Die Direktorenstelle in der Verwaltung in Geisa (Bild oben) ist weiterhin vakant. / Foto: Hartmut Zimmermann

Arbeitsrechts-Streit beigelegt: Ricarda Steinbach und Point-Alpha-Stiftung vergleichen sich

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Geisa/Suhl/Fulda - Der Rechtsstreit zwischen der Point Alpha Stiftung und ihrer früheren Direktorin Ricarda Steinbach ist beendet: Die Parteien haben sich verglichen. Das bestätigte das Arbeitsgericht Suhl auf Anfrage unserer Zeitung. Damit endet ein seit März 2018 offen ausgetragener Streit.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

„Das Verfahren ist abgeschlossen. Die Parteien haben sich in einem Vergleich geeinigt. Über dessen Einzelheiten haben sie Stillschweigen vereinbart“, sagte Dr. Maximilian Steckermeier, Vorsitzender Richter und Pressesprecher des Suhler Gerichts.

Sowohl die Point Alpha Stiftung als auch Ex-Direktorin Steinbach bestätigten diesen Sachstand. „Wir haben uns darauf verständigt, dass mein Arbeitsverhältnis für die Point Alpha Stiftung zum 15. Februar 2019 zu Ende gegangen ist“, sagte Steinbach im Gespräch mit der Redaktion. Weitere Einzelheiten, etwa zur Höhe einer eventuellen Abfindung, gab sie nicht preis – ebenso wenig wie der Stiftungsratsvorsitzende, Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU).

Lange Vorgeschichte

Der nun beendete Rechtsstreit hat eine lange Vorgeschichte. Spätestens seit im März 2018 ein Brief des damaligen Stiftungsratsmitglieds Berthold Dücker bekannt wurde, in dem dieser Steinbach vehement angriff und deren Entlassung forderte, war klar, dass in der Point Alpha Stiftung nicht nur ein wenig „Qualm in der Küche“ war, sondern dass extreme Spannungen herrschten.

Steinbach, 2016 für sechs Jahre berufen, bekam mit den Ruhestandsbürgermeistern Dr. Eberhard Fennel und Berthold Jost zwei ehrenamtliche Direktoren an die Seite gestellt. Im Juni legte sie ihr Amt als Direktorin nieder, blieb aber Mitarbeiterin der Stiftung – bis sie Ende November 2019 fristlos entlassen wurde.

Vorwurf: eine Hotelrechnung in betrügerischer Absicht manipuliert zu haben

Steinbachs Klage gegen die Entlassung wurde vor dem Arbeitsgericht Suhl verhandelt. Bei mehreren Terminen, die in der Außenstelle Eisenach stattfanden, lehnten die Parteien eine von Richter Dr. Hans-Jürgen Rauschenberg im November 2019 angeregte außergerichtliche Mediation ab. Stattdessen warfen die Anwälte der Stiftung Steinbach vor, eine Hotelrechnung in betrügerischer Absicht manipuliert zu haben. Schließlich folgten die Streitparteien Rauschenbergs Vorschlag, Bedingungen zu formulieren, unter denen sie einem Vergleich zustimmen könnten. Dabei wurden auch konkrete Abfindungssummen für Steinbach genannt.

Aus dem so entstehenden Rahmen formulierte dann das Gericht einen Vergleichsvorschlag, der eigentlich Anfang Januar durch das Gericht verkündet werden sollte. Dieser Termin wurde aber kurzfristig abgesagt – mit Hinweis auf die kurz bevorstehende Einigung der Parteien. Diese wurde inzwischen offenbar zur beiderseitigen Zufriedenheit erreicht. Welche Summe die Stiftung an Steinbach zu zahlen hat, wird nicht öffentlich gemacht.

Eine „personelle Lösung“ Anfang April

Obwohl die Stelle im September 2018 ausgeschrieben wurde, ist auf Point Alpha die Position der Direktorin oder des Direktors unbesetzt: Die Arbeit wird von den ehrenamtlichen Direktoren Fennel und Jost geleitet und geleistet.

Mit Blick auf eine Neubesetzung sagte Stiftungsratsvorsitzender Wingenfeld, er hoffe, dass man Anfang April bei der nächsten Zusammenkunft des Stiftungsrats eine „personelle Lösung“ beschließen könne.

Das hängt jedoch nicht nur an der Person einer geeigneten Bewerberin oder eines Bewerbers: Die Arbeit der Point Alpha Stiftung ist derzeit auch durch Finanzengpässe eingeschränkt. Daher gibt es intensive Bemühungen darum, die Länder Hessen und Thüringen auch für eine institutionelle Förderung von Point Alpha zu gewinnen. Das sei, so Wingenfeld, angesichts der aktuellen Entwicklungen in Thüringen, erneut schwieriger geworden.

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