Die Flüchtlingsunterkunft an der Grotte in Hünfeld.
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Die Flüchtlingsunterkunft an der Grotte.

„Angst vor Ansteckung“ bei Bewohnern

Corona-Fälle in Hünfeld: Zahl der Infizierten in Gemeinschaftsunterkunft steigt weiter

Nachdem in Flüchtlingsheimen in Hünfeld das Coronavirus nachgewiesen wurde, wurde alle Bewohner getestet. Dabei wurden vier weitere Fälle einer Sars-CoV-2-Infektion entdeckt.

Update vom 2. Juli, 19.15 Uhr: Wie der Landkreis Fulda in einer Pressemitteilung bekanntgab, sei die Zahl Infizierten in der Gemeinschaftsunterkunft von acht auf zwölf gestiegen. „Die Personen haben alle leichte bis keine Symptome“, hieß es in der Mitteilung. Drei der Infizierten stünden nach derzeitigem Kenntnisstand im Zusammenhang mit dem Cluster eines großen Online-Handels im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Von den rund 150 Bewohnern der drei Unterkünfte sind knapp 140 negativ. Der Landkreis Fulda hatte über alle drei Einrichtungen eine Quarantäne verhängt. Für den „Jägerhof“ gilt die Quarantäneanordnung nur für die zwei positiven Personen. Diese beiden sind jeweils in Einzelzimmern mit Nasszelle und Kochgelegenheit untergebracht und können entsprechend isoliert werden. Die anderen Bewohner dürfen das Haus verlassen.

In der Unterkunft „Grotte“ gilt die Quarantäne bis zum 15. Juli. Die infizierten Personen sind in ihren Zimmern abgesondert. Die negativ getesteten Bewohner sind wegen der Wohnsituation ebenfalls isoliert, dürfen sich aber im Haus und auf dem Grundstück frei bewegen. In der Unterkunft „Alte Ziegelei“ ist eine Person positiv getestet und im Haus abgesondert. Die Einrichtung steht unter vorläufiger Quarantäne, weil noch einige Testergebnisse ausstehen.

Erstmals seit Wochen ist indes im Vogelsberg wieder ein Corona-Fall aufgetreten. Im Landkreis Fulda ist derweil die Todeszahl der Corona-Infizierten auf 13 gestiegen. (akh)

Corona-Infizierte in Hünfelder Flüchtlingsunterkunft: Angst unter den Bewohnern

Update vom 30. Juni, 21.17 Uhr: Nachdem bei zwei Bewohnern des Hünfelder Flüchtlingsheims an der Grotte das Coronavirus nachgewiesen wurde, hat das Gesundheitsamt Fulda die Testung aller 129 Personen aus zwei Unterkünften der Konrad-Zuse-Stadt (Grotte und Jägerhof) auf Covid-19 veranlasst.

Für Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok (CDU) zeigen die Fälle eines: Corona sei nicht ausgestanden, die Gefahr bestehe weiter. Gleichzeitig betont der Rathauschef, er habe „sehr großes Vertrauen in die Kreisbehörden und den örtlichen DRK-Kreisverband, die mit großer Umsicht Vorkehrungen getroffen haben, damit nicht weitere Bewohner der Einrichtung angesteckt werden oder gar Ansteckungen außerhalb der Einrichtung stattfinden.“

Stefan Bott, der DRK-Kreisgeschäftsführer, sieht die Sachlage ähnlich – und spricht außerdem von besorgten Geflüchteten. „Die Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft sind jetzt auch sehr unruhig und haben Angst, sich anzustecken“, betont Bott, „deshalb ist es gut, dass unsere Betreuerinnen und Betreuer für sie als Ansprechpartner da sind.“

Das Verständnis für die Situation und die Tatsache, dass sich auch die nicht infizierten Geflüchteten derzeit nicht frei bewegen dürfen, sei „sehr groß“. Was jetzt weiter unternommen werde, liege in der Hand des Gesundheitsamtes. Ob der Infektionsherd möglicherweise bei einem Online-Handel in Bad Hersfeld zu suchen sei, wo zwei der Infizierten beschäftigt sind, könne er nicht sagen.

Die Versorgung der Flüchtlinge mit Einkäufen sei geregelt. Bott stellt in diesem Zusammenhang die Ehrenamtlichen des DRK heraus: „Sie gehen einer Beschäftigung nach und erledigen nach Feierabend noch die Besorgungen für unsere Bewohner.“ Auch die Hünfelder Tafel sei in die Versorgung der Menschen in den Unterkünften involviert. (hw)

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Nach Tests in Flüchtlingsheim: Acht neue Corona-Infizierte in Hünfeld

Erstmeldung vom 29. Juni, 20.34 Uhr: Landkreis Fulda - Nach den ersten beiden positiven Befunden auf das Coronavirus in zwei Unterkünften hat das Gesundheitsamt des Landkreises Fulda 129 Bewohner testen lassen, teilte der Landkreis Fulda am Montag mit. Von den bisher vorliegenden Ergebnissen sind insgesamt acht positiv und 75 negativ. Die Tests von sechs Mitarbeitern, die in den beiden Unterkünften als Sozialbetreuung und Hausmeister für den DRK-Kreisverband Hünfeld tätig sind, sind ebenfalls negativ.

Unterdessen hat der Landkreis Fulda in Zusammenarbeit mit dem DRK Hünfeld und der Stadt Hünfeld Maßnahmen ergriffen, um die Bewohner der beiden Unterkünfte zu informieren, zu schützen und zu versorgen. Beide Einrichtungen seien zunächst bis zum Mittwoch unter Quarantäne gestellt. Wenn alle Tests ausgewertet seien, wird über weitere Maßnahmen entschieden.

Die acht Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, seien alleinlebende Erwachsene, die in Einzelzimmern untergebracht sind. Alle Personen hätten keine oder nur leichte Symptome, zwei von ihnen würden bei einem Online-Handel im Landkreis Hersfeld-Rotenburg arbeiten.

Die Sozialbetreuung des DRK Hünfeld habe einen Einkaufsservice organisiert, um die Bewohner zu versorgen.

Von den bisher insgesamt 391 infizierten Personen im Landkreis Fulda sind 355 genesen. 24 sind aktuell erkrankt, 12 sind gestorben. (sec)

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