Raiffeisenbank in Burghaun
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In dieser Woche wird über die Zukunft der Raiffeisenbank Burghaun entschieden.

Lange Debatte

Weichen gestellt: Asbach-Burghaun sagt Ja zur Banken-Fusion - Auch NordRhön stimmt dafür

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Mit einer Gegenstimme hat die Vertreterversammlung der VR-Bank NordRhön am Freitagabend für die Fusion mit der deutlich kleineren Raiffeisenbank Asbach-Burghaun gestimmt. Damit sind die Weichen für eine Verschmelzung der beiden Geldinstitute gestellt.

Update, 15. August, 12.18 Uhr: Der Zusammenschluss, bei dem der Name VR-Bank NordRhön erhalten bleibt, wird rückwirkend zum 1. Januar 2020 wirksam. Die Generalversammlung der Burghauner Bank hatte dem Schritt am Donnerstagabend zugestimmt.

VR-Bank NordRhön stimmt im Kongresszentrum Esperanto für Banken-Fusion

Die Vertreter der VR-Bank NordRhön hatten bei der Sitzung, die wegen der einzuhaltenden Corona-Hygienebedingungen im Kongresszentrum Esperanto stattfand, zunächst die Berichte zum Geschäftsjahr 2019 entgegengenommen. Die Vorstände Werner Eichler, Gerhard Hahn und Walter Mengel ein gutes Ergebnis vorgelegt. Die Bilanzsumme stieg von 1,109 Milliarden Euro in 2018 auf 1,156 Milliarden Euro. Das Eigenkapital der VR-Bank Nordrhön wächst von 100 auf 106 Millionen Euro.

Im Kongresszentrum Esperanto stimmte die Mitglieder der VR-Bank RhönNord für die Fusion.

In Beachtung der Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) wird in diesem Jahr keine Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet. Stattdessen wird der Jahresüberschuss von 1.034 Millionen Euro zu je 373.00 Euro an die gesetzliche und an eine weitere Rücklage zugewiesen. Der Rest, 288.000 Euro, werden auf neue Rechnung vorgetragen.

Der erste Schritt ist getan: Asbach-Burghaun sagt Ja zur Banken-Fusion

Update, 14. August, 11.45 Uhr: Mit überwältigender Mehrheit hat die Generalversammlung der Raiffeisenbank Asbach-Burghaun am Donnerstagabend die Weichen für die Verschmelzung mit der VR-Bank NordRhön (Hünfeld) gestellt. Bei der Abstimmung über den Verschmelzungsvertrag votierten 642 Mitglieder für das Zusammengehen, 23 stimmten mit Nein. Wenn die Vertreterversammlung der VR-Bank NordRhön, die Freitagabend tagt, dem Verschmelzungsvertrag ebenfalls zustimmt, tritt die Fusion rückwirkend zum 1. Januar 2020 in Kraft.

Die Entscheidung fiel kurz vor 23 Uhr – fast vier Stunden nach Beginn der Veranstaltung. Diese fand, um die Corona-Hygieneregeln umsetzen zu können, im Fuldaer Kongresszentrum Esperanto statt, wo die Bank sowohl die Esperantohalle als auch die Waideshalle nutzte, um die Mitglieder angemessen platzieren zu können.

banken in Burghaun und Asbach-Sorga: Fusion faktisch nie vollzogen?

Vor der Abstimmung waren von Aufsichtsrat Elmar Oss sowie den amtierenden Vorständen Walter Mengel und Tim Schnabel die Entwicklungen des Bankjahrs 2019 und der Zeit bis jetzt vorgestellt worden. Daraus ergab sich ein düsteres Bild zur Lage der Raiffeisenbank Asbach-Burghaun. Die 2019 beschlossene Fusion der Burghauner Bank mit der Raiffeisenbank Asbach-Sorga sei faktisch nie vollzogen worden, erläuterte Oss. Dabei gingen die drei auch auf die diversen Wechsel im Bankvorstand ein.

Die Erträge der Raiba Asbach-Burghaun seien „nicht auskömmlich“, unter anderem, weil zur Absicherung ausgefallener Kredite in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro und Wertberichtigungen bei Bankimmobilien massive Rückgriffe auf da Eigenkapital erforderlich seien. Die Fusion sei „alternativlos“, wenn man den Fortbestand der Bank mit ihren Geschäftsstellen und den damit verbundenen Arbeitsplätzen sichern wolle.

