Großeinsatz von Polizei und Rettungsdiensten aufgrund erhöhter Kohlenstoffmonoxid-Werte in einer Shisha-Bar in Wiesbaden.
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Großeinsatz von Polizei und Rettungsdiensten aufgrund erhöhter Kohlenstoffmonoxid-Werte in einer Shisha-Bar in Wiesbaden.

Großeinsatz der Polizei

Gas-Alarm in Shisha-Bar: 35 Menschen zeigen Vergiftungsanzeichen

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Eine erhöhte Konzentration von Kohlenstoffmonoxid in einer Shisha-Bar löst einen Großeinsatz der Rettungsdienste aus. Die möglicherweise vergifteten Gäste weigern sich allerdings, behandelt zu werden.

  • Die Polizei wird auf eine erhöhte Kohlenstoffmonoxid-Konzentration in einer Shisha-Bar in Wiesbaden aufmerksam.
  • Die Feuerwehr misst den Wert und lässt das Lokal räumen.
  • Bei 35 Gästen der Shisha-Bar wird eine erhöhte Konzentration im Blut gemessen.

Wiesbaden - In der Nacht auf Samstag (17.10.2020) musste eine Shisha-Bar in Wiesbaden komplett geräumt werden. Die Polizei und Feuerwehr hatten eine erhöhte Konzentration von Kohlenstoffmonoxid entdeckt. Es kam zu einem Großeinsatz der Rettungskräfte. Dutzende Menschen haben sich möglicherweise vergiftet - eine Behandlung lehnten sie jedoch laut Feuerwehr ab.

Wiesbaden: Kohlenstoffmonoxid-Alarm in Erbenheim - Shisha-Bar von Einsatzkräften geräumt

Bei der Routinekontrolle einer Shisha-Bar in Wiesbaden-Erbenheim wurde die Polizei auf einen möglicherweise erhöhten Wert von Kohlenstoffmonoxid und die damit verbundene Gesundheitsgefahr aufmerksam. Gegen 0.40 Uhr verständigten die Beamten die Feuerwehr und einen Rettungswagen. Die Messung mit einem CO-Warngerät ergab einen Wert von 50 ppm - die Gäste wurden angeordnet, das Lokal zu verlassen.

Die Shisha-Bar in Wiesbaden war gut besucht. 78 Personen sollen sich dort aufgehalten haben. Deshalb rief die Feuerwehr das Alarmstichwort MAnV20 (Massenanfall von Verletzten) aus. Folglich wurden die Blutwerte der Gäste gemessen. Bei 35 Personen wurden „medizinisch relevante“ CO-Konzentrationen im Blut und damit Anzeichen für eine Vergiftung festgestellt, teilte die Feuerwehr in Wiesbaden mit. Einige von ihnen wiesen „stark erhöhte Werte im zweistelligen Prozentbereich“ auf. Die Einsatzkräfte klärten alle Anwesenden über die Gefahren einer Vergiftung mit Kohlenstoffmonoxid auf. Eine medizinische Behandlung oder den Transport in die Klinik verweigerten die Betroffenen jedoch. Zuvor hatten die Einsatzkräfte die Krankenhäuser in Wiesbaden vorgewarnt.

Wiesbaden: Erhöhte Kohlenstoffmonoxid-Werte in Shisha-Bar festgestellt

Acht Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr, 21 Fahrzeuge des Rettungsdienstes, der Seelsorge und Betreuung, sowie die Stadt-, Verkehrs- und Landespolizei waren vor Ort im Einsatz. Im Zuge der Maßnahmen in der Shisha-Bar in Wiesbaden mussten die Berliner Straße, sowie die Tempelhofer Straße bis etwa 2.30 Uhr voll gesperrt werden, wie „Wiesbaden Aktuell“ berichtet. Der Verkehr wurde umgeleitet.

Bei Kohlenstoffmonoxid (CO) handelt es sich um ein farbloses, geruchsloses und geschmacksloses aus. Schon in geringen Mengen kann es für irreparable Schäden in Blut, Nerven und Zellen sorgen, wie die Feuerwehr mitteilt. Eine leichte Vergiftung kann Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen zur Folge haben. Bei einer stärkeren Vergiftung kann es über Atemnot auch zum Tod kommen. Daher wird die Installation von speziellen CO-Warnmeldern in allen Räumlichkeiten mit einer Gastherme und anderen CO-Quellen empfohlen. Die Feuerwehr Wiesbaden hat zudem folgende Verhaltensmaßnahmen für einen Verdacht auf erhöhte Konzentration von Kohlenstoffmonoxid herausgegeben:

  • Sorgen Sie schnellstmöglich für Zufuhr von Frischluft.
  • Schaffen Sie gefährdete Personen aus dem betroffenen Bereich.
  • Wählen die unter 112 den Notruf.
  • Betreten Sie die betroffenen Räume nicht mehr.

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