Foto: Winfried Möller

Bericht aus der Wüste: Mackenzeller lebte bei Beduinen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Hünfeld - Der gebürtige Mackenzeller Hermann Kircher ist ein aktiver Mensch: 23 Jahre lang war er Rektor einer Schule in Schorndorf, er pflegte dort lange eine Schulpartnerschaft mit Südkorea und initiierte ein Projekt für Kinder mit Hörschädigung in Vietnam. Im vergangenen Jahr war er in Israel bei Beduinenfamilien. Darüber berichtete er nun einem Vortrag im Hünfelder Mediana St. Ulrich.

Von unserem Mitarbeiter Winfried Möller

Das Referat des Sonderpädagogen war überschrieben mit dem Titel „Toleranz und Versöhnung – unmöglich in Israel?“ Bei dem pensionierten Kinderarzt Professor Miki Karplus und seiner Frau Zipi, einer Überlebenden des Holocaust, hatte Kircher die Lebenssituation der Beduinen kennengelernt.

Die Beduinen, Ureinwohner der Negev-Wüste, lebten viele Jahrhunderte um Beer Scheva. Der Staat Israel habe den Nomaden Siedlungen zur Verfügung gestellt, ein Drittel lebe aber in illegalen Siedlungen, erklärte der gebürtige Mackenzeller. Besonders in letzteren seien die Lebensbedingungen von größter Armut geprägt. Mangelnde Hebräisch-Kenntnisse würden eine Arbeitsaufnahme verhindern und reduzierten die Bildungschancen der Kinder erheblich.

Da Tradition und Stammeskultur die Vermischung unter den Stämmen verwehren würden, gebe es genetisch bedingt mindestens 4000 behinderte Beduinenkinder. Studenten der Ben-Gurion-Universität kümmerten sich um sie, es gebe eine Sonderschule und einen Kindergarten für sie.

Kircher berichtete im Mediana über die behinderten Kinder Miriam, Mohamed und Leila. Mithilfe der Installation von Wasser und Strom, der Bereitstellung von Lernmitteln und Therapien sei die Verbesserung der Lebenssituation möglich. Dafür setzte sich auch die Organisation „Care for Kids“ ein.

Während des Vortrags gab es sogar eine Live-Schaltung nach Israel zu Professor Miki Karplus, der den Zuhörer Fragen über die behinderten Beduinenkinder beantwortete.

Das Referat schloss mit einer beeindruckenden Bilderserie der wüstenhaften Landschaft in der Negev-Wüste.

Das könnte Sie auch interessieren