Blick zum Frauchen
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Der Hund darf in die Hundeschule und zum Frisör - trotz Corona (Symbolbild).

Hundeschulen bleiben im Lockdown geöffnet

Was Vierbeinern erlaubt ist, Zweibeinern wegen Corona aber nicht: Der Hund darf trainieren - und zum Frisör

  • Harry Wagner
    vonHarry Wagner
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Fiffi müsste man sein in diesen Zeiten. Schließlich sind den Vierbeinern deutlich mehr Kontakte zu ihresgleichen gestattet als ihren zweibeinigen Haltern. 

Hünfeld - Die Zweibeiner benötigen, um nicht den strengen Corona-Verordnungen zu unterliegen, ihren Hund. Stichwort Spazierengehen: Wenn Bello raus muss, dann muss er raus. Stichwort Frisör: Der Minipli von Herrchen muss leiden, der Pudel aber hat Besuchsrecht im Salon. Beim Stichwort (Hunde-)Schule tritt ein Leser aus Rasdorf auf den Plan: Wie es denn sein könne, fragte er uns, dass alles geschlossen sei, sich aber zugleich in der Hünfelder Hundeschule an der Fuldaer Straße ungefähr 30 Leute aufhielten?

Die Antwort: Weil sie es dürfen. Während Kinder und Jugendliche ihre Mitschüler derzeit nur auf digitalem Weg sehen können, lernen Rottweiler und Retriever in Präsenzunterricht fürs Leben – und haben dazu noch Gesellschaft ihrer Artgenossen. Die Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung der Hessischen Landesregierung vom 14. Dezember erlaubt beides ausdrücklich: Hundefrisör und Hundeschule. Das ist ein Unterschied zum ersten Shutdown im Frühjahr 2020, als beide Einrichtungen schließen mussten (Lesen Sie hier: Corona in Hessen: Diese Regeln gelten).

Hünfeld: Besuche in der Hundeschule sind erlaubt - trotz Lockdown

Frank Leibold, der Betreiber der Hundeschule Hünfeld, kann die Diskussionen verstehen: „Die Leute sehen ja, dass, wenn sie nach Hünfeld reinfahren, bei uns Licht brennt und fragen sich: Wie kann das sein?“ Der Hundekenner weist allerdings darauf hin, dass sein Angebot nicht der Belustigung diene, sondern einem klaren Auftrag nachkomme: mit dem Hund zu arbeiten und ihn zu erziehen. „Viele haben sich in den letzten Monaten kleine Hunde angeschafft. Was man da im ersten halben, dreiviertel Jahr an Erziehung versäumt, kann man nicht mehr aufholen.“ Die gestiegene Nachfrage nach Welpen während Corona sei augenfällig, der „Markt“ total leergefegt.

Ohne Probleme könne man Übungsstunden in der Hundeschule absolvieren, betont Leibold. Er habe ein Hygienekonzept erarbeitet, das vom Gesundheitsamt genehmigt worden sei: „Wir sind ausschließlich draußen, der Mindestabstand ist problemlos einzuhalten, man muss außer seinem Hund und der Leine nichts anfassen.“ Eine sogenannte Fun-Stunde, in der es um Sport und Bewegung geht, sei von ihm gestrichen worden, damit klar sei: Hier zählt wirklich nur der pädagogische Ansatz.

Hundetrainer Frank Leibold: Klarer Auftrag - Hund muss erzogen werden

„Wenn ich ein Risiko sehen würde bei dem was wir tun, würde ich es sofort lassen“, betont der Hünfelder Hundetrainer in dem Wissen, dass aber auch das schon bald wieder vorbei sein kann. Schließlich weiß niemand, was die Bund-Länder-Runde heute beschließen wird.

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