Die Vorstände Carsten Glebe, Thomas Hüttner und Hartmut Schwenk wurden nicht entlastet. Aufsichtsrat Oss kündigte eine juristische Prüfung ihrer Arbeit durch den Aufsichtsrat an.

In der zeitweise sehr emotional verlaufenden Versammlung meldete sich neben anderen auch mehrfach der frühere Vorstand Helmut Glebe zu Wort, der den amtierenden Aufsichtsrat und die Vorstände Schnabel und Mengel scharf kritisierte. Er kündigt an, Widerspruch gegen diverse Punkte der Generalversammlung einzulegen.

Vorstands-Versagen? Unruhe in Burghaun vor dem Banken-Fusions-Finale

Ursprungsmeldung vom 8. August: Nachdem die Bank jahrelang die Bedeutung ihrer Eigenständigkeit betont hatte, müssen die Genossen nun zum zweiten Mal innerhalb von 13 Monaten über eine Fusion abstimmen In diese 13 Monate fällt auch der Austausch aller drei Vorstände, die den Zusammenschluss zur Raiffeisenbank Asbach-Burghaun auf den Weg gebracht und als „Fusion aus Weitsicht“ gelobt hatten.

Lesen Sie hier: Raiffeisenbank Asbach-Burghaun strebt Fusion mit VR Bank NordRhön an. Genossenschaftsbanken können sich nicht versammeln - und Coronavirus macht Probleme

Offenbar verlief aber der Zusammenschluss der beiden Geldinstitute durchaus nicht harmonisch. Äußere Anzeichen waren die sich weiter fortsetzenden Personalquerelen. Zunächst musste Vorstand Thomas Hüttner seinen Stuhl räumen, wenig später berief der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Elmar Oss auch dessen Kollegen Carsten Glebe (Burghaun) und Hartmut Schwenk (Asbach) ab. Die neuen Vorstände, Tim Schnabel und Walter Mengel, kommen aus der VR-Bank NordRhön. Zeitgleich wurde die Verschmelzung mit der Hünfelder Bank angekündigt.

Burghaun: Unruhe vor Ende der Bankenfusion

Diese Fusion hat möglicherweise unter den Bankgenossen in Burghaun und Asbach nicht nur Befürworter. Ein Anzeichen dafür ist ein mehrseitiger Brief, den der frühere Burghauner Vorstand Helmut Glebe an sehr viele der Bankgenossen verteilt hat und der der Redaktion von verschiedenen Seiten zur Kenntnis gebracht wurde. Glebe, der selbst lange Vorstand der Burghauner Bank war und zudem Vater des früheren Vorstands Carsten Glebe ist, erhebt darin massive Vorwürfe gegen die Leitung der Bank.

Aus diesem Grund nimmt Oss nun im Namen des Aufsichtsrats dazu Stellung. Der Grund für die Verschmelzung mit der VR-Bank NordRhön liege darin, dass die Umsetzung der 2019 beschlossenen und eingetragenen Fusion mit der Asbacher Bank nicht erfolgt sei. „Die drei Vorstände Glebe, Hüttner und Schwenk haben sich über Wochen gegenseitig blockiert. Die technische Fusion hätte allein aus diesem vom Vorstand zu verantwortenden Grund nicht mehr durchgeführt werden können.“ Daher habe der Vorstand das Vertrauen des Aufsichtsrats, der seit dem Herbst zahllose Sitzungen abgehalten habe, verspielt. Glebes Vorwürfe seien eine „Vermischung aus Bankgeheimnissen und Halbwissen“.

Man werde bei der Generalversammlung – soweit es der rechtliche Rahmen zulasse – zu den Vorwürfen Glebes Stellung nehmen, betonen Oss und die Vorstände Walter Mengel und Tim Schnabel im Gespräch mit unserer Zeitung. Letztlich sei die angestrebte Fusion der einzig sinnvolle Weg, der die Arbeitsplätze und den Bestand der Geschäftsstellen in Asbach, Burghaun und Sorga sichere und daher alternativlos.

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