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Claudine Facon-Prall stellt beim Jungen Kunstkreis aus

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Leicht und selbst bei Wintermotiven geradezu sommerlich heiter ist der Junge Kunstkreis Hünfeld in sein nunmehr 50. Ausstellungsjahr gestartet: Gezeigt werden in der Galerie am Bahnhof Aquarelle von Claudine Facon-Prall, die in feinen Farben schimmern.

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Zimmer

Elmar Hegmann, von Anbeginn Vorsitzender des Kunstvereins, ist voll des Lobes für die Arbeiten der französischen Künstlerin. „Das alles hat sie sich autodidaktisch angeeignet“, sagt er. „Das alles“: Damit ist vor allem ihr sehr sensibler Umgang mit den fließenden Farben gemeint, mit denen die Psychotherapeutin ihre Motive auf Papier – und einmal auch auf Leinwand – bringt.

Aber die fast unmerklich gekonnten Kompositionen ihrer überzeugendsten Arbeiten sprechen Bände dafür, dass nicht immer nur eine akademische Ausbildung zu schönen Ergebnissen führen.

Facon-Pralls Verbindung zur Haunestadt ist schnell erzählt: 1959 als Schülerin am Gymnasium in Saint-Yrieix-la Perche wählte sie als erste Fremdsprache Deutsch. Um die Kenntnisse zu vertiefen, suchte sie eine Brieffreundin – und fand diese in Hünfeld. Ein Kontakt, der bis heute hält und nun zu der Schau mit 62 Arbeiten führte.

Motive aus privatem Umfeld

Die Motive, auf die die reiselustige Künstlerin zurückgreift, stammen laut Hegmann „aus ihrem privaten Umfeld“. So finden sich in der Ausstellung gleich mehrere Landschaften: helle Strände, die Provence, die Toscana, Korsika. Vor allem bei Stadtansichten gelingt es Claudine Facon-Pralls, ein durch die Gassen fallendes Licht einzufangen und Stimmungen darzustellen, die zu der Ruhe und Unaufgeregtheit ihrer Bilder beitragen.

Hektisch ist hier nichts, auch gibt es keine schreienden Farben. Der Angler (Abbildung oben) strahlt große Gelassenheit aus. Ganz nebenbei erweist sich dieses Blatt als kunstvoll komponiert: Der Bogen der Brücke etwa findet sich in der geschwungenen Angelrute wieder.

Und dass das verrottete Auto vom Bildrand beschnitten wird, dort, wo sich die Farbe in helles Gelbweiß auflöst, ist auch kein Zufall. Stillleben und Blumenbilder, die vereinzelt ins Abstrakte tendieren, runden die Bandbreite des Dargestellten ab.

„C’est la vie“ heißt die Ausstellung – so ist das Leben: voller Kleinigkeiten, unspektakulär und harmonisch. Jedenfalls im Kosmos von Claudine Facon-Prall.

Service: Die Ausstellung läuft bis 14. Februar. Dienstag bis Freitag von 16 bis 18 Uhr, Sonntag von 14.30 bis 16.30 Uhr.

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