Der Pädagoge: John Keating (Götz Schubert) in „Der Club der toten Dichter“ wird bei den Bad Hersfelder Festspielen zu sehen sein.
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Der Pädagoge: John Keating (Götz Schubert) in „Der Club der toten Dichter“ wird bei den Bad Hersfelder Festspielen zu sehen sein.

In der Stiftsruine

Bad Hersfelder Festspiele beginnen am Donnerstag: Vier Premieren innerhalb von 72 Stunden 

Unter dem Leitmotiv „Ich habe einen Traum“ stehen die 70. Bad Hersfelder Festspiele vom 1. Juli bis zum 8. August. Innerhalb von 72 Stunden sind vier Premieren vorgesehen, darunter eine Uraufführung und eine europäische Erstaufführung. 

Bad Hersfeld - Das Jubiläumsfestival zieht ab Donnerstag, 1. Juli, mit seinem ambitioniert-anspruchsvollen Programm abertausende Theaterfreunde nach Bad Hersfeld (Hessen). Nach der Absage wegen Corona im vergangenen Jahr wird die 70. Auflage des Theaterfestivals vom Publikum und der Festspielleitung mit besonderer Spannung und Vorfreude erwartet.

Zum Auftakt erleben die Zuschauer am Donnerstag die europäische Uraufführung der Bühnenversion des Films „Der Club der toten Dichter“ mit dem bekannten Theater- und Fernsehschauspieler Götz Schubert in der Hauptrolle des Lehrers John Keating.

Bad Hersfelder Festspiele starten - Vier Premieren innerhalb von 72 Stunden 

Intendant und Regisseur Joern Hinkel hatte für die Stiftsruine zusammen mit dem Dramaturgen Tilman Raabke und unter Mitwirkung des Drehbuchautors Tom Schulman eine eigene Fassung des oscarprämierten Hollywood-Streifens geschrieben. Alle Vorstellungen sind nach derzeitigem Stand ausverkauft; für das Musical „Goethe!“ und für das Schauspiel „Momo“ gibt es noch Restkarten. Dagegen sind für die Komödie „Extrawurst“, die coronabedingt nicht in Schloss Eichhof, sondern auf einem Tennisplatz oder in einer Tennishalle aufgeführt wird, noch Tickets zu bekommen. Premiere ist am Sonntag.

Für „Der Club der toten Dichter“ wurde neben Götz Schubert auch der Theater- und Fernsehschauspieler Hannes Hellmann in der Rolle des Schuldirektors Nolan engagiert. Zum Ensemble gehören in diesem Jahr außerdem auch Janina Stopper als „Momo“ im gleichnamigen Schauspiel nach Michael Ende (Premiere ist am Freitag) sowie Abla Alaoui und Philipp Büttner, die am Samstag in der Uraufführung des Musicals „Goethe!“ zu sehen sein werden. Es erzählt von der Liebe des Dichters zu Charlotte Buff, die Johann Wolfgang von Goethe zu seinem Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ inspirierte.

Dieses Corona-Konzept wurde für die Bad Hersfelder Festspiele entwickelt

In diesem Jahr wurde für das Festival ein ausgeklügeltes Abstands- und Hygienekonzept entwickelt: Statt rund 1300 Zuschauern sind nur 600 pro Vorstellung zugelassen, die Sitzplätze sind schachbrettartig angeordnet, das gastronomische Angebot ist eingeschränkt, um zu vermeiden, dass sich größere Gruppen auf dem Gelände bilden. Vor dem Einlass müssen die Zuschauer nachweisen, dass sie vollständig geimpft oder genesen sind oder einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest vorlegen. Gäste, für die alle drei Varianten nicht infrage kommen, können ihre Tickets bis drei Tage vor der Vorstellung zurückgeben.

Zur Eröffnung wird Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zu den Gästen sprechen. Auf eine große Premierenfeier und auf den üblichen Roten Teppich muss in diesem Jahr wegen Corona verzichtet werden. (Lesen Sie auch hier: Corona und die Bad Hersfelder Festspiele: Schauspieler sprechen per Zoom vor)

Service

Die Premieren der 70. Bad Hersfelder Festspiele:

Donnerstag, 1. Juli, 20.30 Uhr, Stiftsruine: „Der Club der toten Dichter“, Schauspiel von Tom Schulman, europäische Erstaufführung.

Freitag, 2. Juli, 20 Uhr, Stiftsruine: „Momo“, Schauspiel für die ganze Familie nach dem Roman von Michael Ende.

Samstag, 3. Juli, 21 Uhr, Stiftsruine: „Goethe!“, Musical von Gil Mehmert, Martin Lingnau und Frank Ramond, Uraufführung.

Sonntag, 4. Juli, 20.30 Uhr, Tennishalle, Auf der Unteraue 1: „Extrawurst“, Komödie von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob.

Die Kartenpreise für die Stiftsruine: Schauspiel von 24 bis 122 Euro (Premium Plus), Musical von 38 bis 122 Euro, „Momo“ vom 6 bis 35 Euro. Der Eintritt für „Extrawurst“ beträgt 29 und 32 Euro.

Tickets und Informationen unter Telefonnummer (0 66 21) 64 02 00, in allen Geschäftsstellen unserer Zeitung, beim ticket-service@bad-hersfelder-festspiele.de und www.bad-hersfelder-festspiele.de

Da mitunter Karten zurückgegeben werden, lohnt es sich, bei Vorstellungen, die derzeit als ausverkauft gelten, immer mal wieder nachzufragen, ob doch noch Plätze frei geworden sind.

Zu den Corona-Regeln: Zutritt zur Stiftsruine haben nur Personen mit vollständigem Impfschutz (Impfausweis), Genesendennachweis oder tagesaktuellem negativen Schnelltest. Ab zwei Stunden vor Aufführungsbeginn gibt es an verschiedenen Check-In-Punkten rund um die Stiftsruine Einlassbändchen. Nur mit ihnen ist der Zutritt zur Ruine möglich.

Intendant Hinkel hatte zum Probenbeginn erklärt, man sei froh und dankbar, unter freiem Himmel und an einem Ort mit viel Platz für Darsteller und Zuschauer spielen zu können. Das seien Gegebenheiten, die viele andere Theater nicht bieten könnten. Im vergangenen Jahr waren die Bad Hersfelder Festspiele wegen der Pandemie abgesagt worden. Als Ersatz bot der sehr erfolgreiche Bad Hersfelder Kultursommer rund 100 Veranstaltungen samt Schauspiel, Konzerten, Lesungen und anderen Programmpunkten, die jeweils einer begrenzten Zahl von Zuschauern offenstanden. (dpa, ChB)

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