Eine Bürgerinitiative setzt sich in Wehrda gegen eine mögliche Trasse der Verbindung Fulda–Gerstungen ein. Diese würde im Wald unterhalb des rechten Windrads aus dem Tunnel kommen und dann auf einen Tunnelmund unweit der Häusergruppe am linken Bildrand zulaufen.
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Eine Bürgerinitiative setzt sich in Wehrda gegen eine mögliche Trasse der Verbindung Fulda–Gerstungen ein. Diese würde im Wald unterhalb des rechten Windrads aus dem Tunnel kommen und dann auf einen Tunnelmund unweit der Häusergruppe am linken Bildrand zulaufen.

Bürgermeister äußern Wünsche

Bahnprojekt: Initiative Fulda-Gerstungen für Hersfeld-Halt, Bedenken in Burghaun

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Die Planungen für die Bahntrasse Fulda–Gerstungen schreiten voran. Unterdessen werden die Stimmen aus den Kommunen lauter zum Streckenverlauf lauter. Jetzt gibt es Stimmen aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg und Burghaun.

Bad Hersfeld Wehrda/Burghaun - In einer gemeinsamen Pressemitteilung machen sich 13 Bürgermeister aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg für eine Anbindung Bad Hersfelds stark. Konkret würde diese bei Langenschwarz von der bisherigen ICE-Strecke in einen Tunnel abzweigen, der nördlich von Unterhaun endete. Von dort ginge die Strecke weiter nach Bad Hersfeld. Einen anderen Akzent setzt Burghauns Rathauschef Dieter Hornung, der lieber den Abzweig bei Kirchheim und einen Halt bei Bebra sähe.

„Wir sind für die Hersfeld-Variante“, unterstreichen die 13 Bürgermeister Harald Preßmann (Hauneck), Thomas Fehling (Bad Hersfeld), Wilfried Hagemann (Ludwigsau), Walter Glänzer (Neuenstein), Manfred Koch (Kirchheim), Thomas Rohrbach (Niederaula), Volker Jaritz (Breitenbach), Carl Christoph Möller (Schenklengsfeld), Dirk Noll (Friedewald), Andre Stenda (Hohenroda), Daniel Iliev (Heringen), Timo Heusner (Philippsthal) und Timo Lübeck (Haunetal) bei einem gemeinsamen Termin vor dem Bahnhof in Bad Hersfeld.

Hersfeld-Rotenburg: Bürgermeister-Wünsche zur Neubaustrecke Fulda-Gerstungen der Deutschen Bahn

Im Rahmen des DB-Beteiligungsforums zur Neubaustrecke Fulda-Gerstungen wird aktuell die Vorzugsvariante für die Trassenführung gesucht. Neben zahlreichen Argumenten, die vor allem vor Ort in den jeweiligen Kommunen eine Rolle spielen, seien für die Rathauschefs zwei Punkte für die gesamte Region von besonderer Bedeutung: der ICE-Halt in Bad Hersfeld und das Vermeiden von Einschränkungen für den Salzabbau durch K+S. (Lesen Sie hier: Planungen für Bahnprojekt Fulda-Gerstungen gehen voran: Beteiligungsforum hat online getagt)

Den ICE-Halt in der Kreisstadt bezeichnen die 13 Bürgermeister als eine „Generationenchance. Bad Hersfeld könnte mit einer besseren und dauerhaften Anbindung an das schnelle Personenverkehrsnetz mit Reisezeiten unter einer Stunde zum erweiterten Speckgürtel des Rhein-Main Gebietes gehören, geben die Verwaltungschefs zu bedenken und betonen: „Das ist eine gute Entwicklungsperspektive für die Stadt und den Landkreis.“

Diese Perspektive spreche gegen die ebenfalls erwogenen Nord-Varianten durch Neuenstein und Ludwigsau, heben die Bürgermeister hervor. Für diese Varianten erwägt die Bahn einen Halt zwischen Bebra und Bad Hersfeld „auf der grünen Wiese“.

Neue Bahnstrecke: Diese Bedenken hat Burghauns Bürgermeister Hornung

Einig sind sich die Kommunalpolitiker auch darin, dass die Neubaustrecke nicht über das künftige Abbaugebiet des Kaliwerkes Werra führen dürfe. „Eine Trasse oberhalb der Lagerstätte würde die Entwicklungsperspektive des Bergbaus beeinträchtigen und sich negativ auf die Nutzung der wichtigen heimischen Rohstoffe auswirken. Mehr als 4500 Arbeitsplätze wären direkt betroffen.“

Gegen die südöstlichen Varianten spreche zudem, dass sie mit einer starken Beeinträchtigung des Moors von Wehrda verbunden seien. In dem Haunetaler Ortsteil hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Diese will die Menschen mobilisieren, da sie einerseits Beeinträchtigungen für den Naturraum, aber auch die Siedlung befürchten. Die Trasse würde zwischen zwei Tunneln über eine lang gezogene geständerte Trasse in Richtung Friedhof verlaufen und dot erneut in einem Tunnel weiter führen. Die Bürgermeister wollen sich im DB-Beteiligungsforum für die „Hersfeld-Variante“ einsetzen.

Burghauns Bürgermeister Hornung wird anders argumentieren. Da die zentral gelegene Marktgemeinde von (allzu) vielen Infrastrukturprojekten betroffen sei, ohne direkten Nutzen zu haben, mache sich Burghaun für eine Nord-Variante stark. Dafür werde man sich in Kooperation mit den örtlichen Bürgerinitiativen einsetzen. Zudem wünsche sich Burghaun eine Koordinierungsstelle, um überproportionale Belastungen einer einzelner Regionen im Vorfeld zu verhindern. Das steigere sicherlich die Akzeptanz, so Hornung.

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