In der Kita St. Ulrich wird die Hälfte der Kinder betreut werden.
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In der Kita St. Ulrich wird die Hälfte der Kinder betreut werden.

Nach Corona-Schließung

So planen die Kommunen im Hünfelder Land die Kita-Öffnung

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Am Dienstag nach Pfingsten öffnen die Kindergärten wieder. Das Land Hessen macht den Kommunen aber Vorschriften. Die einzelnen Kommunen regeln die Öffnung deshalb unterschiedlich.

Hünfeld - Das schreibt keine konkrete Höchstzahl für eine Kindergartengruppe vor. Damit bleibt die Verantwortung für die Gruppengröße und die Zahl der aufgenommenen Kinder bei den Gemeinden. Aber Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) rät, nicht zu viele Kinder aufzunehmen. Im Kreis Fulda setzen die Kommunen das meist so um, dass die Gruppengröße halbiert wird – auf 13 Kinder in der Betreuung der Über-Dreijährigen und 10 Kinder, wenn sie unter drei Jahre alt sind.

Hessens Kindergärten öffnen nach Corona-Lockdown

Das bedeutet, dass im Schnitt nur die Hälfte der Kita-Plätze bereit steht. Allerdings gehört in vielen Kommunen die Hälfte aller Eltern bereits zu den Gruppen, die vorrangig einen Platz erhalten sollen (siehe Infokasten). Die Festlegung, welche Gruppen Vorrang haben, hat jede Kommune zu befolgen. Welche Eltern zusätzlich zum Zuge kommen, das legen die Kitas fest. Die betroffenen Eltern sollten Kontakt mit ihrem Kindergarten aufnehmen.

In allen Kommunen werden die Fachkräfte und die Räume fest einzelnen Gruppen zugeordnet, sodass es im Fall einer Infektion nur eine überschaubare Anzahl von Kindern und Erwachsenen betrifft.

Vorrang

Grundsätzlich Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben nach der Regelung des Landes ab 2. Juni Familien, die bereits bislang Anspruch auf Notbetreuung hatten und in denen beide Elternteile berufstätig sind.

Anspruchsberechtigt sind ebenso die Kinder berufstätiger und studierender Alleinerziehender und auch die Kinder, deren Betreuung in einer Kita aufgrund einer Entscheidung des Jugendamts zur Sicherung des Kindeswohls dringend erforderlich ist. Auch Kinder mit Behinderung können die Betreuung vorrangig nutzen.

Die weiteren freien Plätze werden von den Trägern der Kindertageseinrichtungen – meist die Gemeinde oder Stadt oder die Kirche – in Absprache vergeben – so weit Plätze vorhanden sind.

So regeln die Kommunen die Öffnung: Eine Übersicht

Rund die Hälfte der Kinder wird in den Kitas in Hünfeld betreut werden. Dabei gibt es je nach Einrichtung eigene Lösungen, sagt Bürgermeister Benjamin Tschesnok (CDU). So werden freie Räume wie der Turnraum umfunktioniert, oder es gibt „Waldgruppen“ – sofern das möglich ist. Wer einen Platz erhält, wird von den Kindertagesstätten derzeit erarbeitet.

In Rasdorf richtet der katholische Kindergarten eine vierte Gruppe ein, sodass alle Kinder die Kita besuchen können, berichtet Bürgermeister Jürgen Hahn (CDU).

In Eiterfeld stimmt sich die Gemeinde mit den Kita-Leiterinnen ab, sagt Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (parteiunabhängig). Die Plätze sollen so vergeben werden, dass jedes Kind vor den Sommerferien den Kindergarten nochmal besuchen kann – vor allem Schulanfänger.

In Burghaun soll allen Kindern eine tägliche Betreuung angeboten werden. „Je nach Entwicklung der tatsächlichen Bedarfslage kann das tägliche Angebot variieren“, erklärt Bürgermeister Simon Sauerbier (parteilos).

In Nüsttal sollen Kinder an zwei Tagen den Halbtagskindergarten der Gemeinde durch die Eröffnung einer zweiten Gruppe besuchen können, berichtet Bürgermeisterin Marion Frohnapfel (CDU). Schulanfänger, Härtefälle und Geschwisterkinder werden bevorzugt. Der katholische Kindergarten arbeitet an einer Lösung für möglichst viele Kinder.

In Hohenroda und Haunetal bemühen sich die Gemeinden um abgestimmte Lösungen innerhalb des Kreises Hersfeld-Rotenburg.

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