IT-Lehrer Ulrich König während des Unterrichts im Gespräch mit den Lernenden in verschiedenen Räumen der Zuse-Schule und zu Hause.
+
IT-Lehrer Ulrich König während des Unterrichts im Gespräch mit den Lernenden in verschiedenen Räumen der Zuse-Schule und zu Hause.

Unterricht von zu Hause und in der Schule

In Corona-Zeiten: Hünfelder Konrad-Zuse-Schule arbeitet mit dem Konzept des „Hybridschoolings“

Auch wenn die meisten Schüler und Schülerinnen wieder Zeit in der Schule verbringen, wird das Lernen von zu Hause aus weitergehen. Wie der Unterricht dennoch funktionieren kann, berichten nun zwei Lehrer der Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld. Eine Rolle könnte künftig die Lehr- und Lernsoftware OBCC Classroom spielen, die sogenanntes „Hybridschooling“ ermöglicht.

  • Die Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld passt sich an die Corona-Situation an und ersetzt das „Homeschooling“ durch ein „Hybridschooling“.
  • Unterricht in der Schule und von zu Hause ist beim „Hybridschooling“ möglich, die Schüler können ihn mitgestalten.
  • Die Lehr- und Lernsoftware OBCC Classroom könnte künftig eine Rolle spielen.

Hünfeld - Die Konrad-Zuse-Schule passt sich an die Corona-Situation an und ersetzt das „Homeschooling“ durch ein „Hybridschooling“: Der Unterricht wird flexibler und bindet sowohl virtuelle als auch reale Unterrichtsorte ein. Alle Lernenden können – egal ob sie in verschiedenen Räumen der Schule in Hünfeld oder zu Hause vor Laptop oder PC sitzen – zeitgleich den Unterricht verfolgen und ihn sogar interaktiv mitgestalten.

Das ist deshalb erfreulich, weil manche Schüler zur Risikogruppe gehören und am Unterricht im Klassenzimmer nicht teilnehmen können. Zudem dürfen die Gruppen nur noch aus bis zu 14 Lernenden bestehen – Klassen müssen sich daher aufteilen.

„Hybridschooling“ in Hünfeld: Unterricht kann aufgenommen werden

IT-Lehrer Ulrich König erklärt das Konzept: „Hierbei unterrichtet die Lehrkraft in einem Unterrichtsraum an einem computergestützten Groß-Display-Panel. Die Software ermöglicht es, dass die Lernenden einer pädagogischen Plattform beitreten können.“

Dadurch können die Schüler an einer Videokonferenz teilnehmen – und wenn sie wollen, auch auf dem großen Bildschirm erscheinen. Aber auch das reine Zuhören sei möglich. Der Lehrer wird ebenfalls von einem Kamerasystem erfasst. Ein großer Vorteil: Der Unterricht kann aufgenommen werden und später noch einmal angesehen werden, um Inhalte wiederholen zu können“, erklärt König.

Die Schüler und Schülerinnen sollen die Möglichkeit bekommen, gleichzeitig am Unterricht teilzunehmen, um sich optimal und effizient auf die Abschlussprüfungen vorbereiten zu können. Das Hybridschooling-System habe sich in den ersten zwei Wochen mehr als bewährt, heißt es in der Konrad-Zuse-Schule.

Teilgenommen haben bisher die Schulformen der Fachoberschule Informationstechnik und die Assistenten für Informationstechnologie. Die Lernenden würden das Konzept als flexibel und zielführend bei unterschiedlichen Problemstellungen beschreiben – und sie fühlten sich gut auf die Prüfungen vorbereitet, berichtet die Schule.

„Hybridschooling“ in Hünfeld: OBCC Classroom wird derzeit getestet

Und auch sonst gebe es viele Interaktionen auf digitaler Ebene zwischen den Lehrern und Schülern: zum Beispiel über Videokonferenz-Programme, Chat-Gruppen und andere Lehr- und Lernplattformen. Unterrichtsmaterialien werden etwa über ein Cloud-Server-System bereitgestellt.

Die Plattform OBCC Classroom.

Zudem arbeitet die Zuse-Schule zum einen mit Plattformen des „Schulportals Hessen“ zusammen und zum anderen mit dem Softwareentwickler OBCC, einem Unternehmen der Mediengruppe Parzeller. Derzeit wird die Plattform OBCC Classroom getestet, die die Möglichkeit bietet, zentrales und dezentrales Lehren digital miteinander zu vernetzen – sowohl im Klassenraum als auch lernortunabhängig.

Die Plattform soll im nächsten Schritt in das Schulportal des Hessischen Kultusministeriums integriert werden, um im Zusammenspiel verschiedener Lernapps das gesamte Potenzial der digitalen Vernetzung zu entfalten. Schwerpunkte sind zum Beispiel das gemeinsame Arbeiten und das Gestalten eigener Medienproduktionen in Form von Multimedia-Reportagen.

„Hybridschooling“ in Hünfeld: Engagement und technisches Know-how gefragt

„In der jetzigen Situation braucht es Kreativität, Engagement und technisches Know-how, um einen bestmöglichen Kontakt mit den Schülern zu halten“, sagt König. Dabei sei man aber auch darauf angewiesen, dass sich die Schüler selbst organisieren. „Die Konrad-Zuse-Schule stellt sich den Herausforderungen“, betont auch Lehrer Jens Heddrich.

Auch im kommenden Schuljahr werde es keinen Normalbetrieb geben, glaubt er. Mit dem neuen Konzept könne die Weiterentwicklung der Schülerinnen und Schüler sichergestellt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema