Vertreter der Brandenburger Kommunen informierten sich in Hünfeld. / Foto: privat

Brandenburger Kommunen wollen Erfahrungen von Kegelspiel profitieren

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Auch im Süden Brandenburgs sind vier Städte und Gemeinden auf dem Weg, ihre interkommunale Kooperation zu vertiefen. von den Erfahrungen im Hessischen Kegelspiel profitieren.

Von unserem Redaktionsmitglied Sabrina Mehler

Eine Delegation mit Bürgermeistern und Verwaltungsfachleuten von Falkenberg, Bad Liebenwerda, Uebigau-Wahrenbrück und Mühlberg hat Hünfeld besucht und mit den vier Bürgermeistern des Hessischen Kegelspiels, Stefan Schwenk (Hünfeld), Jürgen Hahn (Rasdorf), Marion Frohnapfel (Nüsttal, alle CDU) und Simon Sauerbier (Burghaun, parteilos), gesprochen.

Auch der verantwortliche Projektkoordinator Ingo Rancke gab einen Überblick über die Kooperation im Altkreis Hünfeld, die seit 2006 kontinuierlich ausgebaut wurde. Damals wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen, um in das Förderprogramm Stadtumbau West in Hessen aufgenommen werden zu können. Neben einer Lenkungsgruppe wurde ein Beirat mit Vertretern der Kommunalpolitik aus allen vier Kommunen gegründet, der die Kooperation begleitet. In verschiedenen Arbeitsgruppen wurden dann einzelne Projekte vorangetrieben.

Unter anderem hat die Kooperation Konzepte für den Einzelhandel und den Tourismus entwickelt, ein Netzwerk für den Generationentreff und eine Koordinierungsstelle aufgebaut und das Kegelspielhaus als interkommunales Dienstleistungszentrum eingerichtet. Insgesamt flossen allein 5,9 Millionen Euro an Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau West in das Kegelspiel, weitere 2 Millionen Euro erhielten die vier Kommunen aus Kofinanzierungsmitteln des EU-Programms EFRE. 2013 taten die Kommunen dann den nächsten großen Schritt und gründeten einen Zweckverband, der als eigenständige Rechtspersönlichkeit auch Arbeitgeber für gemeinsame Mitarbeiter und Auftraggeber sein konnte.

Dieser Zweckverband betreibt das gemeinsame Finanz- und Kassenwesen der Mitgliedskommunen und ist auch offen für mandative Aufgaben. So betreiben die vier Kommunen mittlerweile eine gemeinsame EDV-Plattform, Hünfeld und Rasdorf kooperieren im Bereich des Standesamtes und Hünfeld und Burghaun im Bereich der EDV ihrer Bauhöfe. Weitere Felder der Zusammenarbeit sind die gemeinsame Klärschlammbehandlung von Hünfeld und Burghaun und der Betrieb einer Atemschutzwerkstatt für die Feuerwehren.

Falkenberg, Bad Liebenwerda, Uebigau-Wahrenbrück und Mühlberg haben sich nun für einen ähnlichen Weg entscheiden und wollen noch in diesem Jahr eine Kooperationsvereinbarung abschließen und das Standesamtswesen gemeinsam betreiben. Weiterhin planen die Kommunen die Einrichtung einer gemeinsamen Vergabestelle, um angesichts der komplexen Anforderungen rechtssichere Vergaben vornehmen zu können und auch für eine gemeinsame Datenverarbeitung würden die ersten Grundlagen geschaffen. Über den Softwareanbieter waren die Brandenburger Kommunen auf das Hessische Kegelspiel aufmerksam geworden.

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