Fotos: Hartmut Zimmermann

Ein Blutspende-Selbstversuch in Corona-Zeiten – etwas anders und wichtig

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Burghaun - Blut spenden – eine ganz normale Sache. Auch in Corona-Zeiten? Nach einem Selbstversuch lautet die Antwort: Ja – mit kleinen Einschränkungen.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Routine: Den Blutspender-Ausweis gezückt, geht man auf das Blutspende-Lokal zu. Doch an diesem Abend in Burghaun ist das nicht ganz so einfach. Denn im Eingang steht ein Mann im roten DRK-Polohemd: Klaus Hanika nötigt freundlich jede und jeden innezuhalten. Dann zückt er sein Fieberthermometer und misst – natürlich berührungslos – die Körpertemperatur.

Wer mehr als 37,5 Grad Celsius hat, für den ist der Blutspendetermin schon jetzt zu Ende. Beim Warten vor der Messung hat man Gelegenheit, sich auf einem Plakat zu informieren, dass man bei Gliederschmerzen, Husten und Atemnot nicht als Blutspender zugelassen wird.

12 Neulinge

Nach dem Messen schickt Klaus Hanika seine Kunden weiter: Auf einem Tisch stehen Spender mit Desinfektionsmittel. „Wir bitten die angehenden Blutspender nach jeder Station, die sie durchlaufen, sich die Hände zu reinigen, um sicher zu gehen, dass keine Keime mit eingeschleppt werden, erläutert Udo Sauer, Werbereferent des Blutspendediensts.

Das Reinigen der Hände verkürzt die Wartezeit. Am nächsten Punkt werden die Personalien und der Spenderausweis abgeglichen – wenn man denn schon einen hat. Zur Freude des DRK-Teams war an diesem Abend der Anteil der Erstspender beträchtlich: 12 der insgesamt 74 Anwärter gaben zum ersten Mal ihr Blut beim DRK.

Erneute Handdesinfektion

Dann geht es, ausgestattet mit den Fragebogen-Zetteln, in eine der „Wahlkabinen“, um Auskunft zu Gesundheitszustand und Ausschlusskriterien auszufüllen, bevor dann ein Laborant nach einem Pieks in den Finger die Blutwerte ermittelt und den Blutdruck misst.

Nächste Station: Arzttermin gleich im vorderen Bereich der Haune-Halle. Name und Geburtsdatum sind immer wieder gefragt. Dann freundliches Sich-Vergewissern: „Die Spenden immer gut vertragen?“ Nachhaken wegen eines Punkts im Fragebogen. Nochmals Temperaturmessen, weiter, erneute Handdesinfektion.

So wenig Nähe wie möglich

Dann kommt nach dem ganzen Hin und Her die ruhigere Phase. „Geht links?“, fragt ein Blutspendedienst-Mitarbeiter und lädt mich ein, auf einer der frisch desinfizierten Liegen Platz zu nehmen. Die steht am anderen Ende der Halle.

„Wie haben die Gelegenheit genutzt, dass Corona-bedingt keine anderen Gruppen hier sind und haben unsere Blutspende-Stationen möglichst weit auseinander gezogen“, erläutert Sauer: „So wenig Nähe wie möglich“, lautet die Devise.

„Bitte mal fest drücken!“

Ich strecke mich aus, der linke Arm landet auf einer Ablage, die auf eine angenehme Höhe eingestellt wird, bevor mit fachmännischem Griff die Abzapf-Nadel in der Vene der Armbeuge platziert wird. Jeweils ein paar Milliliter Blut werden für Untersuchungen in Glasröhrchen gefüllt, dann beginnt die eigentliche Spende: Mein Blut fließt in den Plastikbeutel, der, wie die anderen Behältnisse auch, mit einem Aufkleber versehen ist, dessen Balkencode meine Daten verbirgt.

Während der Beutel sich allmählich füllt, ist Zeit, ein wenig rechts und links zu schauen und die „Blaue Stunde“ vor den Fenstern der Haune-Halle zu genießen. Mit Ruhe kümmert sich das Team um die Spender. Bald erklingt auch bei mir das Signal, das anzeigt, dass der Sammelbeutel gefüllt ist. Die Nadel wird entfernt, Verbandsmaterial aufgelegt – „bitte mal fest drücken!“ – und mit einer Mullbinde fixiert.

Die „Plauderstunde danach“ entfällt

DRK-Helfer, die mich, wie sonst üblich, als „Taxi“ zum Ruheplatz begleiten, gibt es nicht: „Wir haben nur 5 statt sonst 10 bis 15 Leute im Einsatz“, hatte Klaus Hanika schon eingangs gesagt: Die Teams sollen verfügbar sein, falls noch andere Aufgaben auf die Helfer zukommen.

Die „Plauderstunde danach“ entfällt dieses Mal: Damit alle möglichst rasch nach Hause gehen, gibt es heute keinen Imbiss mit Kuchen, sondern „nur“ ein Lunchpaket. „Saft und Gummibärchen oder Sekt und Nüsse?“– das ist hier die Frage. Zu viel Askese muss auch in Corona-Zeiten nicht sein: Ich entscheide mich für Sekt und Nüsse.

Auch in Zeiten von Corona auf Spender angewiesen

„Auch in Zeiten der Grippewelle und des Coronavirus sind wir auf Sie als Blutspender angewiesen“, schreibt das DRK. Das sei wichtig, um die Patienten weiterhin sicher mit Blutpräparaten in Therapie und Notfallversorgung behandeln zu können.

Termine im Kreis Fulda im März

– Donnerstag, 19. März, 15 bis 19 Uhr, im Kath. Pfarrzentrum St. Bonifatius, Kirchstr. 10, Fulda-Horas;

– Freitag, 20. März, 15.45 bis 19.45 Uhr, im Bürgerhaus Ehrenberg, Rhönstr. 18;

– Dienstag, 24. März, 16.45 bis 20.30 Uhr, im Konrad-Trageser-Haus, Julius-Braun-Str. 1, in Petersberg-Marbach;

– Mittwoch, 25. März, 15.45 bis 19.45 Uhr, Bürgerhaus Mittelkalbach, St. Florianstr. 1;

– Donnerstag, 26. März, 17 bis 20 Uhr, im DGH Michelsrombach (Zur Schilda 1) in Hünfeld-Michelsrombach.

Termine im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im März:

– Freitag, 20. März, 13.30 – 20.30 Uhr: DGH Nentershausen, Danziger Straße 3 – Freitag, 27. März, 16 – 20 Uhr: Bürgersaal Rotenburg, Poststraße 17 – Montag, 30. März, 16.30 – 20.30 Uhr: Bürgerhaus Ludwigsau/Niederthalhausen, Brunnenstraße – Dienstag, 31. März 15.45 – 19.45 Uhr: Bürgerhaus Hohenroda/Ausbach, Dorfplatz 4

Alle Blutspende-Termine finden Sie auf der Webseite des DRK.

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