Die Theaterguppe aus Mackenzell.
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Im Frühjahr 2020 durfte die Mackenzeller Theatergruppe noch ihr jährliches Stück aufführen. Kurz darauf folgte die Corona-Zwangspause.

Wie geht es weiter?

Zwischen Euphorie und Erwartungen: Hünfelder Vereine nach Corona-Lockerungen in den Startlöchern

  • Celina Lorei
    vonCelina Lorei
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Die Corona-Pandemie erschwerte in den vergangenen Monaten die Arbeit aller Vereine. Mit den Lockerungen der Stufe zwei kommt der erste Lichtblick.

Hünfeld - Wir haben bei den Vereinen im Hünfelder Land nachgefragt: Wie haben sie die Pandemie-Zeit erlebt? Und wie wird es weitergehen?

Chorgemeinschaft Hünhan: Der gemischte Chor „Chorisma“ und der Hünhaner Männerchor bilden zusammen die Chorgemeinschaft Hünhan. Gemeinsame Auftritte auf eigenen Festen wie dem jährlichen Backhausfest, auf Geburtstagen sowie Hochzeiten stehen für gewöhnlich auf der Tagesordnung der 32 Sängerinnen und Sänger. Seit dem 18. März 2020 stehen die Räder bei Chorisma wegen Corona jedoch still, wie der Vorsitzende Werner Fritsch erklärt: „Aufgrund der Bestimmungen waren keinerlei Vereinsaktivitäten möglich. Unsere Arbeit ruhte komplett.“ Lediglich im Männerchor habe man sich ab und an getroffen und den traditionellen Stammtisch sowie Grillabende abgehalten.

Das soll sich nun ändern. Mit den Lockerungen der Stufe zwei fand jetzt der erste gesellige Abend seit nunmehr einem Jahr statt, bei dem über die Zukunft gesprochen werden sollte. Für diesen Sommer ist ein erster Auftritt als Feuertaufe geplant, ehe es für die Sänger schon wieder in die Sommerpause geht. „Wir alle scharren mit den Hufen und können es kaum abwarten, wieder gemeinsam zu singen“, betont der Vorsitzende. Auch wenn es coronabedingt keinen Mitgliederschwund gebe, sei sicher, dass sich vereinzelt Mitglieder altersbedingt aus dem Aktivenbereich zurückziehen werden.

Corona-Lockerungen in Hessen: Vereine in Hünfeld stehen in den Startlöchern

„Finanziell gesehen befinden wir uns in einer glücklichen Situation. Da unser Dirigent nach Stunden bezahlt wird, fallen keine großen Ausgaben an, so dass wir keine finanziellen Einbußen zu verzeichnen haben“, weiß Fritsch.

Laienspielgruppe Mackenzell: „Wir werden Corona überleben und stehen bereits in den Startlöchern“, erklärt Eugen Roth von der Laienspielgruppe Mackenzell. Die Spielzeit 2019 konnte Anfang des Jahres 2020 noch beendet werden. Doch mit Corona kamen die Vorbereitungen und Proben der folgenden Spielzeit zum Erliegen. Umso größer sei jetzt die Vorfreude.

Abgesehen von einer räumlichen Veränderung, dem Umzug in den Saal des „Goldenen Engels“, hat sich bei der Truppe aber nicht viel geändert. „Wir hatten im vergangenen Jahr weder finanzielle Einbußen noch einen Mitgliederschwund“, weiß Roth. Ein gewisser Wandel gehöre dazu, so stoßen immer wieder Interessierte zur Gruppe dazu oder wenden sich ab, der Kern sei aber schon etliche Jahre zusammen. Grund dafür sei, dass es sich beim Theaterspielen um ein sehr zeitaufwendiges Hobby handelt. Die Saison muss durchgezogen werden, zwei bis dreimal proben die Darsteller wöchentlich.

Angedacht sei, im September oder Oktober mit den Planungen zu beginnen. Pläne für das kommende Jahr müssten aber „noch nicht final eingetütet werden“. Man wolle erst einmal schauen, wie sich die ganze Lage weiterentwickelt, ob aufgetreten werden darf und wie viele Zuschauer zugelassen werden. „Wir sind Gott sei Dank sehr flexibel. Wir hoffen natürlich, nächstes Jahr wieder auftreten zu dürfen“, sagt Roth. (Lesen Sie hier: Noch herrscht Vorsicht: So nehmen Gastronomen, Händler und Dienstleister in Fulda die Corona-Lockerungen wahr)

Vereine und Corona: Lockerungen sorgen für Lichtblick

„Da sind zwei Herzen, die in unserer Brust schlagen. Auf der einen Seite der Enthusiasmus, der aus der Begeisterung für das Hobby erwächst. Auf der anderen Seiten wurde durch die lange Pause bewusst, welchen Aufwand es jedes Mal aufs Neue zu betreiben gilt, um ein gutes Stück auf die Beine zu stellen. Aber ich denke, ich spreche für alle, wenn ich sage, dass der Enthusiasmus überwiegt und wir uns darauf freuen, wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen.“

Und nicht nur die Darsteller freuen sich. Roth, der die Hünfelder Hirsch-Apotheke betreibt, trifft immer wieder auf begeisterte Zuschauer. „Die Menschen fragen schon, ob wir weiter machen und wann es endlich wieder losgeht.“

Pfadfinder St. Jakobus: Die Pfadfindergruppe der Pfarrei St. Jakobus gehört dem Dachverband Deutscher Pfadfinderschaft St. Georg an. Rund 30 Mitglieder, aufgeteilt in drei Gruppen, zählen zu den Hünfelder Pfadfindern. Trotz der erheblichen Einschränkungen für die Pfadfinder und dem Wegfall ihrer regelmäßigen Treffen hat sich der Vorstand einiges einfallen lassen. „Es war uns wichtig, keine Unterbrechung zu haben, sondern weiterhin regelmäßig mit unseren Mitgliedern in Kontakt zu bleiben“, erklärt Thorsten Heinrich aus dem Vorstand. Deshalb habe man sich dazu entschieden, die wöchentlichen Treffen als Onlinestunde stattfinden zu lassen.

Zudem fanden ab und zu sogenannte Hybridstunden statt, bei denen die Mitglieder Aufgaben gestellt bekamen. „Natürlich war die Teilnahme nicht so wie sonst. Viele haben sowieso schon Homescooling und sitzen den ganzen Tag vor dem PC“, weiß Heinrich. Auch das Zeltlager, das Highlight für alle Pfadfinder, musste ausfallen. Dies soll in diesem Jahr aber nachgeholt werden, sobald es die Bestimmungen zulassen.

Vereine zwischen Euphorie und Erwartungen

Und ein weiterer Lichtblick ist in Sicht: Ab dieser Woche dürfen sich die Pfadfinder wieder live treffen. „Wir haben in der Leiterrunde beschlossen, dass wir die Treffen vier Wochen so laufen lassen und beobachten, wie es angenommen wird.Danach werden wir entsprechend weiter planen“, informiert Heinrich.

Landfrauen Leibolz: Regulär treffen sich die rund 105 Mitglieder der Landfrauen alle zwei bis drei Wochen zu Versammlungen und gemeinsamen Unternehmungen. Coronabedingt musste da in den vergangenen Monaten einiges ausfallen. „Wir hatten beispielsweise eine Fahrt über den Giebelrain sowie einzelne Thementage zur Hochbeetbepflanzung, dem Gärtnern im Alter und der Kosmetik im Alter geplant“, erzählt Brigitte Sudbrock, Vorsitzende der Landfrauen Leibolz. Das alles soll aber schnellstmöglich nachgeholt werden. „Wir freuen uns alle schon sehr, wenn es wieder losgehen kann und wir die Gemeinschaft genießen können“, weiß Sudbrock. (Lesen Sie hier: Ein Hauch von Freiheit: Gedenkstätte Point Alpha empfängt nach acht Monaten wieder Gäste)

Wann genau und in welcher Form das geschieht, sei jedoch noch nicht klar. In den nächsten Wochen ist ein Vorstandstreffen angedacht, bei dem besprochen werden soll, was nun möglich ist und umgesetzt werden kann. „Wir hoffen, dass unsere traditionelle Weihnachtsfeier wieder wie gewohnt stattfinden kann“, erklärt die Vorsitzende. Diese wurde im vergangenen Jahr durch selbstgemachte Weihnachtsgrüße ersetzt. Und auch zu Ostern bastelte der Vorstand kleine Karten.

Finanzielle Einbußen oder einen Mitgliederschwund haben die Landfrauen Leibolz derweil nicht zu verzeichnen. „Unser Sommerfest musst leider ausfallen, wodurch Einnahmen wegfielen. Allerdings hatten wir auch keine eigenen Ausgaben“, sagt Sudbrock.

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