Fotos: Hartmut Zimmermann

Ausstellung Kunstverein Idea: Bilder spiegeln die Vielfalt der Mitglieder

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Kann man einem Bild ansehen, ob es von einer Frau oder einem Mann gemalt wurde? Mit dieser Frage empfing Ingrid Heß, die Vorsitzende des Idea-Kunstvereins, am 8. März, dem Weltfrauentag, die zahlreichen Besucher bei der Ausstellungseröffnung im Glockengasbehälter.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Rund 100 Menschen waren zu dem Termin in die Hersfelder Straße gekommen – „und das trotz Corona‘“, freute sich Ingrid Heß. Mit ihrer Eingangsfrage ermutigte sie ihre Zuhörerschaft, im Ausstellungsrund des Gasometers nach Arbeiten zu suchen, die von einem Mann gemalt worden sind. Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk traute sich, einen Tipp abzugeben – und lag daneben.

Kunst sei nicht geschlechterspezifisch zuzuordnen, unterstrich Heß, sie sei in hohem Maße individuell. Insbesondere gelte das, wenn die große Überschrift über einer Ausstellung „Identifikation“ sei.

Konstruierte Werke, Gemälde und Zeichnungen

Die Vielfalt der Arbeiten, die im weiten Rund der beiden einstigen Gasometer gezeigt werden, belegt die Vielfalt der Kunstschaffenden, die ihre Arbeiten in ganz unterschiedlichen Techniken gefertigt haben. Geometrisch konstruierte Werke finden sich ebenso wie Gemälde, die wiederum in Nachbarschaft zu Zeichnungen oder besonders gestalteten Texten hängen. Abstraktes hat dort ebenso einen Platz wie Landschaften oder ein Bild der Hünfelder Stadtpfarrkirche: „Identifikation“ erlaubt viele Ausprägungen.

Einzelne Mitglieder des Vereins erläuterten nach Heß‘ Begrüßung ihre Ausstellungsbeiträge, bevor die Vorsitzende am Beispiel einiger Künstlerinnen-Persönlichkeiten auf die besonders schwierige Situation malender Frauen in den vergangenen Jahrhunderten einging.

Drei Malerinnen im Mittelpunkt

Sie ging dabei auf drei Malerinnen besonders ein: Maria Sybilla Merian, Marie Ellenrieder und Paula Modersohn. Merian, 1647 geboren, gilt aufgrund ihrer fotografisch genauen Zeichnungen und Bilder von Pflanzen und Insekten als Mitbegründerin der Insektenforschung. Sie schaffte es, ihre Kunst auch zur wirtschaftlichen Grundlage ihrer Existenz zumachen.

Besonders ausgeprägt war ihr Drang zu Forschung, so dass sie auch Expeditionen in die Tropen begleitete. Ellenrieder ist die erste Frau, die – das war 1813 – zum Studium an der Kunstakademie in München zugelassen und später badische Hofmalerin wurde. Die Entwicklung von Paula Modersohn-Becker zeigt, dass auch Ende des 19. Jahrhunderts der Weg zur Künstlerin von vielen Hürden verstellt war.

Die Malerin, die viele Impulse des Expressionismus aus Paris nach Deutschland brachte, hätte, wäre es nach ihren Eltern gegangen, eigentlich Lehrerin werden sollen.

Ausstellung bis 26. Mai

Für die Stadt Hünfeld würdigte Bürgermeister Schwenk den Kunstverein und dessen Arbeit. Die Stadt werde auch künftig Wege für eine gute Begleitung der Vereinsarbeit auch durch die Kulturstiftung finden.

Die Ausstellung des Idea-Kunstvereins kann bis zum 26. Mai besichtigt werden. Sie ist jeweils freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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