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Zahl der hessischen Handwerksbetriebe gesunken

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hessen - Die Zahl der hessischen Handwerksbetriebe ist leicht zurückgegangen: Insgesamt 74.276 Betriebe – 141 weniger als im Vorjahr – verzeichneten die drei hessischen Handwerkskammern Ende Dezember 2017. Doch unter den einzelnen Handwerken gibt es starke Unterschiede.

Ursächlich für diese Entwicklung sei laut der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern ein Rückgang um 255 Betriebe bei den zulassungspflichtigen Handwerken, zu deren Ausübung grundsätzlich der Meisterbrief erforderlich ist. Deren Zahl fiel erstmals unter die Marke von 40.000 Betrieben.

Demgegenüber gab es leichte Zuwächse sowohl bei den zulassungsfreien Handwerken (+20 Betriebe) als auch den handwerksähnlichen Gewerken (+94 Betriebe), deren Gesamtzahl auf fast 34.500 Betriebe gestiegen ist.

„Die aktuelle Entwicklung der Betriebszahlen belegt den Strukturwandel im hessischen Handwerk. Während sich der schon seit Jahren festzustellende Rückgang der zulassungspflichtigen Handwerke weiter fortsetzt, ist bei den zulassungsfreien Handwerken eine deutliche Konsolidierung eingetreten“, erklärt der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft, Bernhard Mundschenk.

Die meisten Betriebsabgänge bei den zulassungspflichtigen Gewerken sind bei den Metallbauern (-49 Betriebe), Fleischern (-42) und Tischlern (-39) festzustellen; Maurer und Betonbauer legten hingegen zu (+31). Unter den zulassungsfreien Handwerken kam es zu deutlichen Betriebsabgängen bei Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern (-159) und Gebäudereinigern (-65), jedoch zu Betriebszugängen bei Fotografen (+160) und Maßschneidern (+40).

In den handwerksähnlichen Gewerken sticht die gestiegene Betriebszahl an Kosmetikern (+257) weit hervor, während Betriebe für den Einbau von genormten Baufertigteilen und des Holz- und Bautenschutzgewerbes (-59) abgenommen haben.

Erhebliche Unterschiede gab es auch zwischen den einzelnen Kammerbezirken. Während die Gesamtzahl der Handwerksbetriebe in den Handwerkskammern Wiesbaden (+173 Betriebe) und Kassel (+42 Betriebe) zunahmen, gab es umgekehrt im Bezirk der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main einen Rückgang um 356 Betriebe.

Große Unterschiede sind auch bei den Betrieben mit Inhabern aus den EU-Beitrittsländern festzustellen. Während aus diesen Ländern bei den zulassungspflichtigen Handwerken nur 0,7 Prozent der Betriebsinhaber kommen, stammt bei den zulassungsfreien Handwerken fast jeder dritte (31,7 Prozent) Betriebsinhaber aus den EU-Beitrittsländern. Bei den Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern ist sogar mehr als jeder zweite (53,6 Prozent) aus den EU-Beitrittsländern. / mlo

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