Symbolfoto Gericht Justitia mit Taube
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Zwei Jahre und sechs Monate Haft lautete das Urteil. (Symbolbild)

22-Jähriger verurteilt

Bad Hersfeld: Zwei Jahre und sechs Monate Haft für Vergewaltiger

Zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von zwei Jahren und sechs Monaten hat die Jugendkammer der Großen Strafkammer am Landgericht Fulda am Dienstag den heute 22 Jahre alten Bad Hersfelder verurteilt, der im April 2019 ein Mädchen aus dem Kreis Fulda vergewaltigt hat.

Bad Hersfeld - Das Gericht sah keinen Grund, an den Angaben des mittlerweile 18 Jahre alten Opfers, das als Nebenklägerin aufgetreten war, zu zweifeln. Der mehrtägige Prozess war vor der mit zwei Berufsrichtern und zwei Schöffen besetzten Jugendkammer verhandelt worden, da der Angeklagte zur Tatzeit keine 21 Jahre alt war und damit als Heranwachsender galt. Er wurde nun auch nach Jugendstrafrecht verurteilt, da er nach Eindruck des Gerichts sowie der Jugendgerichtshilfe bislang weder beruflich noch sozial besonders selbstständig sei.

Die Hauptverhandlung habe ergeben, dass der Angeklagte das Mädchen gegen dessen Willen bei einem Treffen in seinem Zimmer zunächst im Brust- und Intimbereich angefasst und sie dann vergewaltigt habe. Dabei habe er sie so festgehalten und aufs Bett gedrückt, dass sie nicht ausweichen konnte. Das Gericht hielt die Zeugin für glaubwürdig und die Aussage für glaubhaft, wie der Vorsitzende Richter Joachim Becker in der Urteilsbegründung erklärte, obgleich vor allem das eigentliche Tatgeschehen wenig detailliert geschildert worden sei.

Vergewaltigung in Bad Hersfeld: Verurteilter 22-Jähriger bestreitet die Tat

Ihre Aussage habe eine hohe Konstanz aufgewiesen, auch nach einem längeren Zeitraum noch. Auch dass sie erst einige Wochen später und auf Druck des Vaters zur Polizei gegangen sei, spreche eher für die Tat. Zudem sei kein Motiv erkennbar, warum die junge Frau den Angeklagten zu Unrecht belasten sollte, zumal sie weder den Tatablauf noch die Folgen dramatisiert habe. Ein Komplott wäre sicher anders „eingefädelt“ worden, so Becker.

Hintergrund

Ursprünglich war der Bad Hersfelder wegen sexueller Gewalt in gleich zwei Fällen angeklagt. Schon im Februar 2019 sollte er ein Mädchen gegen deren Willen geküsst und angefasst haben. Dieser Teil der Anklage war jedoch schon am zweiten Verhandlungstag vorläufig eingestellt worden. Beide Vorfälle wiesen Parallelen auf und in beiden Fällen hatten die jungen Leute sich zuvor über soziale Netzwerke kennengelernt und verabredet. Die beiden Mädchen kannten sich.

Eine Körperverletzung sei auch nach den Schilderungen des Opfers selbst indes nicht erkennbar gewesen, hieß es in der Begründung weiter. Beim Strafmaß sei zugunsten des 22-Jährigen berücksichtigt worden, dass dieser nicht vorbestraft ist. Man halte das Urteil für tat- und schuldangemessen sowie erzieherisch vertretbar. Seinen Schulabschluss könne der junge Mann während des Vollzugs beenden.

Der Bad Hersfelder hatte die Vorwürfe bestritten. Es besteht die Möglichkeit, noch Revision einzulegen.

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