Die Hünfelder Markus Ullrich und Marcus Ritz machen Urlaub auf Sylt.
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Die Hünfelder Markus Ullrich und Marcus Ritz machen Urlaub auf Sylt.

Modellregion an der Nordsee

Ohne Corona-Test und App geht nichts: Paar aus Hünfeld verbringt Urlaub auf Sylt

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Seit Monaten sind Reisen in Deutschland nicht möglich, weil Hotels und Pensionen Touristen nicht beherbergen dürfen. In einigen Modellregionen Schleswig-Holsteins wurde dieses Verbot nun aufgehoben: zum Beispiel auf Sylt. Die Hünfelder Markus Ullrich und Marcus Ritz machen dort gerade Urlaub.

Sylt - Eigentlich wollten Markus Ullrich und Marcus Ritz in dieser Woche nach Schönau am Königsee, jetzt ist es Sylt geworden. Weil die größte deutsche Nordseeinsel momentan eine der wenigen Regionen ist, in der überhaupt Urlaub möglich ist. Der Kreis Nordfriesland nimmt – wie einige andere Modellregionen in Deutschland – an der testweisen Öffnung der Tourismusbetriebe teil. Seit Samstag dürfen Touristen wieder einreisen – unter bestimmten Voraussetzungen.

„Wir mussten dem Hausverwalter, bei dem wir ein Zimmer gemietet haben, vorab den Nachweis über einen Negativtest zusenden. Den Test haben wir im Bürgerzentrum am Schlachthof in Fulda gemacht“, erklärt Ullrich. Auch auf der Insel wird regelmäßig getestet. Denn nur mit einem negativen Testergebnis, das nicht älter als 24 Stunden ist, dürfen Restaurants betreten werden.

Ohne Corona-Test und App läuft nichts: Hünfelder Paar macht Urlaub auf Sylt

„Wir gehen jeden Tag gegen 15 Uhr am Bahnhof Westerland zum Test. Es gibt hier insgesamt 37 Zentren dafür. Bei 24 braucht man einen Termin, bei den anderen 13 nicht. Das geht wahnsinnig schnell. Man wird noch im Auto getestet und erhält das Ergebnis per SMS oder E-Mail“, erklärt der 51-jährige Friseurmeister. (Lesen Sie hier: Corona-Impfungen in Fuldaer Betrieben - Schmitt will Pilotprojekt ausweiten)

Darüber hinaus ist die Luca-App bei dem Projekt ein zentrales Element. Sie hilft dabei, im Fall der Fälle Kontakte nachzuverfolgen. Die Betriebe dürfen nur teilnehmen, wenn sie die Luca-App verwenden. Gäste, die kein Smartphone haben, können stattdessen einen Schlüsselanhänger mit einem QR-Code erhalten, der ebenfalls eine Nachverfolgung sicherstellen kann.

„Ohne die Luca-App geht hier nichts. Man muss sich sogar beim Bäcker registrieren“, sagt Ullrich. Er schätzt, dass etwa 80 Prozent der Betriebe bei dem Projekt mitmachen und geöffnet haben. Der 51-Jährige fährt seit vielen Jahren regelmäßig nach Sylt. Angereist sind er und sein Partner am Sonntag mit dem Auto. Einen großen Andrang haben sie nicht beobachtet: „Auf dem Autozug waren gerade einmal sieben Autos, das ist extrem wenig. Normalerweise muss man viel länger warten.“

Auch in den Straßen von Westerland und am Strand sei es relativ entspannt. „Wir haben viele Fotos gemacht, auf denen kaum Leute zu sehen sind.“ Mehr los sei an den Szeneadressen wie der „Sansibar“ in Rantum oder der „Kupferkanne“ in Kampen: „Wir hatten anfangs hier tolles Wetter, da kamen viele Tagestouristen. Montagabend wollten wir in die ,Kupferkanne‘, da war aber zu viel Andrang, und wir hätten anstehen müssen. Da sind wir dann weitergegangen“, sagt Ullrich.

Video: Sylt wird im Mai Corona-Modellregion

In den Restaurants gelten klare Vorgaben: Die Gäste müssen sich über die App einloggen und einen Negativtest – oder den Impfpass – vorzeigen. „Der Mund-Nasen-Schutz darf erst am Tisch abgenommen werden, und zwischen den Tischen gibt es zum Teil Glasabtrennungen“, erklärt der Friseur.

Und noch etwas ist anders: Ab 21 Uhr gilt draußen ein Alkoholverbot. Eine Ausgangssperre gibt es hingegen nicht. Markus Ullrich findet das System gut: „Es läuft perfekt. Man fühlt sich dadurch auch sicher. Eine Sache ist aber verbesserungswürdig: Tagestouristen müssen sich beim Betreten der Insel nicht testen lassen. Sie brauchen den Test nur, wenn sie in die Restaurants wollen. Das ist eine Lücke.“ (Lesen Sie auch hier: Der Corona-Lockdown ermöglicht im Touristen-Hotspot Norderney auch Erholung für die Natur)

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