Wer sich im Rotenburger Impfzentrum gegen das Coronavirus impfen lässt, bekommt derzeit keinen Vermerk im Impfausweis, sondern eine offizielle Ersatzbescheinigung.
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Wer sich im Rotenburger Impfzentrum gegen das Coronavirus impfen lässt, bekommt derzeit keinen Vermerk im Impfausweis, sondern eine offizielle Ersatzbescheinigung.

Alles auf einem Blatt

Corona in Hersfeld-Rotenburg: Geimpfte bekommen keinen Vermerk im Impfpass, sondern Ersatzbescheinigung

Wer sich im Rotenburger Impfzentrum gegen das Coronavirus impfen lässt, bekommt derzeit keinen Vermerk im Impfausweis, sondern eine offizielle Ersatzbescheinigung. Damit nimmt das Impfzentrum des Landkreises Hersfeld-Rotenburg eine Sonderrolle ein. 

Rotenburg - Andere Zentren in der Region dokumentieren die Spritzen problemlos in den gelben Heftchen. „Wir haben uns dazu entschlossen, die Impfungen auf der offiziellen Ersatzbescheinigung zu dokumentieren“, teilt Martin Ködding, Leiter des Impfzentrums des Landkreises auf Nachfrage mit. „Dies hat aus unserer Sicht für die Geimpften den großen Vorteil, dass auf einem Dokument die Identifikation des Geimpften und die durchgeführte Impfung mit Wirkstoff und Arztunterschrift dokumentiert ist.“

So wolle das Impfzentrum die Möglichkeit schaffen, „dass die Geimpften schon vor der Einführung eines digitalen Impfausweises die Möglichkeit haben, diese Ersatzbescheinigung zu kopieren, zu scannen und digital zum Beispiel bei Buchungen oder Restaurantbesuchen vorlegen zu können“, argumentiert Ködding.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: Geimpfte bekommen keinen Vermerk im Impfpass

Die Geimpften hätten damit alles auf einem Blatt Papier. „Dies geht so mit dem Impfpass nicht. Auf der Umschlagsseite steht der Name, irgendwo im Inneren des Impfpasses, der in vielerlei Ausführungen im Umlauf ist und in der Regel keinen separaten Eintrag für die Corona-Impfung enthält, ist dann unter einer wahllosen Rubrik die Impfung eingetragen.“ Zudem sei auf den Innenseiten des Impfpasses auch kein Name aufgeführt. „Damit wird man weder national noch international den Nachweis der durchgeführten Impfung vornehmen können“, so Ködding, der darauf verweist, dass diese Vorgehensweise vom Infektionsschutzgesetz gedeckt sei.

In Paragraf 22 heißt es allerdings: „Die zur Durchführung von Schutzimpfungen berechtigte Person hat jede Schutzimpfung unverzüglich in einem Impfausweis oder, falls der Impfausweis nicht vorgelegt wird, in einer Impfbescheinigung zu dokumentieren.“ Impfanwärter berichten, dass sie durchaus ihren Impfausweis vorgelegt hätten – allerdings ohne Erfolg. (Lesen Sie hier: Corona-Impfungen in Fuldaer Betrieben: Frederik Schmitt will Projekt ausweiten - wenn genug Impfstoff da ist).

Stephan Bürger: Der Impfausweis wird als wichtiges internationales Dokument angesehen

Dabei geht es auch anders, wie ein Blick über die Kreisgrenzen zeigt: In den Impfzentren im Werra-Meißner-Kreis, im Schwalm-Eder-Kreis und im Kreis Fulda sind Einträge in den Impfausweis seit Start der Impfkampagne möglich. Stephan Bürger, Sprecher des Schwalm-Eder-Kreises, sagt: „Der Impfausweis wird als wichtiges internationales Dokument angesehen. In diesem gehört die Impfung also nachgewiesen. Das ist hier nie in Zweifel gezogen worden.“

Der Kreis Kassel sowie die Stadt Kassel hatten lange mit Verweis auf „verfahrenstechnische Gründe“ lediglich Ersatzbescheinigungen ausgestellt. Nach Bürgerbeschwerden gibt es seit der vergangenen Woche in beiden Zentren die offenbar von vielen Menschen gewollten Klebeetiketten für den Impfausweis. Immerhin: Hausärzte können die Corona-Impfung laut Martin Ködding nachträglich in den Impfausweis eintragen: „Die Übertragung von der Ersatzbescheinigung durch einen Arzt in den Impfpass ist zulässig, umgekehrt geht es derzeit nicht.“ (ses,mkl)

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