorradfahrer haben in Wiesbaden gegen ein mögliches Fahrverbot demonstriert.
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Tausende Motorradfahrer haben in Wiesbaden gegen ein mögliches Fahrverbot demonstriert.

Osthessische Biker dabei

Tausende Biker bei Motorraddemo in Wiesbaden

Mehr als doppelt so viele Biker wie erwartet haben in Wiesbaden unter anderem gegen mögliche Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen demonstriert. Die Motorradfahrer übergaben auch eine Petition.

Wiesbaden - Tausende Biker aus ganz Hessen haben am Samstag in Wiesbaden gegen eine vom Bundesrat geforderte strengere Regulierung von Motorradlärm demonstriert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl am Nachmittag auf etwa 7500, die Veranstalter sprachen von knapp 10.000 Motorradfahrern. „Deutlich mehr als erwartet“, hieß es aber von beiden Seiten.

Unter dem Motto „Wir sind gegen das geplante Fahrverbot für Motorräder“ hatte der Veranstalter „BifF – Biker for Freedom“ ursprünglich lediglich mit bis zu 3000 Motorrädern gerechnet. Die Biker übergaben den Veranstaltern zufolge auch eine Petition an einen Vertreter des hessischen Wirtschaftsministeriums.

Motorrad-Demo in Wiesbaden: Osthessische Biker dabei

Die Demonstrationsfahrt war nach Angaben der Polizei pünktlich gestartet, mehrere Straßen in der Innenstadt wurden zeitweise gesperrt. Als Aufstellfläche für die Motorräder war die Mainzer Straße in Wiesbaden nicht nur wie erst geplant in Richtung Stadtmitte, sondern auch stadtauswärts gesperrt worden. Zeitweise sei es daher auch zu einem Rückstau gekommen. Die Demonstration verlief ohne größere Vorkommnisse, wie die Polizei am Ende der Veranstaltung mitteilte. Es sei am Rande der Demo zu zwei kleineren Unfällen mit Sachschaden gekommen, sagte der Sprecher.

Osthessische Biker demonstrieren mit

Dirk Naumann von der BifF Orga Osthessen erzählt: „Gestartet sind wir mit lediglich 100 Motorrädern, unterwegs haben sich aber noch ein paar Gruppen eingereiht, so dass wir bei Ankunft in Mücke circa 250 Motorräder waren.“ Zusammen mit Motorrädern aus Nordhessen ging es weiter nach Wiesbaden, berichtet Naumann.

Die Bundesländer hatten sich mit einem Beschluss im Bundesrat Mitte Mai dafür eingesetzt, dass Motorräder weniger Lärm verursachen. Die zulässigen Geräuschemissionen sollen auf einen Wert begrenzt werden, der in etwa der Lautstärke eines vorbeifahrenden Lkw oder eines Rasenmähers entspricht. Auch Tuning, das sich erheblich auf die Lautstärke auswirkt, soll härter bestraft werden.

Tausende Motorradfahrer haben in Wiesbaden gegen ein mögliches Fahrverbot demonstriert.

Der Bundesrat will zudem beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen ermöglichen. Die Bundesregierung entscheidet nun, ob sie die Anregung umsetzen will. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht den Beschluss kritisch und hatte sich gegen weitere Verbote für Motorradfahrer ausgesprochen. Auch die FDP-Fraktion im hessischen Landtag kritisierte die Pläne. Der verkehrspolitische Sprecher Stefan Naas forderte die Landesregierung am Samstag auf, „deutlich zu machen, dass es ein pauschales Fahrverbot in Hessen nicht geben“ werde. (dpa)

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