Ziele von Hessens Promis: Algermissen startet mit demselben Vorsatz wie 2015 ins neue Jahr

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FRANKFURT - Prominente aus Hessen haben ihre Vorsätze für das kommende Jahr verraten. Zudem nannten sie Ziele sowie Projekte und erläuterten, was sie über die Flüchtlingsfrage und die politische Lage denken.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (64) will sich 2016 mehr Zeit für die Familie nehmen. „Zuletzt hatte ich den gleichen Vorsatz und noch ein paar weitere. Wie im richtigen Leben ist einiges gelungen, manches misslungen, und manches habe ich auf die Zukunft verschoben.“ Sein Ziel für 2016: „Die schwarz-grüne Koalition in Hessen weiter so zu führen, dass Hessen ein Erfolgsland bleibt, in dem die Menschen gerne leben.“

Für Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel (46) enden Vorsätze nicht mit einem Datum. „Deshalb heißt das Credo für 2016: weiter mehr Sport treiben, mehr Zeit mit meiner Frau und meinen Kindern verbringen und lesen – lesen kann man nie genug!“ Es sei zwar „sicherlich eine lässliche menschliche Schwäche“, Vorsätze zu vertagen. „Meine ist es nicht“, erklärt Schäfer-Gümbel. Zuletzt seien mehr Sport und mehr Bücher lesen sein Ziel gewesen. „Beides ist nicht nur gelungen – das Buch hat für mich durch meine neue Rolle als Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie auch noch eine neue Bedeutung bekommen - es ist vom Begleiter zum Inhalt politischer Überlegungen geworden.“

Die Vorsätze von Star-Regisseur Dieter Wedel (73) sind geistiger und körperlicher Natur: „Mehr Weisheit, mehr Gelassenheit und weniger Kilogramm, aber das wünsche ich mir schon seit Jahren.“ 2016 freut sich der Intendant der Bad Hersfelder Festspiele auf die Proben mit seinem Ensemble für die Eröffnungspremiere des Theaterstücks „Hexenjagd“ (24. Juni). Um die Flüchtlingskrise zu beenden, wünscht sich Wedel: „Endlich Frieden in Syrien. Mehr europäische Einigkeit und immer weniger Ideologie.“

Lotto-Fee Franziska Reichenbacher (48) arbeitet 2016 im Auftrag von Intendant Dieter Wedel an ihrem Theaterstück für die Festspiele. Sie erstellt eine neue Fassung des Grimm-Märchens „Die goldene Gans“. „Diese Arbeit macht mir besonders viel Spaß.“ Besorgt blickt sie hingegen auf „das Erstarken der rechten Szene“ in Deutschland: „Die Zunahme der rechtsmotivierten Gewalt und Straftaten halte ich im Moment für eines der größten Probleme in unserer Gesellschaft. Ich bin fest davon überzeugt, dass es sich doppelt und dreifach auszahlt, wenn hier zur Prävention in politische Bildung, Aufklärung und Sozialarbeit investiert wird.“

Tennis-Ass und Power-Frau Andrea Petkovic (28) will 2016 mehr Gefühl walten lassen. Ihr Vorsatz: „Alles mit ein bisschen mehr Liebe zu machen. Mit Menschen, mit mir selbst, einfach mit allem.“ Ihr Augenmerk gilt 2016 den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. „Ich habe die Sommerspiele 2012 in London ja leider wegen einer Verletzung verpasst, von daher will ich unbedingt in Rio dabei sein.“ Ein Bedürfnis ist ihr, dass Flüchtlingen weiter gut geholfen wird.

