Zwei solche Ungetüme sind mit nur zwei Metern Abstand nacheinander unterwegs, wenn in zwei Schichten der „Kompaktasphalt“ verlegt wird.
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Zwei solche Ungetüme sind mit nur zwei Metern Abstand nacheinander unterwegs, wenn in zwei Schichten der „Kompaktasphalt“ verlegt wird.

„Kompaktasphalt“

Sanierung der B27 bei Hünfeld: Mit dieser Technik wird ein Drittel der Bauzeit gespart

Ein spezielles Verfahren, bei dem zwei Asphaltschichten unmittelbar nacheinander aufgebracht werden, verkürzt die Arbeiten zur Sanierung des Belags auf der B27 um ein Drittel. Das berichtet Hessen Mobil in einer Pressemitteilung.

Hünfeld - Seit dem 26. April saniert Hessen Mobil auf der Bundesstraße 27 bei Hünfeld, zwischen den Anschlussstellen Hünfeld-Nord und Hünfeld-Süd, den Fahrstreifen Richtung Fulda. Seit vergangenem Montag ist die Anschlussstelle Süd schon wieder befahrbar. Dass die Arbeiten so schnell vorangehen, liegt an einem besonderen Bauverfahren bei der Aufbringung der Asphaltschichten – dem Kompaktasphalt.

Eine Fahrbahn besteht im Normalfall aus drei Asphaltschichten, erläutert Sprecherin Leonie Röntgen: Ganz unten werde die Asphalttragschicht, in der Mitte die Binderschicht und obenauf die Asphaltdeckschicht aufgebracht. „Die beiden oberen bilden dabei die Asphaltdecke“, erläutert sie. Bei grundhaften Sanierungen würden diese drei Schichten entfernt und dann neu aufgebracht. (Lesen Sie auch: Autofahrer im Kreis Fulda brauchen Geduld - Drei Dutzend Baustellen geplant)

B27 bei Hünfeld wird saniert: Mit dieser Technik wird Bauzeit gespart

„Im Fall der B27 bei Hünfeld war die Tragschicht allerdings noch in einem sehr guten Zustand, sodass diese nicht erneuert werden musste. Auf die vorhandene Tragschicht wird normalerweise anschließend erst die Binderschicht eingebracht, die mit etwa 150 Grad Celsius sehr heiß ist und dann über Nacht abkühlen muss. Am nächsten Tag wird dann die Asphaltdeckschicht aufgebracht.

Anders gehe es beim Einbauverfahren des Kompaktasphalts, das auf der B27-Baustelle zum Einsatz komme: Die Materialien der beiden Schichten, die sich grundsätzlich nicht im Vergleich zum üblichen Verfahren unterscheiden, würden sozusagen in einem – doppelten – Arbeitsgang aufgebracht. Das erfordert allerdings eine besondere Baustellenorgansation, denn es kommen zwei Asphaltiermaschinen (im Fachdeutsch: „Asphaltfertiger“) zum Einsatz, die unmittelbar hintereinander arbeiten. Zu jedem Fertiger gehört dann noch ein „Beschicker“, also ein Fahrzeug, aus dem die zu verarbeitende Asphaltmasse in den Fertiger gefüllt wird.

Die beiden Fertiger fahren in einem Abstand von nur rund zwei Metern hintereinander her. Der erste bringt die Binderschicht auf , und der zweite sofort im Anschluss die Asphaltdeckschicht. Dadurch, dass die Binderschicht noch heiß ist, wenn die Deckschicht aufgebracht wird, verbinden die beiden Lagen sich optimal und werden insgesamt kompakter – daher auch der Name „Kompaktasphalt“.

Durch dieses Vorgehen wird der Asphalt wesentlich langlebiger, zum anderen geht es deutlich schneller, da die Decke in einem Arbeitsgang aufgebracht werden kann. „So kann etwa ein Drittel der Bauzeit eingespart werden“, erläutert Sprecherin Röntgen.

„Kompaktasphalt“-Verfahren nicht auf allen Strecken einsetzbar

Dieses Verfahren sei allerdings nicht auf allen Strecken einsetzbar, da diverse Voraussetzungen gegeben sein müssten. Zum einen würden die Kosten aufgrund des erhöhten Maschinenbedarfs steigen. Zudem sollte die Strecke möglichst wenige störende Einbauten wie Kanaldeckel aufweisen. Ein dritter Hinderungsgrund sind zu kurvige . Zusätzlich sollte es möglichst wenige Einbauten, also Kanaldeckel oder Schächte, in der Fahrbahn geben.

Auch dürfen keine engeren Kurven auf der zu sanierenden Strecke liegen, da bei diesem Verfahren zwei Fertiger und der Beschicker direkt hintereinander fahren. Zusammen bilden sie einen sehr langen Koloss, der entsprechend enge Kurven nicht mehr durchfahren kann. Zusätzlich müsse genügend Platz für die Materialanlieferung vorhanden sein. „Somit ist dieses Verfahren beispielsweise in engen Ortsdurchfahrten oft nicht anwendbar“, erklärt Röntgen. Vor einigen Jahren sei die Anwendung auch deshalb eher selten gewesen, da die Maschinentechnik noch nicht so weit entwickelt gewesen sei. „Das hat sich inzwischen verbessert, sodass besonders im Landkreis Fulda der Bau von Kompaktasphalt durch Hessen Mobil des Öfteren zur Anwendung kommt. Gerade im Fall der B27 bei Hünfeld ist eine schnelle Umsetzung und möglichst lange Haltbarkeit wichtig, da es sich um eine hochfrequentierte Strecke von hoher Verkehrsbedeutung handelt“, betont die Sprecherin. Daher solle der Bereich möglichst lange und ohne Einschränkungen zur Verfügung stehen.

Die aktuelle Baumaßnahme wird nach Auskunft von Hessen Mobil voraussichtlich bis zum Pfingstsamstag (22. Mai) andauern. Hessen Mobil bittet bis dahin um Verständnis und im Baustellenbereich um besondere Rücksicht. (zi)

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