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100 Personen hätten auf dem Friedhof ihren Platz finden dürfen, knapp 90 waren zur Messe am Mackenzeller Friedhof gekommen. Darunter auch zwei „Autoteilnehmer“.

Besondere Messe in Hünfeld-Mackenzell

Im Auto am Gottesdienst teilnehmen

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Eigentlich wären am Donnerstag zahlreiche Mackenzeller Katholiken durch ihren Ort gewallt. Doch wegen des Coronavirus wurde daraus nichts. Und so wählte Pater Uwe Barzen ein Ersatzprogramm der besonderen Art.

  • In Hünfeld-Mackenzell konnten Gottesdienstbesucher vom Auto aus am Gottesdienst teilnehmen.
  • Die katholische Kirchengemeinde hat dafür einen Bedarfsparkplatz hergerichtet.
  • Pater Barzen bedauert, dass noch viele zögern, an einem Gottesdienst teilzunehmen.

Mackenzell - Um den Feiertagsgottesdienst zu Christi Himmelfahrt draußen abhalten zu können, kam Barzen der Mackenzeller Friedhof Weißenborn in den Sinn, an dem sonst nur sehr unregelmäßig Gottesdienste stattfinden. Doch nicht nur in Kirchen, sondern auch im Freien sind zahlreiche Auflagen zu befolgen.

So sind die Abstandsregeln einzuhalten, dazu dürfen sich am Mackenzeller Friedhofsgelände nur 100 Menschen aufhalten. Wie also verfahren, um einerseits niemandem die Teilnahme versagen zu müssen und andererseits gerade den älteren Mitmenschen eine Sitzgelegenheit bieten zu können?

Gottesdienst in Zeiten des Coronavirus: Mackenzeller Pater ermöglicht Teilnahme per Auto

Barzen entschied sich, eine „Autoteilnahme“ zu ermöglichen. Dafür wurde der Bedarfsparkplatz hergerichtet, Lautsprecher aufgestellt und der Altar kurzerhand direkt vor die Friedhofskapelle verlegt, damit auch jeder Autoteilnehmer eine gute Sicht auf den Gottesdienst haben konnte.

Angebot wurde jedoch nur mäßig angenommen

Angenommen wurde das Angebot allerdings nur mäßig. Aber: Ein älteres Ehepaar postierte sein Auto direkt neben der Friedhofsmauer und lauschte gespannt den Worten Barzens.

Und dennoch darf die Verlegung der Messe an den Friedhof Weißenborn als Erfolg verbucht werden: Viele Christen hatten sich ihre Sitzgelegenheit mitgebracht, andere saßen auf der Friedhofsmauer. Die Abstandsregeln einzuhalten, stellte kein Problem dar. Außerdem wirkte das Ambiente für die Gottesdienstbesucher ganz besonders, auch weil der Bläserchor Tonica einige seiner Musiker entsandt hatte, um auch ohne Gemeindegesang für musikalische Untermalung zu sorgen.

Pater Barzen zum Gottesdienst: Die Menschen zögern noch

Dass sich am Donnerstag weit weniger Besucher am Friedhof tummelten, als in sonstigen Jahren an der Prozession durch den Ort teilnehmen, ist für Barzen nicht überraschend. „Noch sind die Menschen vorsichtig. Ich habe in den vergangenen Wochen die Erfahrung gesammelt, dass vielleicht rund die Hälfte der Menschen schon wieder in den Gottesdienst gehen, die vor Corona gegangen sind. Auch trotz den Vorsichtsmaßnahmen, die die Kirche trifft, zögern die Menschen.“

Keine unbedingt berechtigten Bedenken, wie Barzen erläutert, schließlich funktioniere der Ablauf zumindest in seiner Kirchengemeinde hervorragend. „Wir setzen Ordner ein, die die Menschen zu ihren Plätzen führen. Die Abstandsgebote sind stets eingehalten, zudem ist gerade die Mackenzeller Kirche groß genug, um genügend Platz zu bieten.“

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