Moderatorin Bärbel Schäfer (52) hat sich vorgenommen, weiter Deutsch für Flüchtlinge zu unterrichten: „Damit sie ein aktiver Teil unserer Gesellschaft werden könne.“ Ihre zuvor gefassten Vorsätze – regelmäßig zu joggen und zu schwimmen - habe sie durchgehalten. 2016 wird sie weiter sonntags im Radio bei hr3 in ihrer Talkshow zu hören sein. In Deutschland wünscht sie sich für 2016 „mehr Mut, mehr Neugier statt Angst vor der Vielfalt“. Noch mehr Bürger sollten sich für ein weltoffenes Europa einsetzen, damit Nationalismus, Rechtspopulismus und Rassismus keinen Platz haben.

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen (72) nimmt einen neuen Anlauf bei seinen Vorsätzen: „Für das Jahr 2015 hatte ich mir vorgenommen, mehr zur Besinnung zu kommen, mich von den Wünschen und Erwartungen anderer nicht so treiben zu lassen.“ Dieser Vorsatz sei selten in Erfüllung gegangen. „Also noch einmal für 2016: Entschleunigung, Vertiefung, häufiger Zeiten der Ruhe und des Aufatmens.“ Mit Sorge beobachtet der Geistliche eine zunehmende Ellenbogenmentalität, Rechthaberei und mehr Vorurteile in der Bevölkerung. „Mit solchen Mentalitäten werden wir allerdings die Brüche und Probleme in unserer Gesellschaft nicht meistern können.“ Wichtig sei: Barmherzigkeit anstelle der Herzen aus Stein. „Nur so werden wir die Flüchtlingskrise bestehen können.“

TV-Moderator Holger Weinert (64) vom hr will mehr auf seine Gesundheit achten. „Nicht ständig volle Power wie mit 40.“ Er freut sich 2016 auf das Erscheinen des fast fertigen Buches „Holgers Hessen – 30 Jahre beim hr-fernsehen“. Der Fernsehmann blickt sorgenvoll auf die politische Entwicklung und befürchtet Schlimmes: „Die Spaltung der Gesellschaft in intellektuell Unterentwickelte – siehe Pegida – und den aufgeklärteren Teil der Bevölkerung kann so nicht weitergehen. Meine größte Sorge: Ein Rechtsruck wie in Frankreich oder Polen. Ab einem bestimmten Punkt verlasse ich das Land.“

Martin Hein (61), Bischof der Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, ist mit Vorsätzen vorsichtig: „Sie können auch leicht zu Blockaden führen.“ 2016 freut er sich auf neue Begegnungen mit interessanten Menschen. „Das gehört zu den schönen Seiten meines Amtes.“ Mit Freude blickt er auf den 31. Oktober 2016: Dann fängt das Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ an. Für Deutschland wünscht sich Hein: „Wir dürfen uns nicht spalten lassen – gerade in der Flüchtlingsfrage. Das bleibt 2016 eine große Herausforderung.“

Vorsätze hat das erfolgreiche Schlager-Duo die Amigos („Santiago Blue“) nicht. „Vorsätze werde nie eingehalten – also lassen wir es gleich“, sagt Bernd Ulrich (65). Er hofft angesichts der Flüchtlingskrise, dass sich Europa als Einheit präsentiert. „Miteinander, nicht gegeneinander“, lautet sein Wunsch. „Mir persönlich tun die Menschen und vor allem die Kinder leid. Warum man unter dem Deckmantel der Religion Menschen tötet, ist ungeheuerlich.“

Kirchenpräsident Volker Jung (65) von der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat sich ein sportliches Ziel für 2016 gesetzt: „Mein Trainingsziel von mindestens 100 Laufkilometern im Monat wieder zu erreichen.“ Beruflich will er die Flüchtlingshilfe weiter voranbringen: „Wir haben als Kirche den Auftrag, uns nicht um uns selbst zu sorgen, sondern um die Menschen und diese Welt. Ich wünsche mir, dass viele neu entdecken, was dies bedeutet – im Engagement für Flüchtlinge und auch in vielen anderen Fragen.“ In Deutschland wünscht sich der Geistliche entschiedenes Eintreten für Gerechtigkeit, Soziale Verantwortung, Freiheit und Toleranz. / dpa, sps

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