Eine echte Schweinerei: Vereinsvorsitzender Horst Groß auf dem verwüsteten Sportplatz des FC Gilfershausen. Fußball gespielt werden kann hier nicht mehr.
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Eine echte Schweinerei: Vereinsvorsitzender Horst Groß auf dem verwüsteten Sportplatz des FC Gilfershausen. Fußball gespielt werden kann hier nicht mehr.

Zaun war kaum weg

Corona-Sperrung gerade aufgehoben: Wildschweine verwüsten Fußballplatz genau nach Re-Start

„Die haben hier elf gegen elf gespielt“, sagt Horst Groß und klingt einigermaßen fassungslos. Der Vorsitzende des FC Gilfershausen steht am Sportplatz in Bebra (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und blickt auf die weitläufige Verwüstung vor dem Fußballtor.

Bebra - Der Rasen ist regelrecht umgepflügt worden. Es dürfte eine tierisch schmutzige Partie gewesen sein. Groß schätzt, dass sich mindestens zehn Wildschweine in der Nacht auf Dienstag bei der Nahrungssuche auf dem Spielfeld ausgetobt und eine – nun ja – Schweinerei angerichtet haben. Dabei haben die Tiere eiskalt einen Aussetzer in der Verteidigung des Sportvereins genutzt. 

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Denn es ist nicht das erste Mal, dass Wildschweine in Gilfershausen wüten. Bereits im Oktober 2020 wurde der Platz mehrfach umgepflügt, betroffen war damals auch – wenn auch nur auf einigen Quadratmetern – das benachbarte Gelände des Rasenkraftsportvereins. „Wir haben den Rasen dann einigermaßen wieder glatt gezogen“, sagt Groß.

Zum Schutz vor den Wildschweinen wurde im Dezember ein etwa 60 Zentimeter hoher Elektrozaun rund um die Sportanlagen gezogen. Seitdem gab es keine Probleme mehr mit felligen Flitzern, die das Spielfeld stürmen. „Wir dachten, es ist vorbei mit den Wildschweinen.“ Offenbar warteten die Tiere aber nur geduldig.

Während der coronabedingten Zwangspause war der Zaun eine gute Lösung. Durch die Lockerungen ist das Trainieren bei den Rasenkraftsportlern mit Auflagen wieder möglich – also musste er weg. Am Wochenende wurde der Schutz daher abgebaut, auch der rund 300 Meter lange Abschnitt rund um den Sportplatz. Prompt ging die Schweinerei wieder los.

„Am Dienstagmorgen kam der Anruf, dass sie wieder da waren“, sagt Groß. Wer die aufgewühlte Erde sieht, muss vermuten, dass die Tiere bei ihrem ausgedehnten Mitternachtssnack ziemlich viel Lärm gemacht haben. „Die Nachbarn haben nichts gehört“, so der Gilfershäuser. Auch ihr Hund hätte nicht angeschlagen.

Video: Wie kann man Wildschweine aus dem Garten vertreiben?

Woher die Wildschweine kommen, sei schwer zu sagen: „Die laufen jede Nacht bis zu 15 Kilometer.“ Für einen Abschuss sei der Sportplatz ohnehin zu nah an den Wohnhäusern. Wie geht es weiter? „Wir können wieder einen Zaun ziehen“, sagt Groß. Damit sei der Rasen aber nicht wieder hergestellt. Der Verein sei bereit, sich dabei finanziell zu beteiligen.

Der Ball liege aber bei der Stadt Bebra, dem Eigentümer. Man würde gerne helfen, aber es gebe in Bebra Sportanlagen, die jenseits von Corona mehr genutzt werden, heißt es aus dem Rathaus. Der Gilferhäuser Platz werde aktuell von keinem Team der FSG Bebra bespielt. Langfristig sei zu überlegen, wie mit der Anlage umgegangen wird. (Von Clemens Herwig)

Mit einem Wildschwein als Eindringling hatte es Ende 2020 auch die Polizei in der Rhön zu tun. Die Beamten waren zunächst darüber informiert worden, dass ein Wildschein in einem Dorf die Straßen unsicher machen würde. Dann flüchtete das Tier – in ein Wohnhaus. Ein Metzger musste gerufen werden. Im August 2020 hatte ein Jäger in der Rhön einen Unfall bei der Wildschweinjagd mit viel Glück überlebt.

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