Sorgenvoller Blick: Revierleiterin Julia Kirchlechner (rechts) zeigt Nüsttals Bürgermeisterin Marion Frohnapfel das Ausmaß des Schadens am Zinkberg in Silges.
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Sorgenvoller Blick: Revierleiterin Julia Kirchlechner (rechts) zeigt Nüsttals Bürgermeisterin Marion Frohnapfel das Ausmaß des Schadens am Zinkberg in Silges.

Buchen und Fichten bedroht

Baumsterben im Hünfelder Land: Trockene Jahre machen Wäldern zu schaffen

Europaweit gibt es enorme Schadholzmengen an Nadelholz – und Deutschland ist da keine Ausnahme. Das wurde deutlich beim Treffen des Ausschusses für Umwelt, Fremdenverkehr, Landwirtschaft und Forsten der Gemeinde Nüsttal im Bürgerhaus Hofaschenbach. 

Hofaschenbach - Forstamtsleiter Sebastian Keidel berichtete über die aktuelle Situation auf dem Holzmarkt und auch im Gemeindewald. Der Markt für Nadelholz, insbesondere Fichte, sei völlig übersättigt und die Preise dementsprechend im Keller. Darüber hinaus sei die Unternehmerverfügbarkeit beim Einschlag der Kalamitäten mittels Harvester weiterhin ein Problem.

Beim Laubholz seien die Mengen zwar absetzbar, aber die Nachfrage sei gedämpfter als in den Vorjahren. Eiche sei nach wie vor sehr gefragt, aber auch hier seien die Preise leicht sinkend. Große Vorräte an Eiche sind im Gemeindewald ohnehin nicht vorhanden. Bei der Buche werden ebenfalls leicht rückläufige Preise verzeichnet. Für die Schadbuche, die im Gemeindewald verstärkt vorzufinden ist, sind die Erlöse deutlich geringer, wie der Forstamtsleiter weiß.

Trockenheit setzt Wäldern im Hünfelder Land zu: Buchen und Fichten bedroht

Drei aufeinanderfolgende trockene Jahre machen dem Wald sehr zu schaffen. Der Borkenkäfer wird weiterhin die Fichtenbestände dezimieren. „Die Entwicklung der Schadbuche im Gemeindewald muss weiterhin beobachtet werden und die Nutzung von frischer Buche mit Fingerspitzengefühl erfolgen“, betonte Revierleiterin Julia Kirchlechner. Das Betriebsergebnis des Gemeindewaldes für die Gemeindekasse schmälernd sind die Kosten für die Entnahme gefährlicher Bäume an Wegen und Parkplätzen, die sogenannte Verkehrssicherungspflicht des Waldbesitzers.

Zu fällende trockene Buchen unterliegen hohen Anforderungen beim Arbeitsschutz. Sie dürfen nicht gekeilt werden und müssen immer per Seilwinde zu Fall gebracht werden, da die Gefahr von herunterfallenden, trockenen Ästen zu hoch ist.

Weiterhin gab Keidel bekannt, dass die Holzvermarktung durch HessenForst für die Gemeinde Nüsttal aufgrund gesetzlicher beziehungsweise kartellrechtlicher Bestimmungen am 31. Dezember 2020 endet. Bürgermeisterin Frohnapfel, die Schriftführerin bei der FBG Burghaun ist, erläuterte, dass eine regionale Lösung unter Einbeziehung aller betreuten Waldbesitzer bei der neu zu gründenden HVG Osthessen angestrebt wird. Die HVG Osthessen übernimmt dann die Leistungen, die HessenForst bisher erbracht hat. (hw)

Lesen Sie hier: Landwirte-Sprecherin über die Folgen anhaltender Trockenheit.

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