Eine Polizistin und ein Polizist laufen während einer Kontroll-Streife zur nächtlichen Corona-Ausgangssperre in Dresden einen von Laternen erleuchteten Parkweg entlang.
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Im Kreis Hersfeld-Rotenburg werden die Corona-Maßnahmen verschärft. Ab sofort gilt unter anderem eine Ausgangssperre. (Symbolfoto)

Bis 18. April

Kreis Hersfeld-Rotenburg verschärft Corona-Maßnahmen: Weniger Kontakte, Ausgangssperre, Regeln für Altenheime

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist schon seit geraumer Zeit Hessens Corona-Hotspot. Das RKI hat am Donnerstag, 1. April, eine Inzidenz von 253,5 gemeldet. Aus diesem Grund reagiert der Verwaltungsstab des Landkreises und verschärft die Corona-Maßnahmen bis 18. April.

Hersfeld-Rotenburg - Nach der Beratung des Verwaltungsstabs am Donnerstag, 1. April, hat der Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit sofortiger Wirkung weitere Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. Grund dafür ist die deutlich steigende Auslastung in den Kliniken des Kreises, gab der Landkreis in einer Pressemitteilung bekannt. Durch die hohen Fallzahlen gilt Herfeld-Rotenburg aktuell als Corona-Hotspot in Hessen. Mit dem Corona-Ticker für Hersfeld-Rotenburg bleiben Sie auf dem Laufenden.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: Kontakte sollen minimiert werden - Diese Regeln gelten bis 18. April

Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist im Landkreis nur noch alleine, mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes sowie maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. Die vom Land Hessen zugelassene Gruppengröße von bis zu fünf Personen gelte in Hersfeld-Rotenburg vorerst nicht mehr; obgleich Kinder bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren unberücksichtigt bleiben. Bei Begegnungen mit anderen Personen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

Für private Zusammenkünfte werden dieselbe Beschränkung (auf den eigenen Hausstand sowie maximal eine weitere Person) vom Landkreis dringend empfohlen. Trotz der Osterfeiertage müsse die oberste Prämisse sein, weitgehend auf Kontakte zu verzichten, im öffentlichen und privaten Raum gleichermaßen, heißt es in der Pressemitteilung des Landkreises weiter.

Ausgangssperre in Hersfeld-Rotenburgen von 21 bis 5 Uhr

Vor dem Hintergrund einer drohenden Überlastung des Gesundheitssystems sowie zuletzt stark angestiegenen Inzidenzwerten in der Altersgruppe der 15-34-Jährigen von bis zu 350/100.000 Personen tritt ab sofort eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft. In der Zeit zwischen 21 Uhr und 5 Uhr darf das eigene Zuhause nur noch aus gewichtigen Gründen (zum Beispiel zur Ausübung beruflicher/dienstlicher Tätigkeiten, bei der Teilnahme an ehrenamtlichen Einsätzen von Feuerwehr, Rettungsdiensten, Katastrophenschutz, aber auch um medizinische Versorgungsleistungen in Anspruch zu nehmen und zur Versorgung von Tieren) verlassen werden.

Landrat Dr. Michael Koch sagte: „In den vergangenen beiden Tagen hat sich die Situation trotz eines augenscheinlichen Rückgangs des Infektionsgeschehens in unseren Kliniken deutlich verschärft. Das tagesaktuelle Geschehen war ausschlaggebend, unsere diesbezügliche Entscheidung von vergangenem Montag neu zu bewerten.“

Hersfeld-Rotenburg verschärft Corona-Maßnahmen - Das gilt für Besuche in Altenheimen

Lockerungen bei Besuchen in Alten- und Pflegeeinrichtungen (ab 1. April) wie im Rest Hessens sind im Landkreis aktuell nicht möglich. Auf Landesebene ist eine Besuchsregel von täglich bis zu zwei Personen pro Bewohnerin/Bewohner beschlossen worden.

In Hersfeld-Rotenburg gelte, um die Bewohnerinnen und Bewohner vor der Gefahr einer Infektion zu schützen, nach wie vor zwei wöchentliche Besuche pro Bewohnerin/Bewohner. Voraussetzungen sind ein aktuelles negatives Testergebnis und das Tragen einer medizinischen Maske in den Einrichtungen.

Sportplätze und Sporthallen in Hersfeld-Rotenburg werden wieder komplett gesperrt

Mit der neuen Allgemeinverfügung werden Sporthallen und Sportplätze wieder komplett gesperrt. Hiervon betroffen sind alle dort ausgeübten Angebote des Breiten- und Individualsports. Bis zuletzt waren sportliche Angebote in Kleingruppen unter freiem Himmel erlaubt.

Die verschärften Corona-Maßnahmen sind befristet bis zum 18. April. Landrat Dr. Michael Koch sagte: „Mit den zusätzlichen Maßnahmen werden weitere Bereiche des alltäglichen Lebens beschränkt. Dies ist uns in den Beratungen nicht leicht gefallen. Allerdings sind die Verschärfungen notwendig, um das hohe Infektionsgeschehen in unserem Landkreis und insbesondere die Krankenlast in den Kliniken einzudämmen. Ich bin mir bewusst, dass die Verschärfungen gerade zur Osterzeit an der ein oder anderen Stelle zu Unmut führen werden. Leider macht das Virus vor Feiertagen und schönem Wetter keinen Halt.“

Corona regional: Das Update für Hessen

Nicht nur die Bevölkerung werde daher um Einhaltung der Maßnahmen gebeten, vielmehr kündigte Koch zugleich an, dass Polizei und Ordnungsbehörden angewiesen sind, diese Maßnahmen auch streng zu kontrollieren. Erst bei einer Corona-Inzidenz von unter 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen sowie einer deutlich sinkenden Krankenlast in den Kliniken kann eine erneute Bewertung der Situation erfolgen.

Hessischer Sozialminister begrüßt Verschärfung der Corona-Maßnahmen in Hersfeld-Rotenburg

Der Hessische Sozialminister Kai Klose hat die von den Verantwortlichen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg getroffenen Entscheidungen begrüßt und unterstreicht die Relevanz der Verschärfung: „Für die Lagebeurteilung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration ist neben den Inzidenzen auch die Auslastung der Krankenhäuser maßgeblich. Dies gilt insbesondere seit der starken Verbreitung der deutlich infektiöseren und zu schwereren Krankheitsverläufen führenden Virus-Mutationen.“

Außerdem sagte Klose weiter: „Die Zahl der Covid-19-Patientinnen und -Patienten im Krankenhaus birgt im Vergleich zu anderen Indikatoren keine Dunkelziffer. Die Entwicklung, die wir in den vergangenen Tagen im Versorgungsgebiet Fulda-Bad Hersfeld, zu dem der Landkreis Hersfeld-Rotenburg gehört, beobachten, ist alarmierend. Es ist gut, dass im Landkreis nun die notwendigen Maßnahmen eingeleitet werden, um eine Überlastung der stationären Versorgung abzuwenden. Es ist dringend notwendig, dass entsprechende Maßnahmen ergriffen und Kontakte minimiert werden.“ (sec)

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