Beim Medienfrühstück (von links): Pressesprecherin Luzia Kremser, Agentur-Chef Waldemar Dombrowski, Bürgermeister Simon Sauerbier und Agentur-Bereichsleiter Frank Kamolz. / Foto: Sabrina Mehler

Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr gesunken – Agentur zieht Bilanz

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Hünfeld - Während einer Pressekonferenz in der Haunehalle in Burghaun hat die Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda eine positive Bilanz des Jahres 2018 gezogen: Laut deren Leiter Waldemar Dombrowski ist die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken und die Zahl der Beschäftigten stark gestiegen. Gründe zum Mahnen gab es aber auch.

Von unserem Redaktionsmitglied Sabrina Mehler

Es sei Anfang des Jahres nicht zu erwarten gewesen, dass die gute Situation auch im Jahr 2018 anhält – dank der Finanzsituation in Italien, dem Chaos im Großbritannien, dem schwierigen Thema der Zölle, legte Agenturleiter Dombrowski dar. Und die Konjunktur zeige schließlich auch „erste Schleifspuren“. Dennoch sei die Region noch verschont geblieben: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Agenturbezirk auf unter 6000 gefallen, das entspricht 3,2 Prozent. Im Landkreis Fulda sind es mit 3413 Arbeitslosen sogar 2,8 Prozent. „Das sind ordentliche Werte, wir liegen hier deutlich unter dem Hessenschnitt.“ Der Altkreis Hünfeld mit seinen fünf Kommunen weise mit einer Quote von 2,2 Prozent sogar Vollbeschäftigung auf.

Nahezu alle Personengruppen profitieren

Die gute Entwicklung komme bei allen Personengruppen an: Die Arbeitslosenzahl ist sowohl bei Männern als auch Frauen sowie bei über 50-Jährigen gesunken, ganz deutlich sogar bei den Schwerbehinderten mit minus 18,6 Prozent: „Darauf sind wir stolz.“ Eine Ausnahme gebe es bei den Menschen ohne deutschen Pass (plus 14,4 Prozent) und damit zusammenhängend bei Menschen unter 25 Jahren (plus 4,1 Prozent), da im Raum Fulda meist junge Flüchtlinge zugewiesen würden.

Sinkende Zahlen gibt es auch bei der Unterbeschäftigung. Dazu werden auch Personen gezählt, die beispielsweise an einer Maßnahme der Arbeitsförderung teilnehmen. Unterbeschäftigt waren 2018 im Landkreis Fulda demnach 5505 Personen – 3,4 Prozent weniger als im Jahr 2017.

Mehr offene Stellen

Hingegen gab es im vergangenen Jahr mehr offene Stellen: jeden Monat durchschnittlich fast 2500, erklärte Frank Kamolz, Bereichsleiter bei der Arbeitsagentur. Durchschnittlich dauert es 117 Tage, bis eine vakante Stelle besetzt werden kann.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – von 131.000 im Jahr 2014 auf nun 141.800 im Jahr 2018. „Das ist wirklich eine Hausnummer und sehr beachtlich“, kommentierte Dombrowski, der künftig noch eine Steigerung auf knapp 145.000 erwartet. Der größte Zuwachs findet derzeit vor allem im Bereich Verkehr und Lagerwesen statt (16,6 Prozent).

„Gender Pay Gap“ in Fulda

„Die Menschen können also in der Region Arbeit finden“, so Dombrowski. „Aber ich mahne, wachsam zu bleiben.“ Zum einen holten auch andere Regionen auf und die Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg befänden sich im Wettbewerb. Zum anderen gebe es vor allem in Fulda einen beachtlichen „Gender Pay Gap“: Männer verdienen deutlich besser als Frauen: Der Unterschied beträgt 16,4 Prozent. „Wir müssen aufpassen, denn gute Talente finden auch im nächsten Landkreis oder in der Großstadt eine Tätigkeit. Hier müssen wir uns bewegen“, mahnte der Agenturchef.

Dombrowski und Kamolz stellten zudem einige Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktförderung vor, dazu zählt die Initiative „Zukunftsstarter“, die bei der Umschulung behilflich ist, sowie ausbildungsbegleitende Hilfen.

Bei der Pressekonferenz war auch der Burghauner Bürgermeister Simon Sauerbier (parteilos) zugegen, der auf die guten Zahlen im Hessischen Kegelspiel und in Hünfeld hinwies – sowie auf die hervorragenden Lebensbedingungen.

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