Die Erweiterung der Kita ist das größte Projekt im kommenden Haushaltsjahr der Marktgemeinde Burghaun.
+
Die Erweiterung der Kita ist das größte Projekt im kommenden Haushaltsjahr der Marktgemeinde Burghaun.

Minus von 44.000 Euro

Simon Sauerbier bringt seinen letzten Haushaltsentwurf für Burghaun ein - „Takt halten und Spielräume geben“

  • Harry Wagner
    vonHarry Wagner
    schließen

Seinen letzten Haushaltsplan als Bürgermeister der Marktgemeinde Burghaun hat Simon Sauerbier am Freitagabend vor den Gemeindevertretern eingebracht.

Burghaun - Seine Haushaltsrede hielt Sauerbier (parteilos) äußerst kurz, umriss das Motto des 2021er-Zahlenwerks aus seiner Sicht: „Takt halten und Spielräume geben, um Linien entwickeln zu können – das ist das Vermächtnis dieser Legislatur an die nächste“, betonte er im Hinblick auf den Stabwechsel im Rathaus, wo ab 1. April 2021 Dieter Hornung (CDU) als Bürgermeister übernehmen wird. 

Für den scheidenden Verwaltungschef ist der Blick auf den Haushalt mit einer Rückschau auf die vergangenen Jahre verbunden. „Die großen Konsolidierungsanstrengungen fruchten“, stellt Sauerbier fest. Mittlerweile habe ein „fiskalischer Neustart“ stattgefunden. Die Stabilisierung habe die Gemeinde aus eigener Kraft geschafft – mit dem Rückenwind einer konjunkturellen Hochlage. Sauerbier: „Wir haben die guten Zeiten genutzt, um an wichtigen Hebeln zu arbeiten. Jetzt sind wir schlank aufgestellt, resilient und krisenfest.“ 

Simon Sauerbier bringt seinen letzten Haushaltsentwurf für Burghaun ein

Sauerbier präsentierte einen Etat-Entwurf, der nicht ganz ausgeglichen ist, sondern im Ergebnishaushalt ein Minus von 44.000 Euro aufweist, dort wo im Vorjahr noch ein Überschuss von 210.000 Euro erwirtschaftet werden konnte. Schuld daran ist nicht die Ertragsseite, sondern es sind die um rund 400.000 Euro gestiegenen Aufwendungen – was zuvorderst mit einem Plus bei den Personalkosten zusammenhängt. Für Sauerbier sind diese Ausgaben allerdings ein Muss: „Wir hatten zuletzt mit die schlankeste Verwaltung einer Kommune in ganz Hessen. Wir müssen reagieren.“ Der Personalbedarf zeigt sich gerade jetzt ganz deutlich, nachdem sich Mitarbeiter der Verwaltung in eine Corona-Quarantäne begeben mussten.

Deutlich zugelegt hat der neue Haushalt bei den Investitionen. 2,64 Millionen Euro hat die Marktgemeinde dafür veranschlagt, im Vorjahr waren es nur 1,76 Millionen. Nahezu unverändert sind Steuererträge und Schlüsselzuweisungen. Rund 60.000 Euro mehr als in diesem Jahr wird Burghaun an Kreisumlage abzuführen haben.

Burghaun lässt Vorkommen, Flug- und Brutverhalten von Vögeln untersuchen

Ein zweiter Schwerpunkt der Gemeindevertretersitzung war das Windkraftprojekt FD 22 bei Hünhan. Hier wird es kein gemeindliches Einvernehmen im Genehmigungsverfahren geben – einen entsprechenden Beschlussvorschlag lehnten die Burghauner Parlamentarier einstimmig ab. Einem Auftrag  zu avifaunistischen Untersuchungen für alle fünf Windkraftgebiete auf Burghauner Gemarkung stimmten sie ebenso einmütig zu. Ein Fachbüro soll demnach Vorkommen, Flug- und Brutverhalten von Vögeln in den betreffenden Arealen verifizieren.

Diese Untersuchung kostet knapp 44.000 Euro. „Wir werden die Gelder bereitstellen, um diesem Irrsinn wenigstens aufrechten Hauptes entgegen zu treten“, sagte Christian Heß im Namen der CDU-Fraktion. „Es ist ein finanzieller Kraftakt, aber an unserer Position hat sich nichts geändert“, verdeutlichte Martin Gerlach (FDP). Michael Schneider von der SPD regte an, nicht nur avifaunistische, sondern auch baurechtliche Belange in die Untersuchungen einfließen zu lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema